2. Liga
Ganz zur Freude der Konkurrenz: Spitzenreiter HSV patzt

Zweitliga-Spitzenreiter HSV patzt, Bielefeld schließt auf, Stuttgart siegt. Als vierter Cheftrainer der Saison muss Slomka seinen Platz in Hannover räumen. Zuvor erwischte es schon Meyer, Dutt und Schubert.

Sonntag, 03.11.2019, 16:44 Uhr aktualisiert: 03.11.2019, 16:46 Uhr
Der Hamburger SV kam in Wiesbaden nicht über ein 1:1 hinaus.
Der Hamburger SV kam in Wiesbaden nicht über ein 1:1 hinaus. Foto: Uwe Anspach

Düsseldorf (dpa) - Spitzenreiter Hamburger SV hat sich am 12. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga einen schmerzhaften Ausrutscher beim SV Wehen Wiesbaden geleistet.

Trotz einer 1:0-Führung kam das Team von Trainer Dieter Hecking nicht über ein 1:1 beim bis dato Tabellenletzten aus Hessen hinaus, weil Törles Knöll in der Nachspielzeit (90.+1) noch der Ausgleich gelang.

«Aus unserer Sicht ist das ein unbefriedigender Nachmittag. Nach dem 1:0 hat man gesehen, dass wir das 2:0 verpasst haben. Wenn du eine Vielzahl von klaren Chancen liegen lässt, ist es meistens so, wie es kommt. Am Ende hat man gesehen, dass uns ein Stück weit die Reife fehlt», sagte Hecking nach der Partie, die der HSV nach dem Platzverweis gegen Wiesbadens Stefan Aigner (57.) zudem lange in Überzahl bestritt.

Arminia Bielefeld ist nach dem 2:1 (1:0) gegen Holstein Kiel nun punktgleich mit dem HSV Zweiter. Auf Rang drei mit nun zwei Zählern Rückstand auf das Spitzenduo liegt der VfB Stuttgart, der zu einem 3:1 (2:0) gegen Dynamo Dresden kam, in Lauerstellung.

Zuvor hatte sich Hannover 96 von Trainer Mirko Slomka getrennt. Nach nur 125 Tagen in seiner zweiten Amtszeit musste der 52-Jährige seinen Platz schon wieder räumen. Der Bundesliga-Absteiger aus Niedersachsen zog zwei Tage nach dem dürftigen 1:1 gegen Sandhausen die Konsequenzen aus der bisher enttäuschenden Spielzeit.

Slomka ist nach Daniel Meyer (Erzgebirge Aue), Robin Dutt (VfL Bochum) und André Schubert (Holstein Kiel) bereits der vierte Cheftrainer, der im Laufe der Saison von seinen Aufgaben entbunden wurde. «Leider ist es nicht gelungen, die Entwicklung der Mannschaft so voranzutreiben, wie wir es uns gewünscht haben», sagte 96-Sportdirektor Jan Schlaudraff. «Insbesondere sechs Heimspiele ohne einen einzigen Sieg sind unterm Strich einfach zu wenig.» Wer die Nachfolge von Slomka antritt, stand am Sonntag noch nicht fest.

Während Hannover im unteren Mittelfeld herumdümpelt, liefern sich drei andere Ex-Bundesligaclubs an der Spitze einen spannenden Kampf um die Aufstiegsränge. Bielefeld setzte mit dem Sieg gegen Kiel seinen Erfolgsweg fort und profitierte vom Fehltritt des HSV. Der Ex-Wiesbadener David Kinsombi (49.) hatte das Hecking-Team in Führung geschossen, ehe Knöll seiner Elf einen wichtiges Zähler rettete. «Wir wollten die drei Punkte mitnehmen», sagte Kisombi bei Sky enttäuscht. «Deswegen ist es schade, dass wir zwei Punkte liegengelassen haben.»

Nachdem vermutlich Neonazis an den Eingängen der Schüco-Arena «unzähliges rechtes Flyermaterial» abgelegt hatten, kamen mehr als 100 Arminia-Fans vor der Partie einem Aufruf des Clubs nach und halfen bei einer gemeinsamen Aufräumaktion. «Lasst uns zusammen unter dem Motto 'Reinigen gegen Rechts' zeigen, dass rechtes Gedankengut und Nazis bei uns keinen Platz haben», hatte die Arminia appelliert.

Stuttgart setzte sich nach einem Eigentor des Dänen Brian Hamalainen (3. Minute) sowie Treffern von Santiago Ascacibar (38.) und Silas Wamangituka (84.) mit 3:1 gegen Dresden durch. Die Sachsen fielen durch die eigene Niederlage und den Punktgewinn von Wiesbaden auf den letzten Platz zurück und sind akut abstiegsbedroht. Am Montag (20.30 Uhr) kann der Tabellen-17. VfL Bochum mit einem Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg maximal auf den Relegationsrang 16 klettern.

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