Olympia 2012
Fotos und Workout-Videos: Schornberg macht gute Figur

London (dpa) - Jasmin Schornberg steht nur mit einem Bikini bekleidet hüfttief im Wasser. Über ihre Schultern hat sie ein Paddel gelegt, das sie mit den Armen umschlingt. Ihr Blick in die Kamera ist herausfordernd.

Mittwoch, 01.08.2012, 14:08 Uhr

Doch so, wie sich die Slalomkanutin für ihren Vermarkter Vitesse Kärcher ablichten ließ, wird man sie in London nicht sehen. Wenn die Weltmeisterin von 2009 an diesem Donnerstag im Lee Valley White Water Centre um den Einzug ins Kajak-Finale und eine erhoffte Medaille fährt, trägt sie wieder einen Neoprenanzug, einen Helm und unter der Nummer auch noch eine Schwimmweste.

Schon vor vier Jahren hatte sich die schlanke blonde Frau für ein Männer-Magazin fotografieren lassen und dabei lolitahaft posiert. Jasmin Schornberg und ihr Vermarkter wissen, dass sie sich sehen lassen kann - und setzen auf die Beauty-Karte. So präsentiert die Studentin der Medienkommunikation auf ihrer Homepage ein Foto für ihren Sponsor. Dort liegt sie lässig in einem grünen Kanu, trägt erneut lediglich einen Bikini und wird von einem Blütenmeer auf dem Wasser umrahmt. Und ihre Fitness demonstriert die 26-jährige Sportsoldatin auf Workout-Videos für ein entsprechendes Magazin.

Die Olympischen Spiele sollen nun einen weiteren Schub bringen. Schon die Qualifikation für London war ein entscheidender Schritt dafür, dass die Marketing-Agentur von Klaus Kärcher auf die Suche nach weiteren Sponsoren gehen kann. «Er hat sich gefreut, dass es für mich so gut gelaufen ist, weil damit ja seine Arbeit beginnt», sagte die Athletin aus Hamm.

Schon im vorigen Jahr hätte es beinahe zu einem großen Coup gereicht. Ein Getränkeunternehmen aus Österreich wollte sich als Geldgeber engagieren. Doch das Veto des Hauptsponsors des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) machte dem einen Strich durch die Rechnung. «Das war schon schade», bedauerte Jasmin Schornberg, «aber ich glaube, ich kann ganz zufrieden sein mit meinen Sponsoren und wie ich vermarktet werde.»

Auch beruflich ist sie auf einem guten Weg. Das Studium steht nach acht Semestern kurz vor dem Abschluss. Abgabetermin für die Bachelor-Arbeit ist am Freitag. Anschließend will sie in die Medienbranche einsteigen. «Ich möchte auf jeden Fall noch hier und da reinschnuppern, sei es beim Hörfunk oder in Printmedien. Wo ich dann am Ende lande, kann ich noch gar nicht so genau sagen», meinte sie. Mit einer Medaille würde sie erst einmal in fast allen Medien landen.

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