Fußball-WM 2022: Umfrage unter heimischen Sportlern
"Es geht nur um Profit"

Mit der Weltmeisterschaft die – ansonsten – fußballfreie Zeit in der Sommerpause versüßen? Das wird im Jahr 2022 wohl nicht möglich sein. Stattdessen steigt das Finale der Fußball-WM in Katar kurz vor Weihnachten. Nicht vorstellbar? Wir haben uns bei Trainern und Funktionären der Region umgehört.

Freitag, 27.02.2015, 11:02 Uhr

Fußball-WM 2022: Umfrage unter heimischen Sportlern : "Es geht nur um Profit"
Stefan Henning von der SG Telgte Foto: Taucher

Stefan Henning (Trainer der Bezirksliga-Männer der SG Telgte): „Bis 2022 ist sicherlich noch genügend Zeit, um alles zu organisieren. Aber dass Fifa-Präsident Joseph Blatter so was durchdrückt, zeigt mir, wie korrupt der ist. Das ist unfassbar. Es wird Zeit, dass Blatter von der Bildfläche verschwindet.“

Frank Schlichter (Trainer der Westfalenliga-Damen des BSV Ostbevern ): „Ich kann mir das nicht vorstellen. Da hängt ja auch viel mehr mit dran, beispielsweise der Wintersport. Ich weiß nicht, wie das im Verhältnis dazu steht, dass Katar unbedingt die WM ausrichtet. Die Fifa hätten sich schon bei der Vergabe Gedanken darüber machen müssen und nicht erst jetzt.“

Ralf Hohmann (Trainer der B-Liga-Männer von Ems Westbevern): „Ich persönlich finde das nicht so gut. Public Viewing ist im Sommer optimal, für mich gehört die Fußball-WM in den Sommer. Das hat ja auch Auswirkungen auf die Ligen, auch die Amateurligen. Aber eine WM im Sommer ist in Katar definitiv nicht machbar, das ist den Spielern nicht zumutbar. Das hätte man aber bei der Vergabe schon berücksichtigen müssen.“

Jens Rottmann (Sportlicher Leiter der SG Telgte): „Das ist mal was anderes. Wir können es eh nicht ändern. Vielleicht sorgt das für ein anderes Flair, wenn man auf dem Weihnachtsmarkt Fußball guckt. Das wird man nicht so oft erleben. Für die Spieler ist das natürlich gut, die können nicht bei 50 Grad spielen.“

Sven Frommer (Trainer der B-Liga-Männer des BSV Ostbevern): „Es gab schon vorher viele Argumente gegen die WM in Katar, und das ist das nächste. Die europäischen Verbände müssen mal mobil machen, die haben das meiste Geld. Die Fußballkultur geht verloren, die wurde an die Fifa verkauft. Es geht nur um Profit. Auch der Wintersport muss darunter leiden. Die Vergabe war ein Riesenfehler.“

Sebastian Wende (Trainer der Bezirksliga-Damen der SG Telgte): „Ich habe mir da noch nicht so viele Gedanken drüber gemacht. Als Fan finde ich es nicht so schön, im Winter auf dem Weihnachtsmarkt Fußball zu gucken. Wenn es regnet oder schneit, bei Minusgraden, dann ist das ein Stimmungskiller. Wenn das Public Viewing in die Halle verlegt wird, dann sieht die Sache noch mal anders aus. Aus Sicht der Sportler ist es vernünftig.“

Jürgen Roreger (Trainer der Kreisliga-Damen des Ems Westbevern): „Es war schon lächerlich, die WM nach Katar zu vergeben. Von der Entscheidung, sie in den Winter zu verlegen, ist ja auch der gesamte Amateurbereich indirekt betroffen. Ich finde es unglücklich, die Titelkämpfe in den Winter zu verlegen, aber im Sommer ist das bei den Temperaturen in Katar ja gar nicht möglich.“

Marco Antwerpen (Fußballtrainer aus Seppenrade): "Ich finde, darüber gibt es im Moment zu viel Aufregung. Die WM findet erst in sieben Jahren statt. Und wenn schon so eine Entscheidung getroffen wird, die Weltmeisterschaft in Katar auszurichten, ist eigentlich von vornherein klar, dass das nur im Winter funktionieren kann.

Mathias Baer (Tennis TC 77 Seppenrade): "Ich finde die Entscheidung nachvollziehbar, das Turnier wegen der hohen Temperaturen in Katar nicht im Sommer stattfinden zu lassen. Die Gesundheit der Spieler sollte die höchste Priorität haben. Aber natürlich wäre es nicht so schön, wenn die Spielpläne der Ligen in Deutschland durch die Winter-WM durcheinandergerieten."

Helmut Weitkamp (Sportkegler BW Ottmarsbocholt): "Ich halte von der WM im Winter überhaupt nichts, weil ich schon von der Entscheidung, das Turnier überhaupt an ein Land wie Katar zu vergeben, nie etwas gehalten habe. Man muss jetzt abwarten, wie die Leute das annehmen. Vielleicht erleben wir ja doch eine Weltmeisterschaft mit Glühwein."

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