Fußball: Bundesliga
BVB vor dem Bayern-Gastspiel: Tabelle statt Kreidetafel

Münster -

Das Gipfeltreffen der Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und Bayern München hat schon länger keinen schwarz-gelben Sieger mehr gesehen. Dabei weist die Tabelle die beiden Konkurrenten jetzt auf Augenhöhe aus. Die BVB-Defensive scheint aktuell sogar weniger anfällig.

Freitag, 06.11.2020, 17:32 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 17:46 Uhr
Wer lacht an diesem Samstag – Dortmunds Trainer Lucien Favre (links) oder Konkurrent Hansi Flick?
Wer lacht an diesem Samstag – Dortmunds Trainer Lucien Favre (links) oder Konkurrent Hansi Flick? Foto: imago-images

An diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) kreuzen sich wieder einmal die Wege des souveränen Branchenriesen und seines oft abgeschüttelten Herausforderers. Beim BVB beteuern alle, Vorfreude zu spüren. Dabei war der Spaß auf dem Feld zuletzt sehr überschaubar. Die jüngsten drei Ligapartien verlor die Borussia jeweils. Sie erzielte dabei nicht ein einziges Tor und kassierte in Summe zehn. Da kann man durchaus zu der Ahnung kommen, dass die Bayern nicht Dortmunds Lieblingsgegner sind.

Nach Punkten gleichauf

Vielleicht hilft es der Mannschaft und ihren leidgeprüften Anhängern in diesen Tagen einfach einmal auf die Tabelle zu schauen und nicht auf die Kreidetafel neben dem Kühlschrank. Im Klassement bewegen sich Rote und Schwarz-Gelbe aktuell nach Punkten gleichauf. Und im Kleingedruckten, das im Fußball das Torverhältnis ist, findet der BVB sogar einen Ansatz für ein bisschen Hoffnung. Tatsächlich sind für die Bayern schon neun Gegentore notiert, Dortmund dagegen wurde erst zweimal auf dem falschen Fuß erwischt. Das geht.

Hansi Flick, seit 369 Tagen Münchens inzwischen schon in Sänften getragener Erfolgstrainer, misst der ungewohnten Durchlässigkeit allerdings wenig Bedeutung bei. „Defensiv haben wir Luft nach oben“, konstatierte er am Freitag, „aber wir nehmen ja auch viel Risiko und schießen ja auch viele Tore.“ In der Regel mehr als der Gegner, nur einmal in dieser Saison (1:4 in Hoffenheim) ging es schief. Dortmunds Coach Lucien Favre wird Münchens Fehltritt im Kraichgau mit der Akribie eines Pathologen untersucht haben.

Favre und die Eiger-Nordwand

Ob es hilft, ob sich das Blatt wenden lässt, hängt auch von der Bereitschaft des Schweizers ab, seiner Mannschaft Courage zu geben und sie ebenso aufzustellen. Favre ist ein erfolgreicher Trainer. Aber auch ein Zweifler und Zauderer, der sich bemüßigt fühlt, kleinste Gegner großzureden. „Schwer“ ist seine Lieblings-Vokabel. Er gebraucht sie im Sinne von schwierig. Das ist jede Aufgabe gegen die Bayern. Sogar höchst kompliziert. Wenn der Eidgenosse Favre Alpinist wäre, würde er sie wohl mit der Durchsteigung der Eiger-Nordwand vergleichen.

  • Für den angeschlagenen Dortmunder Abwehrchef Mats Hummels wird die Zeit knapp. „Wir müssen bis Samstag warten und können erst dann entscheiden“, sagte Favre am Freitag.
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