In Zeiten von Corona
Werder-Sportchef Baumann kritisiert Länderspiel-Reisen

Bremen (dpa) - Werder Bremens Sportchef Frank Baumann hat die aktuellen Länderspiel-Reisen von Fußball-Profis während der Corona-Zeit kritisiert.

Montag, 07.09.2020, 10:43 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 10:46 Uhr
Steht Länderspielen in Zeiten von Corona eher skeptisch gegenüber: Frank Baumann.
Steht Länderspielen in Zeiten von Corona eher skeptisch gegenüber: Frank Baumann. Foto: Carmen Jaspersen

«Die nationalen Ligen sollten immer Vorrang haben - ganz besonders während einer Pandemie. Der Spielbetrieb ist dort einfach deutlich leichter zu bewerkstelligen», sagte der frühere Nationalspieler gegenüber mehreren Bremer Medien. «Dass Spieler wegen Anti-Corona-Maßnahmen anschließend in ihren Vereinen fehlen, darf keine Auswirkung von Länderspiel-Abstellungen sein.»

Bei Werder haben die beiden Nationalspieler Jiri Pavlenka (Tschechien) und Milot Rashica (Kosovo) aktuell keinen Kontakt zu ihren Teamkollegen, weil sie nach der Rückkehr von ihren Länderpiel-Reisen zunächst zwei Coronatests absolvieren müssen. Bei Torwart Pavlenka ist die Situation besonders pikant, weil zwei Betreuer der tschechischen Nationalmannschaft positiv auf das Virus getestet wurden und der Verband daraufhin am Wochenende alle Spieler zu ihren Vereinen zurückschickte. Für das Nations-League-Spiel gegen Schottland an diesem Montag wurde ein Ersatzteam nominiert.

«Man sieht bei den verschiedenen Meldungen gerade, dass es eben nicht so leicht ist, wenn in Pandemie-Zeiten ganz viele Spieler durch die Welt reisen und zusammenkommen», sagte Baumann . «Das ist eben nicht so geregelt wie ein Bundesliga-Betrieb oder ein Ligabetrieb an sich. Und ich bin gespannt, welche Auswirkungen das in den nächsten Monaten noch auf die Ligen haben wird. Die nächste Länderspiel-Pause steht ja im Oktober schon wieder vor der Tür.»

© dpa-infocom, dpa:200907-99-459371/2

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