Trennung von sportlicher Führung
Schalke treibt’s auf die Spitze

Nach der 1:5-Pleite gegen den VfB Stuttgart hat der FC Schalke 04 die Reißleine gezogen. Die sportliche Führung muss gehen. Der Revierclub erlebt gerade seine schlimmste Krise seit 30 Jahren.

Sonntag, 28.02.2021, 18:15 Uhr aktualisiert: 28.02.2021, 18:27 Uhr
Trennung von sportlicher Führung: Schalke treibt’s auf die Spitze
Tabellenletzter mit großen wirtschaftlichen Problemen: Schalke 04 – hier ein Blick aufs Stadion-Hauptportal. Foto: dpa

GelsenkirchenFußball-Bundesligist Schalke 04 hat in seiner schlimmsten Krise der vergangenen 30 Jahre – 1988 stieg der Club letztmals in die 2. Bundesliga ab – einen spektakulären Umbruch in der sportlichen Führungsebene eingeleitet. Der Tabellenletzte trennte sich am Sonntag sowohl von Trainer Christian Gross als auch von Sportvorstand Jochen Schneider . Am Tag nach der 1:5-Demütigung beim VfB Stuttgart wurden zudem Co-Trainer Rainer Widmayer, Athletiktrainer Werner Leuthard und Lizenzspieler-Koordinator Sascha Riether gefeuert. Aufsichtsratsvorsitzender Jens Buchta nannte die Entscheidungen „unausweichlich“ und betonte angesichts der miserablen Bilanz mit einem Sieg in 39 Spielen: „Wir brauchen nicht drum herumzureden. Die sportliche Situation ist eindeutig.“

Ob die Freistellung von Trainer Gross in Zusammenhang mit einer etwaigen „Spielerrevolte“ vergangene Woche in Zusammenhang steht, blieb offen. Drei sogenannte Führungsspieler sollen sich nach unbestätigten Angaben intern gegen den Coach ausgesprochen haben. In dem Schweizer hatten die Schalker bereits den vierten Trainer nach David Wagner, Manuel Baum und Huub Stevens in dieser Saison, ohne dass es einem gelang, die nahezu beispiellose sportliche Misserfolgsserie zu beenden. Diese wird aktuell begleitet von immensen wirtschaftlichen Problemen. Bestätigte rund 240 Millionen Euro Verbindlichkeiten lasten wie Blei auf dem Traditionsverein.

Personelle Nachfolge noch unklar

Mit wem die Positionen im Abstiegskampf besetzt werden, war am Sonntag noch unklar. Schneiders Posten wird der Leiter der Schalker Nachwuchsabteilung, Peter Knäbel, ebenso übergangsweise übernehmen, wie der ehemalige Profi Gerald Asamoah als Teammanager einspringt. Wer als fünfter Trainer in dieser Saison am Freitag gegen Mainz 05 auf der Bank sitzt, darüber wird spekuliert.

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