Leichtathletik: Deutsche Meisterschaften in Dortmund
Erlesenes Teilnehmerfeld macht sich auf den Weg zur Hallen-EM

Münster -

Das Hygienekonzept ist ausgeklügelt. Muss es auch sein. Ansonsten ließe sich die Austragung der Deutschen Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik schwer rechtfertigen. Sportlich versprechen die Titelkämpfe in Dortmund so einiges.

Donnerstag, 18.02.2021, 17:48 Uhr aktualisiert: 18.02.2021, 17:50 Uhr
Zuletzt mit 6,77 Metern
Zuletzt mit 6,77 Metern Foto: dpa

Annett Stein hat einen guten Rat zur Stelle. „Warm anziehen“, sagt die Chef-Bundestrainerin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) vor der Hallen-DM in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle. Alle, die reinwollen – und das sind bis auf ein paar Journalisten, Betreuer, Trainer und Techniker nur wenige – sollten sich darauf einstellen, „dass wir regelmäßig und oft durchlüften“.

Die nationalen Titelkämpfe an diesem Samstag und Sonntag stehen natürlich unter Pandemiebedingungen und entsprechenden Hygienemaßnahmen. Lüften gehört dazu, Schnelltests für alle, die dabei sind, Abstand halten, Maskenpflicht. Applaus kommt vom Band, ist ja keiner da, der klatschen könnte. Man kennt das ja. Was man nicht unbedingt erwarten durfte: dass die Deutschen Meisterschaften tatsächlich stattfinden können. Das wirklich strenge Hygienekonzept des Verbands hat die Ordnungsbehörden überzeugt; die Sportler sowieso.

Deren nationaler „Saisonabschluss“ in der Halle mündet also tatsächlich in einem vorläufigen Höhepunkt – und weist den Weg zum nächsten: den Hallen-Europameisterschaften im polnischen Torun (4. bis 7. März). Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die DM. „Die Meisterschaften sind wichtig, um die Leistungen unter gleichen Bedingungen vergleichbar zu machen“, sagt Stein. Weil das Teilnehmerfeld auf rund 250 Athletinnen und Athleten begrenzt ist (in „normalen“ Zeiten sind es doppelt so viele), wurden die Quali-Normen „sehr hoch angesetzt“.

Schon bis Mittwoch nächster Woche soll der von Stein erwartete etwa 50-köpfige EM-Kader nominiert werden. In Dortmund, bei der letzten Chance, dürfte es folglich spannend zugehen. Insbesondere im Männer- und Frauensprint ohne die herausragenden Julian Reus (Thüringen, angeschlagen) und Tatjana Pinto (LC Paderborn, in Vorbereitung auf die Sommersaison) wird’s eng für die „neue Generation“ (Stein). Ohne Pinto dürften Rebekka Haase (Wetzlar), Jennifer Montag (Bayer Leverkusen) und Lisa Mayer (Wetzlar) für Spannung sorgen. Bei den Springern fällt die nicht minder aus, glaubt Stein: Hier haben Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) und Dreispringer Max Heß (Chemnitz) die EM-Norm noch nicht erfüllt. Im Stabhochsprung könnten sich Torben Blech und Titelverteidiger Bo Kanda Lita Baehre (beide Leverkusen) ein packendes Duell liefern.

Fingerzeige erwartet die Bundestrainerin allemal von den Deutschen Meisterschaften, zunächst für die EM und perspektivisch für Olympia in Tokio. Selbst, wenn Gegenwind (durch die Lüftung) drohen sollte.

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