Copa América
Hände vor dem Gesicht: Messis Team kurz vor dem Desaster

Es sollte doch der Beginn einer glücklicheren Zeit für Lionel Messi im Nationaltrikot werden. Nun aber könnte es nur ein Jahr nach dem bitteren WM-Aus bei der Copa América noch schlimmer kommen. Alles hängt vom Spiel gegen den kommenden WM-Gastgeber ab.

Donnerstag, 20.06.2019, 14:46 Uhr aktualisiert: 20.06.2019, 14:50 Uhr
Deprimiert: Lionel Messi steht mit Argentinien vor dem Aus.
Deprimiert: Lionel Messi steht mit Argentinien vor dem Aus. Foto: Natacha Pisarenko

Belo Horizonte (dpa) - Lionel Messi schlug sich die Hände vors Gesicht, als wolle er selbst es nicht mehr sehen. Der erhoffte Neuanfang im Trikot der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft droht zum erneuten Desaster für den Superstar zu werden.

Messi weiß, worum es am kommenden Sonntag und damit einen Tag vor seinem 32. Geburtstag geht. «Wir müssen weiter nach einer Mannschaft suchen und uns verbessern. Wir haben nicht mehr viel Zeit», sagte der Kapitän nach dem 1:1 im brasilianischen Belo Horizonte gegen Paraguay.

Messi und seiner Mannschaft droht das Vorrunden-Aus bei der Cop-América - Gruppenletzter mit einem mickrigen Punkt. Den Auftakt gegen Kolumbien hatte Argentinien mit 0:2 verloren. Und gegen Paraguay stand die Mannschaft auch kurz vor einer Niederlage: Immerhin rettete Keeper Franco Armani das Remis, als er einen Strafstoß der Paraguayer beim Stand von 1:1 parierte. Zuvor hatte Messi in der 57. Minute einen Handelfmeter nach Video-Beweis verwandelt.

Mit den Fingern formte er anschließend ein Herz in die Kameras. Die Liebe der Argentinier zu ihrer Nationalmannschaft wird aber auch unter Coach Lionel Scaloni nun auf eine harte Probe gestellt. «Es gibt keinen Plan, es gibt keine Ideen, es sieht nicht aus wie eine Mannschaft», schrieb das Sportblatt «Olé» und forderte: «Hört auf mit dem Leiden.» Diese Mannschaft leiste sich «absurde Fehler», schrieb «Clarín».

Alles hängt vom kommenden Spiel in Porto Alegre gegen den künftigen WM-Gastgeber Katar ab. «Wir müssen ruhig bleiben, wenn nicht, dann wird es schwierig», sagte Coach Scaloni: «Wir haben Glück, dass wir noch am Leben sind.» Seit knapp einem Jahr ist er im Amt, zunächst nur als Interimscoach, ehe er im November 2018 zum Cheftrainer ernannt wurde. Ein frühes Copa-Aus könnte auch ihn persönlich treffen.

Kolumbien ist auf Platz eins der Gruppe B mit sechs Punkten aus zwei Spielen außer Reichweite und bereits eine Runde weiter. Paraguay ist Zweiter mit zwei Zählern, die ersten beiden qualifizieren sich direkt für die K.o.-Runde. Auf Platz drei liegt Katar, dann folgt Argentinien.

1993 gewann die Albiceleste zum 14. und bislang letzten Mal die Copa América - in den beiden vergangenen Turnieren scheiterte Messi immerhin erst im Endspiel, beide Male im Elfmeterschießen gegen Chile. Nach dem verloren Finale 2016 war er zunächst aus der Nationalmannschaft zurückgetreten.

Was mit Messi bei einem Vorrunden-Aus passiert, ist offen. Aber vielleicht stellt sich die Frage auch gar nicht, ob Messi noch eine weiteres Mal bei einer WM seine Titelsehnsucht erfüllen will. Die Zeitung «La Nación» meldete allein an der Qualifikation ernsthafte Zweifel an: «Das Unentschieden gegen Paraguay hat gezeigt, wie weit diese Truppe von einer Mannschaft entfernt ist.»

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