Olympia 2012
Jubel am Wildwasser: Tasiadis und Aigner im Halbfinale

London (dpa) - Jubel auf dem wilden Wasser: Hannes Aigner hat sich mit einem Parforceritt über die Wellen im Lee Valley White Water Centre zum Medaillenkandidaten im Kanuslalom aufgeschwungen.

Sonntag, 29.07.2012, 20:07 Uhr

Olympia 2012 : Jubel am Wildwasser: Tasiadis und Aigner im Halbfinale
Sideris Tasiadis kann sich Hoffnungen auf eine Medaille machen. Foto: Diego Azubel Foto: dpa

Mit einem famosen zweiten Lauf in der Qualifikation verbesserte sich der EM-Dritte am Sonntag noch vom elften auf den ersten Platz. Die Zeit von 83,49 Sekunden quittierte der Augsburger mit einem verzückten Lächeln und einem Muskelspiel mit nach oben gereckten Armen.

«Ich hatte nicht mehr viel zu verlieren, weil ich schon qualifiziert war. Mir ging es darum, mit einem guten Gefühl runterzukommen. Perfekt war der Lauf nicht, aber sehr gut», sagte Aigner , dämpfte aber übertriebene Erwartungen: «Ich bin Vierter der Weltrangliste. Von daher bin ich vorn dabei. Aber es ist nicht so, dass ich mir jetzt die Medaille nur abzuholen brauche.»

Nur kurze Zeit zuvor hatte auch Sideris Tasiadis ein strahlendes Lächeln aufgesetzt. Der Canadier-Europameister kann sich nach einem mutigen zweiten Lauf ebenfalls Hoffnungen auf einen Podestplatz machen. Als Vierter qualifizierte sich der Augsburger für das Halbfinale am Dienstag. «Die Erleichterung ist groß. Ich bin zufrieden mit mir», sagte Sideris mit glänzenden Augen.

Am Montag wollen die anderen drei deutschen Slalomkanuten dem Duo nacheifern. Jasmin Schornberg aus Hamm sowie die Leipziger David Schröder und Frank Henze im Zweier-Canadier bestreiten mit der Ausscheidung ihren Olympia-Einstand.

Die Freude über ihr geglücktes Olympia-Debüt teilten sich die Club-Kollegen von den Kanu Schwaben in Augsburg mit ihren Freundinnen Claudia Bär und Melanie Pfeifer. Die beiden Auswahl-Slalomkanutinnen hatten die teure Reise nach London auf sich genommen, um ihre Liebsten anzufeuern und ihnen die Daumen zu drücken. Auch die Eltern beider Athleten jubelten mit ihren Söhnen am Wildwasser-Kanal.

Mit 92,83 Sekunden fuhr Tasiadis im zweiten Durchgang auf den vierten Platz vor. Nach zwei Torberührungen und vier Strafsekunden hatte der Europameister nach dem ersten Lauf nur auf dem siebten Platz gelegen. «Ich hatte ein gutes Gefühl im zweiten Lauf», berichtete er, «darauf kann man für das Halbfinale aufbauen.» Ganz im Gegenteil zum ersten Durchgang, wo ihn sein Torfehler aus dem Konzept gebracht hatte. «Da habe ich den Faden verloren.»

Im ersten Ausscheidungslauf hatten weder Tasiadis noch Aigner ihr Potenzial ausgeschöpft. Auf dem vom Deutschen Thomas Schmidt, Kajak-Olympiasieger 2000 in Sydney, ausgehängten Kurs leisteten sie sich fahrerische und technische Patzer. Damit aber waren die beiden Augsburger nicht allein. Auch andere Medaillenanwärter wie Peking-Olympiasieger Michal Martikan aus der Slowakei kamen zunächst nicht fehlerfrei durch den anspruchsvollen Parcours. «Der Kurs ist fahrbar. Aber man hat gesehen, dass es doch recht viele Fehler gab», sagte Chefbundestrainer Michael Trummer.

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