Fußball: Länderspiel
Reus macht der DFB-Elf Hoffnung

Wolfsburg -

Der Routinier unter den Feldspielern brachte so etwas wie die Wende. Marco Reus trug beim 1:1 gegen Serbien dazu bei, dass die deutsche Mannschaft nach der Pause wesentlich stringenter auftrat. Nun blicken der 29-Jährige und seine Kollegen auf die EM-Qualifikation.

Donnerstag, 21.03.2019, 15:26 Uhr aktualisiert: 21.03.2019, 15:48 Uhr
Erst mit der Einwechselung von Marco Reus steigerte sich die DFB-Auswahl.
Erst mit der Einwechselung von Marco Reus steigerte sich die DFB-Auswahl.

Als Marco Reus kam, änderte sich die Statik der deutschen Nationalelf. Das hastige und unkoordinierte Offensivspiel bekam eine Kontur, auch die Defensive wurde stabiler, mit ihm steigerte sich alles, es ging in eine bessere Richtung. Länderspiel Nummer 38 machte deutlich, das der nun schon 29 Jahre alte Angreifer in dieser Mannschaft eine Anführerrolle einnehmen kann. Vielleicht sogar muss, es gibt nicht so viele Alternativen. Der Abend war auch dank des Kapitäns von Borussia Dortmund gerettet worden, dieses 1:1 gegen Serbien ging so gerade noch durch. Zumindest kein totaler Flop beim Einstieg in das Länderspieljahr 2019. Puh.

Doch der oft verletzte Reus, der sonst vermutlich schon viel mehr Einsätze im Nationaldress auf dem Buckel hätte, wollte sich damit nicht begnügen, ein paar Schnipsel Fußballglück reichen ihm nicht. Er sollte eigentlich nur ein paar Minuten am Ende spielen, ein Warm-Up für die nächste Aufgabe – dann wurde es fast eine Hälfte. Löw musste reagieren, weil seine verjüngte Auswahl (24,66 Jahre im Durchschnitt) gegen auf Konter spezialisierte Serben vieles falsch machte.

„Mir ist das am Ende zu wenig. Wir wussten, dass nicht alles klappen würde. Es bleibt noch viel zu verbessern“, referierte Reus nach der Partie in Wolfsburg. Und: „Gegen die Niederlande müssen wir sofort da sein und von Anfang an mehr Körpersprache auf den Platz bekommen.“ Am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) steht der Auftakt der EM-Qualifikation in Amsterdam auf dem Programm. Wobei der Spannungsbogen der „Quali“ ein überschaubarer sein dürfte.

Gündogan Aushilfskapitän

„Ich war stolz in diesem Moment und habe die Kapitänsbinde mit Respekt von Manuel Neuer angenommen.“ Ilkay Gündogan (Manchester City) war erstmals deutscher Kapitän, als Neuer seinen Platz im Tor für Marc-André ter Stegen räumte. Ausgerechnet Gündogan, dachten seine Kritiker. Im Vorjahr stand er im Zentrum der „Erdogan-Affäre“, distanzierte sich im Gegensatz zu Mesut Özil (FC Arsenal) aber von dem Treffen und der damit verbundenen politischen Dimension. Das extrem negativ besetzte Thema trug sich durch die missratene WM der DFB-Auswahl. „Es ist eine kuriose Wende, nach alldem, was in den letzten Monaten so passiert ist“, flüsterte Gündogan später fast schon ergriffen. Die Übernahme der Kapitänsbinde wurde für ihn zum rituellen Akt. Bemerkenswert.

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Denn in der Fünfer-Gruppe erreichen die beiden erstplatzierten Teams die Endrunde. Deutschland (Weltranglistenplatz 16) konkurriert mit den Niederlanden (14) sowie Nordirland (36), Weißrussland (78) und Estland (56). Dem Umbruch der deutschen Mannschaft, der Transformation vom Prügelknaben der WM 2018 zum Titelkandidaten 2020 dürfte das gar nichts anhaben.

Zumal Reus ja in der Form seines Lebens zu sein scheint. Er riss die Partie gegen Serbien, dieses erste durchwachsene Länderspiel des neuen Jahres, an sich. Mit ihm gehörte der ebenfalls eingewechselte Leon Goretzka zu den wenigen „Gewinnern“ auf Seiten der Gastgeber. Durch sein Ausgleichstor in der zweiten Hälfte fiel Ballast ab, es war eine Befreiung. Der Mittelfeldspieler von Bayern München dozierte später über das Wie und Warum: „In der ersten Hälfte haben wir zu viel in die Räume gespielt, die zu wenig Ertrag gebracht haben.“ Aha. Er zuckte mit den Schultern, rang nach Worten, als ihm die Frage gestellt wurde, ob er am Sonntag in Amsterdam mit einem Remis leben könne: „Na ja, wir wollen schon gewinnen.“ Allerdings muss da vor allem die taumelnde Innenverteidigung mit Niklas Süle und Jonathan Tah anders liefern.

Bei Goretzka klang nicht gerade der Brustton voller Überzeugung durch. Vielleicht stand er auch unter dem Einfluss der über weite Strecken ziemlich mauen Stimmung im Wolfsburger Stadion, erst sein Treffer zum 1:1 brachte etwas Rabatz in die Bude. Kurz flackerte dann sogar Spitzbübigkeit bei Goretzka auf, als er ob der Pfiffe und zeitweiliger Bezirksportanlagen-Atmosphäre vermutete: „Das kennt man doch aus Wolfsburg, oder?“

Nein, den Stimmungskiller mit Bezug auf die VW-Stadt wollte er nicht auf die Spitze treiben. Man müsse wieder turbulent spielen, das würde Begeisterung wecken, „dann kommt auch das Publikum wieder.“ Es gibt noch einiges zu tun.

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