«Unser Fußball»
Fan-Initiative ante portas: «Unser Fußball» bei DFB und DFL

Bisher wurde vor allem über die Medien debattiert, jetzt verleihen Fan-Vertreter ihren Forderungen nach einer Reform vor Ort Nachdruck: «Unser Fußball» trifft DFB- und DFL-Vertreter.

Donnerstag, 13.08.2020, 12:36 Uhr aktualisiert: 13.08.2020, 12:41 Uhr
Freiburger Fans bringen ihren Unmut zur Situation des Fußballs zum Ausdruck.
Freiburger Fans bringen ihren Unmut zur Situation des Fußballs zum Ausdruck. Foto: Uwe Anspach

Frankfurt/Main (dpa) - Die Fan-Initiative «Unser Fußball» steht in ihrem Kampf um einen Wertewandel im Profigeschäft am kommenden Montag beim DFB  und bei der DFL ante portas.

Drei Vertreter des Bündnisses wollen in Frankfurt ihre Erklärung und die Liste der Unterstützer den beiden Dachverbänden übergeben. Über 2500 Fan-Organisationen und -gruppen und damit rund eine halbe Million Menschen haben sich nach deren Angaben inzwischen den Forderungen nach einer Reform angeschlossen. Ein öffentlichkeitswirksamer Auftritt ist gewiss.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte am Donnerstag, dass Verbandspräsident Fritz Keller die Delegation um 14.00 Uhr zum Fototermin und einem Gespräch empfangen werde. Bei der DFL ist nach Angaben von «Unser Fußball» nur die Übergabe des Papiers unter Ausschluss der Öffentlichkeit geplant. Die Erklärung hatte eine kontroverse Diskussion im Profigeschäft ausgelöst und war vor allem von Spitzenkräften des FC Bayern München kritisiert worden.

Bei DFB und DFL ist schon einiges in Bewegung geraten im Zuge der gesellschaftlichen Debatten in der Corona-Krise. Keller wirbt in einem Fünf-Punkte-Plan für mehr Nachhaltigkeit und eine sinnvolle wirtschaftliche Regulierung des Fußballs. Die von der DFL geplante Taskforce «Zukunft Profifußball» soll im September ihre Arbeit aufnehmen und laut Geschäftsführer Christian Seifert «einige Entwicklungen zur Vergangenheit reflektieren». Den Arbeitsgruppen sollen Vertreter der Erst- und Zweitligisten, des DFB und externe Personen aus verschiedenen Bereichen angehören.

«Wir wollen nicht zurück zu einem kaputten System. Wir fordern Vereine und Verbände auf, vor dem Beginn der kommenden Saison zu handeln», hieß es in dem im Juni veröffentlichten Aufruf von «Unser Fußball», dem sich auch Fan-Organisationen wie «Unsere Kurve» und «Pro Fans» angeschlossen hatten. Die Anhänger fordern «einen glaubhaften Grundsatzbeschluss sowie die Einleitung konkreter Reformen». Vertreter von «Unser Fußball» hatten bereits am Mittwoch dem 1. FC Köln die Unterschriften von 103 Kölner Fanclubs und -Gruppen sowie von 691 Einzelpersonen übergeben.

In welche Richtung diese gehen könnten, haben die Fans recht genau im Blick. «Unser Fußball zeichnet sich durch eine gleichmäßigere Verteilung der TV-Gelder, die Einführung eines nationalen Financial Fairplays und die eindeutige Begrenzung von Investoreneinflüssen aus», erklärte das neue Bündnis. Man setze sich konsequent gegen Diskriminierung ein und bekämpfe Korruption ernsthaft. Wirtschaftlich nachhaltiges Handeln und die Bildung von Rücklagen sollen fest in den Lizenzierungsverfahren verankert werden.

«Der Fußball gehört allen und es ist sehr wichtig, dass die Ultras begreifen, dass sie auch ein wichtiges Element sind, aber nicht alles alleine bestimmen dürfen», hatte Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß im BR-Fernsehen gesagt. Der 68-Jährige ist für Kooperation, «aber auch die Ultras müssen wissen, dass der Fußball auch ohne Ultras möglich ist.» Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte die Bezeichnung des Bündnisses «etwas anmaßend» genannt.

© dpa-infocom, dpa:200813-99-150646/3

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