2. Liga 24. Spieltag
Bielefeld auf Aufstiegskurs - Verfolger VfB und HSV patzen

Seit dem Abstieg im Jahr 2009 kann Bielefeld nur von der Bundesliga träumen. Das könnte sich schon bald ändern. Denn die Arminia führt die Zweiliga-Tabelle souverän an. Dagegen zeigen zwei Aufstiegsfavoriten Nerven.

Sonntag, 01.03.2020, 16:24 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 16:28 Uhr
Bielefelds Cedric Brunner (M) und Jonathan Clauss (r) bedrängen im Kampf um den Ball mit Daniel-Kofi Kyereh (l) aus Wiesbaden.
Bielefelds Cedric Brunner (M) und Jonathan Clauss (r) bedrängen im Kampf um den Ball mit Daniel-Kofi Kyereh (l) aus Wiesbaden. Foto: Friso Gentsch

Düsseldorf (dpa) - Souveräner Tabellenführer, schwächelnde Verfolger - Arminia Bielefeld ist der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga einen großen Schritt nähergekommen.

Nach Patzern gleich aller drei Verfolger VfB Stuttgart, Hamburger SV und 1. FC Heidenheim nutzte der Zweitliga-Primus am 24. Spieltag die Gunst der Stunde. Dank des 1:0 (0:0) über den Vorletzten Wehen Wiesbaden beträgt der Vorsprung auf Relegationsplatz drei bereits neun Punkte. Vor 22.373 Zuschauern in Bielefeld sorgte Torjäger Fabian Klos (74.) am Sonntag für den hart erkämpften Erfolg.

«Es war ein erlösendes Gefühl», kommentierte Matchwinner Klos beim TV-Sender Sky seinen 16. Saisontreffer. Nicht nur die Tabellenführung, sondern auch die jüngste Bilanz mit 16 von 18 möglichen Punkten im Jahr 2020 lässt die Arminen vom achten Aufstieg in das Fußball-Oberhaus träumen. Doch das 1:0 über Wiesbaden fiel schwerer als erwartet. «Nach den Ergebnissen gestern sind alle von einem klaren Sieg für uns ausgegangen. Aber wir waren heute viel zu kompliziert», bekannte Klos.

Anders als in Bielefeld gerät das Projekt Wiederaufstieg bei den Topfavoriten aus Stuttgart und Hamburg in Gefahr. Erstmals unter der Regie des neuen Trainers Pellegrino Matarazzo, der mit vier Siegen und einem Remis einen glänzenden Liga-Einstand gefeiert hatte, musste der VfB beim 0:2 (0:0) in Fürth eine Niederlage hinnehmen. Bei allem Ärger über die schwache Chancenverwertung spendete die Niederlage der drei Punkte schlechteren Hamburger am Samstag Trost. «Es ist angenehmer, als mit einem HSV-Sieg auf die Tabelle zu gucken», kommentierte Sportdirektor Sven Mislintat. Als Mutmacher für das Topduell am 9. März gegen Bielefeld taugte der Auftritt jedoch nicht.

Beim HSV erinnert derzeit viel an den missratenen Aufstiegskampf im Vorjahr. Erneut scheint das seit nunmehr drei Partien sieglose Team in der entscheidenden Saisonphase nicht nervenstark genug zu sein. Wie schon bei der Derby-Niederlage eine Woche zuvor gegen St. Pauli (0:2) blieben auch beim 0:3 (0:1) in Aue viele Wünsche offen. «Wir befinden uns in einer sportlichen Krise. Es gilt, das schnell umzudrehen», sagte Bernd Hoffmann. Der Vorstandsvorsitzende stellte sich aber vor Trainer Hecking und Sportvorstand Jonas Boldt: «Die sportliche Leitung hat unsere Rückendeckung. Wir sind froh, dass wir so einen erfahrenen Trainer wie Dieter Hecking haben.»

Nur der Schützenhilfe der Darmstädter war es zu verdanken, dass der 1. FC Heidenheim nicht mit den Hamburgern nach Punkten gleichzog. Das 0:2 (0:2) des Tabellenvierten am Böllenfalltor rundete den gebrauchten Tag für die Aufstiegsaspiranten ab. Heidenheim verschlief die Anfangsphase, in der Serdar Dursun (11.) und Mathias Honsak (16.) für die Lilien trafen. Das Team des am Saisonende scheidenden Trainers Dimitrios Grammozis feierte damit den vierten Sieg in Serie und ist nun seit neun Spielen ungeschlagen.

In den beiden weiteren Sonntagsspielen kam der VfL Bochum trotz der drei Treffer von Danny Blum (6./Foulelfmeter/9./49.) nicht über ein 4:4 (2:2) gegen den SV Sandhausen hinaus. Weiter im Aufwind ist dagegen der FC St. Pauli. Eine Woche nach dem Derbysieg über den HSV gelang ein 3:1 (2:0) gegen den VfL Osnabrück. «Es war ganz wichtig, dass wir nach dem Derby noch mal nachgelegt haben», sagte Abwehrspieler Marvin Knoll. Abgeschlossen wird der Spieltag am Montag (20.30 Uhr) mit der Partie Hannover 96 gegen Holstein Kiel.

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