Olympia 2012
Aus für Canadier-Duo Schröder/Henze

London (dpa) - David Schröder und Frank Henze sind bei den Olympischen Spielen in London als erste deutsche Slalomkanuten in der Qualifikation gescheitert. Nach einem abgewiesenen Protest gegen einen Torfehler verpassten die Canadier-Fahrer aus Leipzig den Einzug ins Halbfinale als Elfte.

Montag, 30.07.2012, 20:07 Uhr

Olympia 2012 : Aus für Canadier-Duo Schröder/Henze
David Schröder (v) und Frank Henze schieden aus. Foto: Orestis Panagiotou Foto: dpa

Am Ende fehlten dem Duo im Lee Valley White Water Centre 3/100 Sekunden, um als Zehnte weiter im Wettkampf zu bleiben. «Logisch ist das eine Enttäuschung», sagte Chefbundestrainer Michael Trummer.

Im ersten Lauf waren Schröder / Henze fehlerfrei geblieben und fuhren nach 107,50 Sekunden als Neunte durchs Ziel. Im zweiten Durchgang standen nach vier Strafsekunden für zwei Torberührungen 107,79 Sekunden an der Anzeigetafel. Gegen eine Bestrafung hatte der Deutsche Kanu-Verband ( DKV ) Protest eingelegt. Denn eine Torberührung war nach dem Videostudium nicht erkennbar.

Und auch die Protagonisten hatten keinen Fehler bemerkt. «In unseren Augen gab es da nichts», sagte Henze. Doch die Jury sah das anders und wies den Protest ab. «Wir haben alle Register gezogen, um sie vielleicht noch ins Halbfinale zu heben», erklärte der Chefbundestrainer.Dieser wurde von der Jury abgewiesen. In 107,47 Sekunden aus dem zweiten Rennen sicherten sich die Australier Kynan Maley und Robin Jeffery den letzten Halbfinal-Platz.

Nachdem der Coach dem Canadier-Gespann die schlechte Kunde überbracht hatte, brach für die beiden eine Welt zusammen. Der 35-jährige Henze kämpfte mühsam gegen die Tränen an und war zu keiner Aussage fähig. Sein acht Jahre jüngerer Partner Schröder versuchte, die Gefühle in Worte zu fassen. «Das ist nicht so toll. Zumal wir auf dem Video nichts gesehen haben», gestand er, «aber wo Kampfrichter mit dabei sind, ist es eben mal so und mal so.»

Insgesamt aber fiel seine Qualifikationsbilanz positiv aus. Sideris Tasiadis fährt am Dienstag im Canadier um die Medaillen, einen Tag darauf geht es für seinen Augsburger Club-Kollegen Hannes Aigner im Kajak ebenfalls um einen Podestplatz. Zwei Medaillen hat sich das Slalom-Team zum Ziel gesetzt und dafür noch drei Chancen. «Es wäre schön gewesen, wenn alle vier Boote im Halbfinale gewesen wären. Aber die drei, die da sind, haben es souverän gemeistert. Da haben wir jetzt ein Boot verloren, und die anderen drei müssen es richten», erklärte Trummer.

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