Aufsteiger
VfB will aktuell keinen Gomez-Ersatz - Finanzlage angespannt

Stuttgart (dpa) - Der VfB Stuttgart wird nach aktuellem Stand eher keinen Ersatz für Ex-Nationalstürmer Mario Gomez verpflichten.

Sonntag, 05.07.2020, 18:33 Uhr aktualisiert: 05.07.2020, 18:36 Uhr
Sportdirektor beim VfB Stuttgart: Sven Mislintat.
Sportdirektor beim VfB Stuttgart: Sven Mislintat. Foto: Marijan Murat

«Ja, das ist denkbar, im Moment sogar realistisch. Da Erik Thommy zurückkommt und auf dem Flügel spielen kann, könnten Nicolas Gonzalez oder Silas Wamangituka auch ins Sturmzentrum rücken», sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Außerdem ist Sasa Kalajdzic nach seiner langen Verletzungspause ein gefühlter Neuzugang.» Gomez hatte nach dem Aufstieg der Schwaben in die Fußball-Bundesliga seine Karriere beendet.

Hohe Priorität genießt beim VfB derzeit die feste Verpflichtung des bislang von der TSG 1899 Hoffenheim ausgeliehenen Stammtorhüters Gregor Kobel. «Nachdem wir Pascal Stenzel bereits fest verpflichten konnten, ist es ein offenes Geheimnis, dass wir auch gerne Gregor Kobel weiter in unserer Gruppe sähen», sagte der 47-Jährige. Auch ein Verteidiger soll noch kommen, was laut Mislintat aber nicht leicht zu realisieren sein wird. «Ohne Corona hätte wir in etwa 30 Millionen Euro mehr investieren können. Nun sind es in etwa fünf Millionen Euro», sagte er. Zum Interesse am ehemaligen U21-Europameister Waldemar Anton von Hannover 96 wollte Mislintat nichts sagen.

Der Kaderplaner geht trotz des engen Budgets davon aus, dass der VfB begehrte Spieler wie Gonzalez, Silas oder Orel Mangala halten kann: «Alle drei wissen, wie jung sie sind und was der Trainer mit ihnen vorhat. Wenn man eine vernünftige Karriereplanung anstrebt, dann liegt mindestens das nächste Jahr für alle drei beim VfB.»

Thomas Hitzlsperger sieht den VfB Stuttgart nach dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga weiter in einer finanziell angespannten Situation. «Wir sind auf keinen Fall über den Berg», sagte der Vorstandsvorsitzende der Schwaben im «Kicker»-Interview mit Blick auf die Corona-Folgen. «Der Aufstieg ist sportlich eine super Sache. Aber finanziell hat sich nicht viel verändert.»

Der VfB habe nächste Saison geringere Finanzmittel zur Verfügung als ursprünglich angenommen. «Wir wissen nicht, wann wieder Zuschauer ins Stadion dürfen. Uns brechen die Einnahmen weg», sagte der 38-Jährige. «Der Aufstieg war sportlich und wirtschaftlich sehr wichtig, befreit uns aber vor allem aus der emotionalen Schieflage. Wirtschaftlich sind wir weiterhin in einer angespannten Lage.»

© dpa-infocom, dpa:200705-99-682399/3

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