Fußball: Champions League
Sahnetag für Schalke ohne Happyend – Sané schockt seinen Ex-Club

Gelsenkirchen -

Schalke 04 hat im Achtelfinale der Champions Leaguze Manchester City einen großen Kampf geliefert – und mit 2:3 (2:1) trotz zweier Elfmetertore von Nabil Bentaleb verloren. ManCity drehte in Unterzahl die Partie. Der Ex-Schalker Leroy Sané sorgte für das 2:2, Raheem Sterling traf in der Schlussminute zum Sieg.

Mittwoch, 20.02.2019, 23:21 Uhr aktualisiert: 21.02.2019, 08:21 Uhr
Der Ausgleich zum 2:2. Der Ex-Schalker Leroy Sané (19) trifft mit einem tollen Freistoß – die königsblaue Mauer und Tormann Ralf Fährmann können da nichts machen.
Der Ausgleich zum 2:2. Der Ex-Schalker Leroy Sané (19) trifft mit einem tollen Freistoß – die königsblaue Mauer und Tormann Ralf Fährmann können da nichts machen. Foto: dpa

Gibt’s nicht gibt’s nicht. Nicht auf Schalke: In der Bundesliga kurz vorm Niedergang und in der Champions League gegen Manchester City schon vor dem Anpfiff totgesagt, hat sich seinen angekündigten „Sahnetag“ genommen. Allerdings ohne Happyend. Mit 2:3 (2:1) verlor der FC Schalke, nach einer turbulenten Schlussphase. Nabil Bentaleb hatte die Gastgeber mit zwei verwandelten Elfmetern in Führung gebracht. Sergio Agüero (19.), Leroy Sané (85.) und Raheem Sterling (90.) trafen für Manchester zum späten Sieg in Unterzahl. Wahnsinn.

Die Aufstellungen beider Teams bargen durchaus Überraschungen. Manchester begann ohne den Ex-Schalker Leroy Sané, den Guardiola tags zuvor noch als „herausragenden Spieler“ in seinem Team gelobt hatte. Erst in der 77. Spielminute erhielt der Youngster im City-Team Auslauf und kam für Sergio Agüero. Ausgerechnet Sané verdarb seinem Ex-Verein die ganz große Freude und traf per Freistoß zum 2:2-Ausgleich.

Bei Schalke setzte Domenico Tedesco zunächst auf Hamza Mendyll neben Mark Uth im Angriff. Der Sieben-Millionen-Mann von OSC Lille war ursprünglich als linker Verteidiger eingekauft worden, probierte sich aufgrund seiner Schnelligkeit schon im Derby (1:2) gegen Borussia Dortmund im Dezember als Stürmer.

Hinten probierte Schalke es mit einer geballten Ladung „Beton“: Drei Innen- (Bruma, Sané, Nastasic) und zwei Außenverteidiger (Oczipka und Caligiuri) standen als Fünfer-Reihe den blitzartigen Kombinationen Manchesters gegenüber – und ihren Mann: alles, was kam, wurde geblockt oder von Ralf Fährmann gehalten. Fast alles. David Silva düpierte erst Fährmann und erlief dessen schlampigen Pass auf Salif Sané, der prompt den Ball verlor: Sergio Agüero hatte keine Mühe, um sein drittes Tor im Wettbewerb zu erzielen.

Schalke 04 verliert gegen Manchester City

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  • Die Schalker haben im Hinspiel des Achtelfinals der Champions League einen großen Kampf geliefert – und am Ende dennoch verloren.

    Foto: Ina Fassbender
  • Schalkes zweifacher Torschütze Nabil Bentaleb war nach Abpfiff sichtlich enttäuscht.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Große Enttäuschung auch beim Schalker Torhüter Ralf Fährmann

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  • Da ist es passiert: Manchesters Raheem Sterling jubelt über sein spätes Tor zum 3:2.

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  • Zuvor hatte Manchesters Leroy Sane per Freistoß zum 2:2 getroffen.

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  • Manchesters Leroy Sane (l.) erzielt per Strafstoß das Tor zum 2:2 Ausgleich.

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  • Schalkes Suat Serdar (v.l.), Weston McKennie, Nabil Bentaleb und Daniel Caligiuri bedrängen Manchesters Raheem Sterling.

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  • Schalkes Mark Uth (vorn) und Manchesters Fernandinho kämpfen um den Ball.

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  • Kopfballduell zwischen Schalkes Daniel Caligiuri (r.) und Manchesters Raheem Sterling

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  • Schalkes Nabil Bentaleb (r.) erzielt per Elfmeter das Tor zum 2:1 und lässt Manchesters Torwart Ederson (hinten) erneut keine Chance.

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  • Zwischenzeitlicher Jubel in Königsblau: Schalkes zweifacher Torschütze Nabil Bentaleb (r.) jubelt mit Weston McKennie nach dem Elfmeter zum 2:1.

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  • Die Schalker lieferten einen großen Kampf gegen das Team von Pep Guardiola.

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  • Schalkes Salif Sane (oben) und Manchesters Aymeric Laporte versuchen an den Ball zu kommen.

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  • Die Spieler von Manchester jubeln nach dem Tor zum 1:0 mit dem Torschützen Kun Aguero (Rückennummer 10).

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Schalkes Antwort ließ fünf Minuten auf sich warten, doch Mark Uth – ausgerechnet vom gebürtigen Gelsenkirchener Ilkay Gündogan per Fehlpass in Szene gesetzt – verzog aus 17 Metern knapp (25.). Da war es doch, das Lebenszeichen der durchaus couragierten Schalker.

Und es kam noch viel besser: Erst hielt Schiedsrichter Carlos Del Cerro Grande (Spanien) minutenlang Rücksprache mit dem Video-Assistenten, ob er das Handspiel von Manchesters Nicolás Otamendi im Strafraum ahnden sollte, entschied dann auf Strafstoß: Nabil Bentaleb hämmerte den Ball in die Maschen: keine Chance für City-Keeper Ederson. Sechs Minuten später gab’s dann keine Diskussionen: Fernandinho hält Sané, der zweite Strafstoß für Schalke. Und auch der saß. Und wie. Ederson war noch dran, aber Bentaleb hatte den Hammer rausgeholt und drosch das Spielgerät mit aller Wucht in die Maschen. Schalke lag mit 2:1 vorn. Unglaublich, das muss man gesehen haben. Die 54 417 Zuschauer hielt es nicht auf den Sitzen. Mit der Phonzahl eines Düsenjets feierten sie ihr Team – eine wahnsinnige Stimmung im ausverkauften Haus.

Im zweiten Durchgang blieb das Visier offen: Manchester war passsicher und gut strukturiert. Schalke haute sich mit allem rein – und war nach der Gelb-Roten Karte gegen Otamendi (68.) in Überzahl. Davon war allerdings wenig zu sehen. Zielstrebig baute City sein Offensivspiel auf. Schalke kämpfte und rackerte und hatte doch das Nachsehen: Erst hämmerte Sané den Ball in die Maschen, dann setzte Sterling den bitteren Schlusspunkt.

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