Handball-WM: Hauptrunde
Kroaten lassen Dampf ab

Berlin -

Im Handball ist es nicht unüblich, dass zum Ende hin, wenn es eng und knifflig wird, über Schiedsrichter diskutiert wird. Bis zur Schlussphase haben sich Sportler und Funktionäre in der Regel gut im Griff, Richtung Entscheidungsfindung verfliegen manchmal die guten Sitten. 

Dienstag, 22.01.2019, 17:50 Uhr aktualisiert: 22.01.2019, 18:10 Uhr
Handball-WM: Hauptrunde: Kroaten lassen Dampf ab
Kroatiens Trainer Lino Cervar reagiert während des Spiels. Foto: Marius Becker/dpa

Die Kroaten ärgerten sich am Montag über eine Szene etwa 50 Sekunden vor Schluss. Deutschland führte 21:20, als die dänischen Referees Martin Gjeding und Mads Hansen ein Stürmerfoul von Igor Karacic an Jannik Kohlbacher gaben. Damit war der Weg frei für den Sieg des Gastgebers, der Gegner war draußen.

„Die Schiedsrichter haben sich nicht fair verhalten“, so Coach Lino Cervar. „In 45 Jahren Trainertätigkeit habe ich so etwas noch nicht erlebt. Der olympische Gedanke wurde beschmutzt.“ Der fatale Pfiff am Ende war in der Tat zweifelhaft, gerade im ersten Durchgang fielen viele der zahlreichen Eingriffe allerdings eher zugunsten der Kroaten aus.

So durfte etwa Kreisläufer Zeljko Musa oft ungestraft um sich schlagen, während Hendrik Pekeler auf deutscher Seite relativ früh und hart sanktioniert wurde (zwei Zeitstrafen). Top-Spieler Domagoj Duvnjak, der lange Zeit unsichtbar blieb und kaum Würfe nahm, schimpfte dennoch: „Wer immer noch an die Ehrlichkeit auf diesem Spielniveau glaubt, der glaubt auch an die Zahnfee.“

Handball-WM Deutschland-Kroatien 22:21

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  • Deutschland jubelt, Kroatien am Boden: Mit einem 22:21-Sieg hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft den Einzug ins WM-Halbfinale perfekt gemacht. Kroatien dagegen hat keine Chance mehr auf den Titel.

    Foto: Marius Becker
  • Torwart Andreas Wolff (r.) umarmt Rückraumspieler Fabian Wiede, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde.

    Foto: Marius Becker
  • 19.250 Zuschauer in der erneut vollen Lanxess Arena in Köln bejubeln – von den kroatischen Fans mal abgesehen – die deutsche Mannschaft.

    Foto: Federico Gambarini
  • Die Mannschaft von Trainer Christian Prokop ist durch den Sieg vorzeitig fürs WM-Halbfinale qualifiziert. Im letzten Hauptrunden-Spiel gegen Spanien (Mittwoch, 20.30 Uhr) können sie sich eine Niederlage erlauben.

    Foto: Marius Becker
  • Schockmoment: Früh im Spiel muss Deutschlands Spielmacher Martin Strobel verletzt raus.

    Foto: Federico Gambarini
  • Ohne große Gegnereinwirkung war der 32-Jährige umgeknickt und hat sich einen Kreuzbandriss und einen Innenbandriss im linken Knie zugezogen. Er fällt für den Rest des Turniers aus.

    Foto: Marius Becker
  • In der von Beginn an umkämpften Partie verdiente sich vor allem die erneut auf allerhöchstem Niveau agierende deutsche Defensive eine Bestnote.

    Foto: Federico Gambarini
  • Im Angriff haperte es dagegen. Deutschland leistete sich viele Fehlwürfe und scheiterte oft am starken kroatischen Torwart Marin Sego.

    Foto: Federico Gambarini
  • Das Spiel blieb lange Zeit ausgeglichen. Zur Pause stand es 11:11.

    Foto: Marius Becker
  • Dank zupackender Arbeit von Abwehrchef Patrick Wiencek und seinen Nebenmannen gelang es Deutschland, in der zweiten Halbzeit einen Vorsprung herauszuspielen.

    Foto: Federico Gambarini
  • Kroatiens Star Domagoj Duvnjak gelang gegen die starke deutsche Deckung nicht viel.

    Foto: Marius Becker
  • Auf der Gegenseite haperte es Mitte der zweiten Hälfte aber auch im deutschen Angriff.

    Foto: Federico Gambarini
  • Nach einer 18:15-Führung vergaben die Deutschen Chance um Chance.

    Foto: Marius Becker
  • Drei Minuten vor Schluss besorgte Igor Karacic die Führung für Kroatien: 20:19!

    Foto: Marius Becker
  • Doch Rückraum-Schütze Steffen Fäth glich postwendend aus.

    Foto: Federico Gambarini
  • Dann gelang Deutschlands Torwart Andreas Wolff eine seiner zahlreichen starken Paraden. Er leitete den Tempo-Gegenstoß ein, Hendrik Pekeler verwandelte:

    Foto: Marius Becker
  • Kroatiens Trainer Lino Cervar hadert mit einem Pfiff des Schiedsrichters: Der hatte ein Stürmerfoul der Kroaten gesehen, Ballbesitz Deutschland in der letzten Minute.

    Foto: Marius Becker
  • Und Uwe Gensheimer trifft zum 22:20 für Deutschland.

    Foto: Federico Gambarini
  • Kroatien gelingt noch der 21:22-Anschlusstreffer, doch dann ist Schluss.

    Foto: Marius Becker
  • Geschafft! Mit dem Sieg zieht Deutschland ins WM-Halbfinale ein.

    Foto: Federico Gambarini
  • Die Handballer genossen nach dem Sieg die Atmosphäre in der Kölner Arena. „Das war heute eine ganz harte Prüfung“, sagte Bundestrainer Prokop, „so eine Drucksituation zu bestehen, darauf bin ich unheimlich stolz.“

    Foto: Federico Gambarini
  • Das Halbfinale findet in Hamburg statt. Gegner am Freitag (20.30 Uhr, ARD) wird Dänemark, Schweden oder Norwegen sein.

    Foto: Federico Gambarini
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