Handball-WM: Hauptrunde
Groetzki wartet auf Leistungsexplosion - Suton für verletzten Strobel nachnominiert

Köln -

Die Tragik um Martin Strobel wurde am Dienstag zum Geschenk für Tim Suton. Der Spielmacher des TBV Lemgo, der erst kurz vor WM-Beginn als einer von zwei Akteuren noch aus dem deutschen Aufgebot gestrichen wurde, rückt für die letzten drei Partien nach. 

Dienstag, 22.01.2019, 17:50 Uhr aktualisiert: 22.01.2019, 18:09 Uhr
Patrick Groetzki hat bisher noch nicht richtig ins Turnier gefunden. Für Martin Strobel wurde aber positionsgetreu Tim Suton (kleines Bild) nachnominiert und keine Rechtsaußen-Konkurrenz.
Patrick Groetzki hat bisher noch nicht richtig ins Turnier gefunden. Für Martin Strobel wurde aber positionsgetreu Tim Suton (kleines Bild) nachnominiert und keine Rechtsaußen-Konkurrenz. Foto: AFP

Gleichzeitig kommunizierte der DHB die niederschmetternde Diagnose für seinen Routinier, der gegen Kroatien nach einem Schlag von Luka Stepancic an seinen Hals unglücklich mit dem Knie weggeknickt war: Er hat einen Riss des vorderen Kreuzbands erlitten und dazu auch einen am Innenband. Wie bitter, im Übrigen auch für Zweitliga-Spitzenreiter TBW Balingen-Weilstetten, für den der 32-Jährige spielt.

Seine Nominierung hatte daher nicht jeder verstanden, doch Strobel spielte bisher ein ordentliches Turnier, gegen Frankreich hatte er beim 25:25 seinen besten Auftritt. Vom Team verabschiedete er sich noch am Montag emotional. „Er hat sich trotz der schlimmen Diagnose vor die Truppe gestellt und sich für die geile Zeit bedankt. Das hat absolute Größe in diesem schweren Moment“, erzählte Bundestrainer Christian Prokop.

Reichmann nach wie vor ein Thema

In die Bresche springen müssen im Aufbau nun andere. Vor allem Paul Drux, der abgesehen von der jüngsten Partie eine starke WM spielt, und Fabian Wiede, der mit 24 Assists die interne Vorbereiter-Wertung meilenweit anführt. Rücken sie in die Mitte, werden aber auf den Halbpositionen die Alternativen weniger. Das Duo von den Füchsen Berlin kam in der Regisseur-Rolle bereits oft zum Einsatz, auch in diesen Tagen.

Handball-WM Deutschland-Kroatien 22:21

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  • Deutschland jubelt, Kroatien am Boden: Mit einem 22:21-Sieg hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft den Einzug ins WM-Halbfinale perfekt gemacht. Kroatien dagegen hat keine Chance mehr auf den Titel.

    Foto: Marius Becker
  • Torwart Andreas Wolff (r.) umarmt Rückraumspieler Fabian Wiede, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde.

    Foto: Marius Becker
  • 19.250 Zuschauer in der erneut vollen Lanxess Arena in Köln bejubeln – von den kroatischen Fans mal abgesehen – die deutsche Mannschaft.

    Foto: Federico Gambarini
  • Die Mannschaft von Trainer Christian Prokop ist durch den Sieg vorzeitig fürs WM-Halbfinale qualifiziert. Im letzten Hauptrunden-Spiel gegen Spanien (Mittwoch, 20.30 Uhr) können sie sich eine Niederlage erlauben.

    Foto: Marius Becker
  • Schockmoment: Früh im Spiel muss Deutschlands Spielmacher Martin Strobel verletzt raus.

    Foto: Federico Gambarini
  • Ohne große Gegnereinwirkung war der 32-Jährige umgeknickt und hat sich einen Kreuzbandriss und einen Innenbandriss im linken Knie zugezogen. Er fällt für den Rest des Turniers aus.

    Foto: Marius Becker
  • In der von Beginn an umkämpften Partie verdiente sich vor allem die erneut auf allerhöchstem Niveau agierende deutsche Defensive eine Bestnote.

