US-Nationalspielerin
Rapinoe hat keine Lust auf «das beschissene Weiße Haus»

Rennes (dpa) - US-Nationalspielerin Megan Rapinoe hat mit einer abschätzigen Äußerung über das Weiße Haus den amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf den Plan gerufen.

Mittwoch, 26.06.2019, 17:51 Uhr aktualisiert: 26.06.2019, 17:54 Uhr
Frau klarer Worte: Megan Rapinoe.
Frau klarer Worte: Megan Rapinoe. Foto: Alessandra Tarantino

Mit drastischen Worten hatte die Spielführerin deutlich gemacht, dass sie überhaupt keine Lust auf einen Besuch bei Trump habe. Auf die Frage, ob sie sich nach einem möglichen Gewinn des WM-Titels über eine Einladung des US-Präsidenten freuen würde, sagte sie in einem Video-Interviewausschnitt des US-Fußballmagazins «Eight By Eight»: «I'm not going to the fucking White House» (deutsch: «Ich werde nicht in das beschissene Weiße Haus gehen»).

Ohnehin habe sie Zweifel, dass die Mannschaft in Fall eines Titelgewinns eingeladen werde, fügte die 33-Jährige hinzu. In der zuvor erschienenen Print-Ausgabe des Magazins hatte sie den Grund dafür genannt: Trump versuche zu verhindern, dass Teams eingeladen würden, die ihn ablehnten.

Der US-Präsident antwortete per Twitter und lud die Fußballerinnen ins Weiße Haus ein. Er sei ein großer Fan des amerikanischen Teams und des Frauenfußballs. «Aber Megan sollte erst GEWINNEN, bevor sie REDET!» Trump ergänzte: «Bring den Job zu Ende. Wir haben Megan oder das Team noch nicht eingeladen, aber jetzt lade ich das TEAM ein, egal ob es gewinnt oder verliert». Rapinoe solle «unser Land, das Weiße Haus oder die Flagge nicht missachten, insbesondere weil so viel für sie und das Team getan wurde», ergänzte der Präsident. «Sei stolz auf die Fahne, die du trägst. Die USA machen es großartig!»

Die Offensivspielerin, die das US-Team beim 2:1 über Spanien mit zwei Elfmetern ins WM-Viertelfinale geschossen hatte, bezieht immer wieder politisch Stellung und macht sich damit nicht nur Freunde. Im September 2016 hatte sich Rapinoe als eine der ersten weißen Sportlerinnen dem Footballer Colin Kaepernick angeschlossen, der sich aus Protest gegen Polizeigewalt und rassistische Diskriminierung bei der US-Nationalhymne hingekniet hatte.

Inzwischen hat der US-Fußballverband seinen Spielerinnen diese Geste verboten. Rapinoe singt die Hymne jedoch nicht mit und steht mit den Armen hinter dem Rücken da, statt die rechte Hand auf das Herz zu legen, wie es sonst bei US-Sportlern üblich ist.

Rapinoe ist eine Vorkämpferin für eine gleiche Bezahlung von Fußballerinnen, sie hat mit anderen Nationalspielerinnen deswegen den US-Verband verklagt. Im Juni 2018 posierte sie mit ihrer Lebensgefährtin, der Basketballspielerin Sue Bird, als erstes gleichgeschlechtliches Paar nackt auf Videos des Senders und dem Cover des Sportmagazins «ESPN».

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