Fußball: Europa League
Schalker Forderungen vor erneutem Duell mit Gladbach

Gelsenkirchen -

20 Jahre nach dem Uefa-Cup-Triumph träumt der FC Schalke 04 wieder von einem europäischen Höhenflug. Im Achtelfinale der Europa League steht das Bundesliga-interne Duell mit Borussia Mönchengladbach am Donnerstag an. Genau jenem Team also, das Königsblau am Samstag noch derbe weh tat.

Mittwoch, 08.03.2017, 17:03 Uhr

Markus Weinzierl ist zurzeit nicht zum Lachen zumute. Der Schalker Trainer steht nach mäßigem Erfolg in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengkadbach in der Bringschuld
Markus Weinzierl ist zurzeit nicht zum Lachen zumute. Der Schalker Trainer steht nach mäßigem Erfolg in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengkadbach in der Bringschuld Foto: dpa

Draußen lächelt Huub Stevens , drinnen blickt Markus Weinzierl sehr, sehr ernst drein. Der Niederländer grinst von einer Plakatwand. Fast genau 20 Jahre ist es her, als die Schalker den Uefa-Cup bei Inter Mailand (21. Mai 1997) gewannen. Nun rufen die Schalker mittels Stevens‘ Konterfei dieses Datum in Erinnerung. Die damaligen Eurofighter wollen den größten Triumph der Vereinsgeschichte in einem Nostalgiespiel noch einmal aufleben lassen – und werben dafür mit ihrem Jahrhunderttrainer.

„Wir schlugen Roda, wir schlugen Trabzon, wir schlugen Brügge sowieso ...“ das Lied zum sagenhaften Triumphzug durch Europa ist immer noch unbestrittenes Kulturgut der Fans. Ja, ja, der Schalker hat’s gut mit der Nostalgie.

Heute heißt der Uefa-Cup Europa League und der Gegner Borussia aus dem knapp 63 Kilometer entfernten Mönchengladbach. Vor dem nun anstehenden Achtelfinal-Hinspiel (Donnerstag, 21.05 Uhr/Sport 1 und Sky) kann Stevens lächeln, so lange er möchte. Weinzierl aber hat Sorgen.

Der aktuelle Schalke-Coach taumelt mit seinem Team durch die Liga, spätestens nach dem 2:4 am Samstag eben gegen jene Borussia ist jegliche Lust auf Nostalgie verbraucht. „Wir haben das Spiel aufgearbeitet. Nun ist es ein anderer Wettbewerb“, sagt Weinzierl. Und er macht seinem Team Mut: „Wir haben das große Ziel weiterzukommen. Wir wollen ins Viertelfinale“. Es lohnt ein Rückblick, um vorauszuschauen: Am Samstag waren die Schalker maßgeblich und fahrlässig an den vier Gegentoren selbst beteiligt. Nun müssen dicke Bretter gebohrt werden: „Es gilt, das Risiko richtig einzuschätzen“, sagt Weinzierl mit Blick auf die hohe Fehlpassquote im Team. „Wenn ich das Risiko hoch wähle, wächst die Gefahr, dass ich Fehler mache, die der Gegner dann ausnutzt“. Wie am Samstag.

Leon Goretzka, der zuletzt ebenfalls nicht fehlerfreie Mittelfeldstratege im Schalker Team, fordert, „erwachsener zu spielen“. Der 22-Jährige sagt auch: „Wir haben viel über unsere Fehlpassquote gesprochen, und wir werden beweisen, dass wir es besser machen“. Durch die Gruppenphase sind die Schalker mit drei Gegentoren geschlendert. danach war‘s auch gegen ­Paok Saoloniki (3:0; 1:1) ein Leichtes. Mönchengladbach, erster Bundesliga-interner Gegner im internationalen Wettbewerb für die Schalker überhaupt, ist da schon ein anderes Kaliber.

Viel wird an diesem Mittwochnachmittag in der Pressekonferenz appelliert, gewünscht und gefordert. „Wir müssen, wir wollen, wir können.“ Zur Unterstützung bedienen sich die Schalker wieder der Hilfe eines Mentaltrainers. (Jörg Löhr, den Weinzierl noch aus Augsburger Zeiten kennt). Ob’s hilft? Weinzierl blickt wieder ernst drein – und Stevens lächelt.

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