Meinungsfreiheit-Debatte
Hörmann stimmt Kretzschmar zu: «Verstehe Kritik absolut»

München (dpa) - In der Grundsatzdebatte über Meinungsfreiheit hat Alfons Hörmann Verständnis für die Kritik des früheren Handball-Stars Stefan Kretzschmar.

Mittwoch, 16.01.2019, 16:24 Uhr aktualisiert: 16.01.2019, 16:28 Uhr
Pflichtet Stefan Kretzschmar bei: DOSB-Boss Alfons Hörmann.
Pflichtet Stefan Kretzschmar bei: DOSB-Boss Alfons Hörmann. Foto: Guido Kirchner

Der Weltmeister von 2007 hatte in der vorigen Wochen in einem Interview gesagt, Profisportler dürften heutzutage keine gesellschafts- oder regierungskritische Meinung mehr haben und artikulieren. «Da hat er in der Tendenz an mancher Stelle sicher nicht ganz unrecht, dem würde ich zustimmen», meinte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes ( DOSB ) in München. Hörmann räumte ein, dass heute «PR-Abteilungen und Medienberater ein waches Auge darauf werfen, was einer von sich gibt».

Das hänge aber mit einem «klaren gegenläufigen Trend» zu Kretzschmars These zusammen, sagte Hörmann. «Allein das Thema neue Medien hat dazu geführt, dass Sportler heute eine ganz andere Reichweite generieren als vor Jahren oder einen Jahrzehnt», meinte der höchste deutsche Sportfunktionär. «Der richtige Tweet führt heute zu ganz anderen Formen der Kommunikation. Aber weil das so ist, wird kritischer, sensibler und hellwach darauf geachtet, was transportiert wird.»

«Aber in der Tendenz verstehe ich die Kritik von Kretzschmar absolut und sehe unsere Aufgabe in der Sportführung darin, dass man eine vernünftige Balance findet zwischen berechtigtem Interesse der Athleten (...) und dem Interesse der Sportorganisationen, Vereine, Verbände und Sponsoren», ergänzte Hörmann.

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