Fußball: Bundesliga
Ist Schalke ein Scheinriese oder doch schon ein Gigant?

Münster -

Nach einer geradezu traumhaften Premierensaison steht Domenico Tedesco nun vor der harten Aufgabe, Platz zwei mit dem FC Schalke 04 zu bestätigen. Seinen Kader haben er und Manager Christian Heidel im Sommer durchaus aufgewertet.

Montag, 20.08.2018, 17:30 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 20.08.2018, 17:30 Uhr
Was kann er wirklich? Schalke-Trainer Domenico Tedesco wird sich an der bärenstarken saison 2017/2018 messen lassen müssen.
Was kann er wirklich? Schalke-Trainer Domenico Tedesco wird sich an der bärenstarken saison 2017/2018 messen lassen müssen. Foto: imago

Vizemeister, Champions-League-Teilnehmer und dann auch noch acht Punkte in der Abschlusstabelle vor Borussia Dortmund: Der FC Schalke 04 hat eine bärenstarke Spielzeit hinter sich. Die Frage ist, welche Rolle die „Knappen“ in der neuen Saison spielen können.

► Ist Schalke nur ein Scheinriese oder wirklich schon ein Gigant hinter den Bayern?

Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies sieht Schalke jedenfalls nicht als Bayern-Jäger. „Wenn sich jemand dazu berufen fühlt, soll er. Wir machen das nicht“, sagte der „starke Mann“ auf Schalke jüngst einer Lokalzeitung.

► Wie groß ist Schalke denn nun wirklich?

Riesengroß, zumindest in der Abwehr: Das Abwehrzentrum mit Naldo (1,98 Meter) und Salif Sané (1, 96 Meter, kam von Hannover 96), mit Torhüter Ralf Fährmann (1,96 Meter) dahinter ist an Länge kaum zu überbieten. Die beiden Feldspieler haben zudem ihre Torgefährlichkeit bei Standards bereits oft unter Beweis gestellt und machen die „Knappen“ noch unberechenbarer.

► Schalke galt einst regelmäßig als Sammelbecken von Individualisten, die den Familienfrieden mehr gestört denn gestärkt haben. Und heute?

Trainer Domenico Tedesco setzt auf genau diesen Familienfrieden und sagt: „Die Spieler sind wie Brüder.“ Soll heißen: Der Teamgeist steht über allem. Und Manager Christian Heidel bestätigte im Trainingslager: „Man kann sagen, dass die Integration unserer Zugänge schon jetzt abgeschlossen ist.“

► Die legendären Eurofighter wurden vor dem Uefa-Cup-Endspiel gegen Inter Mailand am 21. Mai 1997 von ihren Fans eingeschworen: „Hasta la vista – Schalke Finalista“. In der vergangenen Saison hieß es bei den Sportbeobachtern oft: „Hasta la vista – Schalke minimalista“. Was kann die Offensive?

Publikumsliebling Guido Burgstaller wird sich auf starke interne Konkurrenz einstellen müssen: Mit Mark Uth (26 Jahre, 14 Tore, acht Vorlagen für 1899 Hoffenheim in der vergangenen Saison) kam ein laufstarker und schussgewaltiger Angreifer hinzu. Breel Embolo deutete zudem an, dass nach seiner Verletzung wieder mit ihm zu rechnen sei. Und dann ist ja auch noch Stürmer Steven Skrzybski, der vom Zweitligisten Union Berlin verpflichtet wurde. Tedesco geht das Gerede vom „Minimalisten“ ohnehin auf den Geist: „Wir würden auch lieber 20 Mal aufs Tor ballern. Aber uns ist es wichtig, clever und intelligent zu spielen.“

► Wer soll die neue Angriffsreihe bedienen?

Das Schalker Mittelfeld ist trotz der Abgänge von Leon Goretzka (Bayern München) und Max Meyer (Crystal Palace) rein nominell stark besetzt: Die Neuzugänge Suat Serdar (Mainz 05) und Omar Mascarell (Eintracht Frankfurt) gelten schon jetzt als Top-Einkäufe und dürften vor allem Nabil Bentaleb (23) unter Druck setzen. Der Franko-Algerier, bislang ein „Zauberfuß“ ohne rechte Durchschlagskraft, wird sich strecken müssen, zumal auch Benjamin Stambouli eine starke Saison gespielt hat, in den Mannschaftsrat aufgestiegen ist und möglicherweise aus der Verteidiger- in die defensive Mittelfeldposition rücken könnte.

► Das Berger Feld, auf dem die Arena beheimatet ist, wird zurzeit mächtig umgebaut. Fast 100 Millionen Euro investiert Schalke in neue Infrastruktur. Welche Baustellen hat Trainer Tedesco in seinem Team noch zu bearbeiten?

Keine mehr. Mit der Verpflichtung von Hamza Mendyl von OSC Lille ist auf der linken Abwehrseite auch die letzte vakante Position besetzt. Abdul Rahman Baba ist nach seiner Kreuzbandverletzung immer noch nicht in Form, Bastian Oczipka musste sich einer Leisten-OP unterziehen – so war Schalke gezwungen auf links personell nachzubessern.

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