Bundesliga
Gladbachs Matchwinner Wolf stürzt RB Leipzig in Not

Noch nie hatte Borussia Mönchengladbach gegen Leipzig in der Bundesliga gewonnen. Dann sichert ausgerechnet ein Leihspieler von RB den ersten Heimsieg der Saison für die Gladbacher - und stürzt Leipzig von der Tabellenspitze.

Sonntag, 01.11.2020, 11:11 Uhr
Gladbachs Hannes Wolf (l) bejubelt seinen Treffer mit Breel Embolo (M) und Oscar Wendt (r).
Gladbachs Hannes Wolf (l) bejubelt seinen Treffer mit Breel Embolo (M) und Oscar Wendt (r). Foto: Martin Meissner

Mönchengladbach (dpa) - Hannes Wolf wirkte schüchtern, aber enorm erleichtert, nachdem er seinem Ex-Coach Julian Nagelsmann einen äußerst bitteren Abend bereitet hatte.

«Stein vom Herzen gefallen trifft es gut», sagte Borussia Mönchengladbachs Matchwinner bei Sky nach dem 1:0 (1:0)-Sieg, der Nagelsmann und RB Leipzig die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga kostete. Vor ein paar Wochen war der 21-Jährige noch bei den Sachsen angestellt - und hatte vor seiner Leihe an den Niederrhein auch verletzungsbedingt schwierige Monate erlebt.

Entsprechend wenig Groll hegte Nagelsmann, der sein Team vor der nächsten harten Prüfung in der Champions League gegen Paris Saint-Germain schnellstmöglich wieder aufbauen muss. «Ich freue mich für ihn als Mensch, dass er ein Tor geschossen, weil er eine nicht so gute Phase hatte. Aber, dass er es ausgerechnet gegen uns machen muss», sagte der 33-Jährige. «Aber es ist sein Job, er wird jetzt meines Wissens nach von Gladbach bezahlt.»

Mit seinem ersten Bundesligatreffer und dem ersten Pflichtspieltor seit 17 Monaten sicherte Wolf seinem neuen Club den ersten Heimsieg. «Ich habe jetzt eineinhalb Jahre auf solch einen Moment warten müssen und freue mich, dass jetzt der Knoten geplatzt ist», sagte der österreichische Mittelfeldspieler, der in die Startelf rotiert ist und für den bei Gladbach bei einer gewissen Zahl von Einsätzen eine Kaufpflicht besteht.

Sein Trainer Marco Rose hatte ihn ganz bewusst nominiert. «Heute durfte er anfangen, weil ich weiß wie er funktioniert. Er ist kein Spieler, der überdreht gegen seinen ehemaligen Club, sondern eher einer, den das motiviert», sagte der Coach.

Es gab auch keine Absprachen, wie in einigen anderen Fällen bei verliehenen Spielern, dass Wolf gegen Leipzig nicht spielen darf. «Wenn man einen Spieler verleiht, dann muss er auch die Chance haben, alle Spiele machen zu können», sagte Nagelsmann. «Wenn man so viel Sorge hat, dass der Spieler einen zur Niederlage schießt, dann soll man ihn nicht verleihen sondern behalten und spielen lassen.»

Der Leipziger hat zudem derzeit andere Sorgen. Mit Blick auf die Champions-League-Partie gegen PSG am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) fordert Nagelsmann trotz aller Personalsorgen etwas Zählbares. «Das ist ein Spiel, das wir gewinnen sollten, wenn wir in der Gruppenphase ein Wörtchenmitreden wollen. Wenn wir da nicht dreifach punkten, wird es kompliziert weiterzukommen.»

Die Gladbacher sind nach sieben Spielen ohne Niederlage in einer gelasseneren Situation. Zumal die Mannschaft, die zuvor schon viermal einen Sieg durch späte Gegentreffer verpasst hatte, den Erfolg endlich nach gebracht hat. «Ich sehe da kein Muster. Es passiert, dass man auch späte Gegentore kassiert. Heute habe ich mich einfach mal zurückgelehnt, die Klappe gehalten und die Jungs spielen lassen», sagte Rose.

«Man hat heute die Energie in der Mannschaft gespürt, dass wir uns das nicht mehr lassen», sagte Jonas Hofmann. Schon am Dienstag steht die nächste Bewährungsprobe in Kiew beim Champions-League-Spiel gegen Schachtjor Donezk (18.55 Uhr/DAZN) an. «Dieser Sieg gibt uns viel Selbstvertrauen für die schweren Wochen, die vor uns liegen», sagte Torhüter Yann Sommer nach seinem ersten Spiel ohne Gegentor.

© dpa-infocom, dpa:201101-99-164094/2

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7658414?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F204%2F50820%2F
Nachrichten-Ticker