„Finals 2019“
Zehn Sportarten, 202 Entscheidungen – und Leichtathleten als Herz

Münster -

Die Leichtathletik steht bei den „Finals 2019“ in Berlin im Mittelpunkt. Das Zuschauerinteresse wird zwar geringer als vor einem Jahr bei der EM sein, doch für die deutschen Spitzensportler geht es neben dem Titel noch um Tickets für die WM.

Donnerstag, 01.08.2019, 17:36 Uhr
Eine der deutschen Hoffnungsträgerinnen der deutschen Leichtathletik: Weitspringerin Malaika Mihambo geht bei den „Finals 2019“ in Berlin auch im 100-Meter-Sprint an den Start.
Eine der deutschen Hoffnungsträgerinnen der deutschen Leichtathletik: Weitspringerin Malaika Mihambo geht bei den „Finals 2019“ in Berlin auch im 100-Meter-Sprint an den Start. Foto: dpa

Die Idee ist nicht neu nach den „European Championships“ in Glasgow im vergangenen Jahr und den parallel dazu veranstalteten Europameisterschaften der Leichtathleten 2018 in Berlin. Die trumpften groß auf, zogen Zuschauer mag­netengleich an und avancierten so zum „Vorbild“ der „Finals 2019“, die an diesem Samstag und Sonntag in Berlin stattfinden. Diesmal geht’s um nationale Ehren, Deutsche Meisterschaften, und wieder soll die Leichtathletik im Olympiastadion das „Zugpferd“ sein inmitten der insgesamt zehn Sportarten mit 202 Entscheidungen.

Zu Recht, da die Leistungen über die DM hinaus strahlen (müssen): Im September/Oktober finden in Doha die Weltmeisterschaften statt – längst nicht alle deutschen Top-Athleten haben ihre Normen erfüllt und die Tickets gelöst. Auch dafür steht die DM in Berlin.

Gleichwohl hinkt der Vergleich der „Finals 2019“ mit den European Championships. „Man muss sehen, dass die EM aus der Identifikation mit Nationalteams, die jetzt fehlen, ihre Attraktivität bezogen hat“, sagte Frank Kowalski , Cheforganisator der EM, vor der DM. Und schon meldeten sich die ersten Zweifler. „Ich fürchte, dass die Nähe fehlen wird“, sagte Alina Reh der „FAZ“. Die U-23-Europameisterin über 10 000 Meter und DM-Mitfavoritin über diese Strecke hat die skeptische Vorahnung, dass sich die Zuschauer im 70 000 Zuschauer fassenden Olympiastadion verlieren. Das Interesse sei nicht mit der „Hammer-EM“ im vergangenen Sommer vergleichbar. Abwarten: Rund 35 000 Tickets wurden im Vorfeld abgesetzt.

Die Idee zu dem neuen Format mit der Leichtathletik im Mittelpunkt stammt übrigens von den TV-Sendern, die sich eine 20-stündige Übertragungszeit verordnet haben (plus 60 Stunden im Live-Stream).

Köhler holt Titel

Vize-Weltmeisterin Sarah Köhler hat zum Auftakt der DM in Berlin unangefochten den Meistertitel über 1500 Meter Freistil gewonnen. Die 25-Jährige siegte in 16:03,35 Minuten mit einem deutlichen Vorsprung von 31 Sekunden. Von ihrem deutschen Rekord war Köhler nach dem Reise- und Wettkampfstress aber weit entfernt. Für die Freundin von Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock hat die DM zwar nicht den großen sportlichen Stellenwert. Durch die Einbettung in das sportartenübergreifende Format „Die Finals“ biete sie aber „eine gute Plattform, um uns zu präsentieren“, sagte Köhler. „Ich fand das Format schon bei der EM in Glasgow cool.“ Zu DM-Titeln schwammen außerdem bereits Poul Zellmann (400 Meter Lagen), Giulia Goerigk (400 Meter Lagen), Marius Kusch (100 Meter Schmetterling), Lisa Höpink (100 Meter Schmetterling) und Christian Diener (200 Meter Rücken).

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Mögliche herausragende Duelle auf Bahn, Matte und Grube rechtfertigen das Zusehen: Im Speerwurf der Männer treffen drei Kontrahenten aufeinander, die in den Top Fünf der Weltrangliste stehen: Andreas Hofmann (Mannheim), Thomas Röhler (Jena) und Johannes Vetter (Offenburg). Hochspannung ist garantiert. Im Sprint der Frauen liegen Tatjana Pinto (LC Paderborn), Gina Lückenkemper (SCC Berlin) und Laura Müller (LC Rehlingen) in der Bestenliste gerade einmal drei Hundertstel (von 11,12 bis 11,15 Sekunden) auseinander. In diese Phalanx einbrechen könnte ausgerechnet die beste Weitspringerin im Feld: Malaika Mihambo (LG Kurpfalz), die mit 7,07 Metern die Jahres-Weltbestenliste anführt und mit starken 11,21 Sekunden auch auf den 100 Metern überzeugt hat. Mihambo ist schon jetzt der unbestrittene Star und das „Gesicht“ der Meisterschaften. Und David Storl? Der Achtmal-hintereinander-Titelträger aus Leipzig kämpft nach Verletzung noch mit der WM-Norm und hat in Jan-Josef Jeuschede (Leverkusen), Christian Zimmermann (Kirchheim) und Simon Beyer (Sindelfingen) drei Konkurrenten vor sich, die allesamt weiter stießen in diesem Jahr. Auch im Ring herrscht Spannung pur. Die Reise zur WM in Doha beginnt in Berlin.

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