Remis in Frankfurt
Neue Defensiv-Stabilität: Werder auf gutem Weg

Die Erinnerungen an den Fast-Abstieg in der Vorsaison sind bei Werder Bremen immer noch präsent. Trainer Kohfeldt genießt die aktuelle Erfolgsserie daher mit Vorsicht und mahnt zur Wachsamkeit.

Sonntag, 01.11.2020, 11:20 Uhr aktualisiert: 01.11.2020, 11:22 Uhr
Bremens Trainer Florian Kohfeldt war mit dem Remis bei Eintracht Frankfurt zufrieden.
Bremens Trainer Florian Kohfeldt war mit dem Remis bei Eintracht Frankfurt zufrieden. Foto: Uwe Anspach

Frankfurt/Main (dpa) - Für einen Schönheitspreis kommt der SV Werder Bremen derzeit nicht infrage. Doch den Titel als «Spaßverderber» der Bundesliga wies Trainer Florian Kohfeldt trotz des teilweise destruktiven Auftritts beim 1:1 (0:0) in Frankfurt und dem dritten Remis in Serie energisch zurück.

«Spaßverderber - das ist zu hoch gegriffen. Wenn man mal etwas tiefer steht, ist das clever. Aber auf Dauer müssen wir natürlich versuchen, noch mehr Fußball zu spielen», sagte Kohfeldt.

Nur 34 Prozent Ballbesitz reichten den Bremern am Samstag, um ihre Erfolgsserie auf fünf Spiele ohne Niederlage auszubauen. «Zu den Aufgaben eines Trainers gehört es auch, realistisch einzuschätzen, was seine Mannschaft momentan in der Lage ist zu leisten», verteidigte Kohfeldt die defensive Ausrichtung.

Eigentlich ist der 38-Jährige ein Verfechter des Offensiv-Fußballs. Doch nach der vergangenen Horror-Saison, als der drohende Abstieg erst in der Relegation abgewendet wurde, hat Kohfeldt für die laufende Spielzeit einen anderen Ansatz gewählt. «Wir müssen dieses Jahr den Weg anders herum gehen und extrem viel in der Defensive investieren, um da kompakt zu sein», sagte er.

Dazu gehöre auch eine robuste Spielweise wie in Frankfurt. «Wir sind weder unfair noch übertrieben hart, wir hauen einfach alles rein, was wir haben», sagte Kohfeldt. «Voriges Jahr wurde uns vorgeworfen, wir seien zu lieb. Wenn die Gegner merken, es ist unangenehm gegen Werder Bremen zu spielen - das ist doch super. Darüber freue ich mich.»

In Frankfurt war das vor leeren Rängen über weite Strecken der Partie der Fall. Mit aggressivem Zweikampfverhalten und hoher Laufbereitschaft wurden die oft ideenlos anrennenden Hessen in Schach gehalten. Nach der Führung durch das erste Saisontor von Joshua Sargent (51. Minute) durfte Werder sogar auf einen Sieg hoffen, doch André Silva (65.) gelang nach einem kapitalen Fehler von Werder-Youngster Jean-Manuel Mbom noch der Ausgleich.

Doch auch mit dem «verdienten Punkt» (Kohfeldt) konnten die Bremer gut leben. «Es ist natürlich schon ein schöneres Gefühl als letzte Saison in der Rückrunde», sagte Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein. Er mahnte zugleich: «Wichtig ist, dass wir uns jetzt nicht darauf ausruhen, dass wir die letzten Spiele nicht verloren haben.»

Das ist ganz im Sinne des Trainers, der trotz des gelungenen Saisonstarts mit neun Punkten auf der Hut ist. «Der Rucksack wird leichter, aber wir müssen sehr wachsam und scharf bleiben und die Intensität in jedem Spiel auf den Platz bringen», sagte Kohfeldt. Das gelte auch für die nächste Aufgabe am kommenden Freitag: «Es wäre schon gut, dass Heimspiel gegen Köln zu gewinnen.»

© dpa-infocom, dpa:201101-99-164193/3

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