    Foto: Federico Gambarini
  • Im Angriff haperte es dagegen. Deutschland leistete sich viele Fehlwürfe und scheiterte oft am starken kroatischen Torwart Marin Sego.

    Foto: Federico Gambarini
  • Das Spiel blieb lange Zeit ausgeglichen. Zur Pause stand es 11:11.

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  • Dank zupackender Arbeit von Abwehrchef Patrick Wiencek und seinen Nebenmannen gelang es Deutschland, in der zweiten Halbzeit einen Vorsprung herauszuspielen.

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  • Kroatiens Star Domagoj Duvnjak gelang gegen die starke deutsche Deckung nicht viel.

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  • Auf der Gegenseite haperte es Mitte der zweiten Hälfte aber auch im deutschen Angriff.

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  • Nach einer 18:15-Führung vergaben die Deutschen Chance um Chance.

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  • Drei Minuten vor Schluss besorgte Igor Karacic die Führung für Kroatien: 20:19!

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  • Doch Rückraum-Schütze Steffen Fäth glich postwendend aus.

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  • Dann gelang Deutschlands Torwart Andreas Wolff eine seiner zahlreichen starken Paraden. Er leitete den Tempo-Gegenstoß ein, Hendrik Pekeler verwandelte:

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  • Kroatiens Trainer Lino Cervar hadert mit einem Pfiff des Schiedsrichters: Der hatte ein Stürmerfoul der Kroaten gesehen, Ballbesitz Deutschland in der letzten Minute.

    Foto: Marius Becker
  • Und Uwe Gensheimer trifft zum 22:20 für Deutschland.

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  • Kroatien gelingt noch der 21:22-Anschlusstreffer, doch dann ist Schluss.

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  • Geschafft! Mit dem Sieg zieht Deutschland ins WM-Halbfinale ein.

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  • Die Handballer genossen nach dem Sieg die Atmosphäre in der Kölner Arena. „Das war heute eine ganz harte Prüfung“, sagte Bundestrainer Prokop, „so eine Drucksituation zu bestehen, darauf bin ich unheimlich stolz.“

    Foto: Federico Gambarini
  • Das Halbfinale findet in Hamburg statt. Gegner am Freitag (20.30 Uhr, ARD) wird Dänemark, Schweden oder Norwegen sein.

    Foto: Federico Gambarini

Suton dürfte eher ein Backup sein. Daher hatten auch einige Beobachter überlegt, ob der Coach nicht doch Tobias Reichmann nachnominieren könnte. Der war ebenfalls auf den letzten Drücker aus dem Kader gerutscht und hatte in den sozialen Medien darüber zynisch Dampf abgelassen. Er war nach Florida gereist, tauchte aber zuletzt wieder im Umfeld der Mannschaft auf. Dass über den 30-Jährigen jetzt wieder nachgedacht wird, liegt vor allem daran, dass Patrick Groetzki bislang nicht richtig ins Turnier findet.

Groetzki ist ein Kämpfertyp

Neun Tore in sieben Partien sind weit unter dem Anspruch des einzigen Rechtsaußen im Team. Seine Abschlussquote liegt bei gerade mal gut 50 Prozent. Nicht viel, zumal er oft frei zum Wurf kam. Gegen Kroatien allein waren es vier Top-Chancen, die der 29-Jährige ausließ. Nicht selten ist er etwas isoliert auf dem Flügel. Zum Vergleich: Sein Pendant Uwe Gensheimer auf der linken Seite verzeichnet – natürlich ohne Siebenmeter – doppelt so viele Abschlüsse (33:17).

In der Abwehr entlasten Groetzki immer wieder Kollegen wie Jannik Kohlbacher. Dennoch hat er die meisten Einsatzminuten der Deutschen im Turnier. Doch Ermüdungserscheinungen lässt er selbst nicht gelten. Der Außenspieler ist sowieso ein Kämpfertyp, im Team sehr angesehen und auch keiner, der den Kopf hängen lässt. Vielleicht kommen seine WM-Momente ja noch. Da Prokop nur noch einen Tausch im Kader vornehmen darf, ist mit Konkurrenz nicht mehr zwingend zu rechnen.

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