Istanbul-Neuzugang
Özil: «Gott wollte, dass ich für Fenerbahce spiele»

Istanbul (dpa) - Der ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler Mesut Özil hat sich nach seinem Wechsel zu Fenerbahce Istanbul mit viel Pathos zu seinem neuen Verein bekannt.

Dienstag, 19.01.2021, 10:59 Uhr aktualisiert: 19.01.2021, 11:01 Uhr
Wird in der Türkei mit offenen Armen empfangen: Fenerbahce-Neuzugang Mesut Özil.
Wird in der Türkei mit offenen Armen empfangen: Fenerbahce-Neuzugang Mesut Özil. Foto: Str

«Ich bin sehr froh darüber, in die Türkei zu kommen und das Trikot meiner Kindheitsmannschaft tragen zu können», sagte er dem türkischen Fernsehsender NTV. «Gott wollte, dass ich für Fenerbahce spiele. Ich werde das Trikot mit Stolz tragen und alles für das Team geben», sagte Özil , dessen Vertrag nach Information der «Bild» bis 2024 laufen soll. Aus Kreisen Özils hieß es dagegen, er habe noch nicht unterschrieben. Es werde aber über einen Vertrag bis 2024 verhandelt.

«Mesut wird angehimmelt und das nicht nur von Fenerbahce-Anhängern. Die ganze Türkei freut sich auf Mesut», sagte Ex-Profi Erdal Keser bei Sport1 . «Mesut war natürlich längere Zeit außer Gefecht, aber zum jetzigen Zeitpunkt zu einem Verein zu wechseln, bei dem er mit offenen Armen aufgenommen wird, war sportlich absolut richtig», ergänzte der 59 Jahre alte Ex-Nationalspieler und frühere Profi von Borussia Dortmund.

Özils Wechsel sei in der jüngeren Zeit «einer der größten Transfers in die Türkei», sagte Keser. Finanziell werde Özil Abstriche machen müssen, ergänzte er. «Er wird nicht wenig verdienen, aber nur einen Teil dessen, was er bei Arsenal bekommen hat».

In den vergangenen Jahren habe man «immer alle Schuld auf seinem Rücken abgeladen, wenn es nicht lief - sei es in der Nationalmannschaft oder zuletzt auch bei den Gunners». Obwohl er nie für die türkische Nationalelf gespielt habe, seien alle Türken sehr glücklich, «so einen Landsmann zu haben, der in der Welt den türkischen Gedanken lebt», unterstrich Keser. Man sehe darüber hinweg, «dass er für ein anderes Land gespielt hat, sich jetzt aber fast schon als türkischer Staatsbürger ausgibt. So negativ es auch ankam, so deutlich war seine Positionierung mit dem türkischen Präsidenten Erdogan.»

Özil war vor der WM 2018 in die Kritik geraten, als er sich gemeinsam mit dem Staatschef Recep Tayyip Erdogan ablichten ließ. Drei Monate später trat er aus der deutschen Nationalmannschaft zurück, kritisierte den DFB und prangerte Rassismus an. Keser geht davon aus, dass Özil demnächst die türkische Staatsbürgerschaft annehmen wird.

© dpa-infocom, dpa:210119-99-80911/6

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