Fußball: Bundesliga
Schalkes neuer Trainer David Wagner: „Wir haben viel aufzuholen“

Gelsenkirchen -

David Wagner hatte am Donnerstag seinen ersten öffentlichen Auftritt als Trainer des FC Schalke 04. Zudem soll neues Personal in der Sportlichen Leitung für Aufbruchstimmung und Verbesserungen sorgen. Jetzt fehlen nur noch neue Spieler.

Donnerstag, 27.06.2019, 18:32 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 18:41 Uhr
Kabinengespräch: Der neue Lizenzspieler-Koordinator Sascha Riether (3.v.l.) und Neu-Trainer David Wagner (3.v.r.) sprechen in der Umkleide mit einigen Sportjournalisten.
Kabinengespräch: Der neue Lizenzspieler-Koordinator Sascha Riether (3.v.l.) und Neu-Trainer David Wagner (3.v.r.) sprechen in der Umkleide mit einigen Sportjournalisten. Foto: be

Das Wiedersehen machte David Wagner sichtlich Freude: „Glückauf“, gehört seit einigen Tagen wieder zu seinem Standardgruß. Mit Blick in die große Journalistenrunde am Donnerstagmittag fügte der neue Trainer des FC Schalke 04 nach seiner Rückkehr an alte Wirkungsstätte hinzu: „Oh. Einige von Euch sind aber scheiße alt geworden“. Wagner hatte bis 1997 auf Schalke gespielt, danach als (Junioren-)Trainer in Hoffenheim und beim BVB sowie zuletzt in Huddersfield als Chefcoach gearbeitet und wurde am Donnerstag offiziell in Gelsenkirchen vorgestellt. Mit ihm auch Michael Reschke als Technischer Direktor und Sascha Riether als Koordinator für die Lizenzspielerabteilung. Zudem verstärken Christoph Bühler und Frank Fröhling als Co-Trainer, sowie erstmals in Sascha Lense (kommt von Dynamo Dresden) ein Sportpsychologe das Team. Sportvorstand Jochen Schneider wird zudem von René Grotus von RB Leipzig unterstützt, und Massimo Mariotti (VfB Stuttgart) kümmert sich um die Integration der Neuzugänge.

Welche das sein werden? Neue Spieler wurden nicht vorgestellt, aber: Innenverteidiger Öcan Kabak, um den der FC Bayern wohl buhlte, soll vom VfB Stuttgart kommen (der ehemalige Stuttgarter Reschke hatte selbst eine Ausstiegsklausel in dessen Vertrag eingebaut, die Schalke nun nutzen könnte), sowie Stürmer Benito Raman von Fortuna Düsseldorf. „Es gehört sich nicht über Spieler zu sprechen, die bei anderen Vereinen unter Vertrag sind“, sagte Schneider nur, der selbst seit Anfang Juni offiziell im Amt ist.

Was hatte sich der ehemalige Manager Christian Heidel einst gegen den Vorschlag von Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies gewehrt, die Entscheidungsebene beim Bundesliga-14. der Effizienz wegen zu vergrößern. Nun präsentiert der Club drei Tage vor der Mitgliederversammlung (Sonntag) gleich acht auf einen Streich. Sie soll eines einen: „Malochen statt quatschen“, wie es der Deutsch-US-Amerikaner (Dävid, nicht David – „vorne englisch, hinten deutsch“) Wagner (nicht Wägner) betonte.

Schneider, der neue, starke Mann auf Schalke, war trotz seiner nach außen nüchtern-analytischen Art begeistert vom neuen Coach und dessen offener Art: „Er kann den Laden anzünden.“ Wagner stehe für „nach vorne gerichteten, zweikampforientierten und lauf-intensiven“ Fußball.

Reschke, Schneider, Wagner und Riether: Die Vier auf dem Podium blieben erstaunlich – oder: angesichts des zuletzt 14. Tabellenplatzes nachvollziehbar – zurückhaltend, was die Ziele für die neue Saison angeht. Wagner, danach im persönlichen Kabinengespräch, war ausgesprochen zugänglich: Zusammenhalt soll künftig groß geschrieben werden. „Ich bin ein absoluter Verfechter von Teamgeist. Qualität wird sich entwickeln“, sagte er. „Wir haben noch einiges aufzuholen zu den ersten zehn in der Tabelle.“ Ziele mag auch er nicht definieren: „Das limitiert dich nur.“ Und: „Ich finde es cool, wenn du an 18 Schrauben stellen kannst, statt nur an einer.“ Hört sich nach viel Arbeit an nach der „Ära“ seines Vorgängers Domenico Tedesco. Erwartungsdruck – auf Schalke traditionell in Überdosis vorhanden – begegnet er ablehnend. „Den hatten wir in den letzten drei Jahren, die meisten sind jetzt wohl geläutert“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6728178?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F204%2F1490546%2F
Großer Klimastreik am Freitag
Am Freitag rufen die Veranstalter der „Fridays for Future“-Bewegung zur Großkundgebung, wie hier im Mai 2019, auf.
Nachrichten-Ticker