Reiter-DM
Tödlicher Pferdeunfall überschattet Krajewskis Sieg  

In Luhmühlen ist wieder ein Pferd gestorben. Fünf Jahre nach dem Tod von P'tite Bombe musste beim Reitturnier in der Lüneburger Heide der Wallach Axel eingeschläfert werden. Die Reiterin kam beim Sturz glimpflich davon.

Sonntag, 17.06.2018, 15:29 Uhr

Reiter-DM: Tödlicher Pferdeunfall überschattet Krajewskis Sieg  
Dieser Sturz ging noch glimpflich aus: Der deutsche Vielseitigkeitsreiter Felix Etzel kam mit seinem Pferd Bandit an einem Hindernis ins straucheln. Foto: Philipp Schulze (dpa)

Luhmühlen (dpa) - Die Siegerin hat den Pferdeunfall mit tödlichem Ausgang zunächst gar nicht mitbekommen. «Ich habe den Sturz nicht gesehen», berichtete Julia Krajewski, die neue deutsche Meisterin im Vielseitigkeitsreiten.

Doch die schockierende Nachricht vom Tod des Pferdes Axel sprach sich in Luhmühlen schnell herum. «Das ist schrecklich, wenn so etwas passiert», sagte die 29 Jahre alte Reiterin aus Warendorf, die am Sonntag erstmals den Titel gewann.

Wallach Axel nach Sturz eingeschläfert

Der Tod des Wallachs überschattete das Reitturnier im niedersächsischen Luhmühlen und die erste Meisterschaft von Krajewski. Das Pferd Axel musste am Samstag nach einem Unfall mit der belgischen Reiterin Chloe Raty in einer Vier-Sterne-Prüfung eingeschläfert werden. «Das ist unheimlich traurig», sagte Ingrid Klimke, die Zweite der Titelkämpfe.

Immerhin ging der Sturz für die Reiterin vergleichsweise glimpflich aus. Die 24 Jahre Belgierin ist nach Angaben des Veranstalters wohlauf - zumindest körperlich. «Es tut mir unheimlich leid für sie», sagte Krajewski.

Krajewski mit Start-Ziel-Sieg

Trotz der schockierenden Nachricht gelang es Krajewski, sich auf ihren Geländeritt zu konzentrieren. Die fehlerfreie Runde durch die Lüneburger Heide mit ihrem zwölf Jahre alten Samourai war Grundlage für den Titel, den sie am Sonntag perfekt machte. Die 29-Jährige blieb im abschließenden Springen ohne Abwurf und feierte einen Start-Ziel-Sieg. Schon nach der Dressur hatte Krajewski in Führung gelegen. «Ich hatte nicht damit gerechnet», kommentierte sie.

Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen

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  • Die Reiterin Julia Krajewski hat erstmals die deutsche Vielseitigkeits-Meisterschaft gewonnen.

    Foto: Philipp Schulze
  • Dahinter kam Ingrid Klimke auf Platz zwei.

    Foto: Philipp Schulze
  • Die Europameisterin aus Münster sammelte mit Hale Bob 25,90 Strafpunkte.

    Foto: Philipp Schulze
  • Dritte wurde Vorjahressiegerin Bettina Hoy aus Rheine mit Designer (29,80).

    Foto: Philipp Schulze
  • Bei dem Turnier kam es erneut zu schweren Stürzen. Der deutsche Vielseitigkeitsreiter Felix Etzel kam mit seinem Pferd Bandit an einem Hindernis ins straucheln.

    Foto: Philipp Schulze
  • Während dieser Sturz glimpflich ausging,...

    Foto: Philipp Schulze
  • ...erlitt das von der Belgierin Chloe Raty gerittene Pferd Axel (im Bild) am Samstag einen Bruch des ersten Lendenwirbels und wurde eingeschläfert. (Das Bild zeigt eine Geländeprüfung am Samstag)

    Foto: Philipp Schulze
  • Die 24 Jahre alte Reiterin erlitt nach Angaben des Veranstalters keine schweren Verletzungen. (Das Bild zeigt eine Geländeprüfung am Samstag)

    Foto: Philipp Schulze
  • „Das ist unheimlich traurig“, sagte Ingrid Klimke zu dem Vorfall.

    Foto: Philipp Schulze
  • Die Siegerin: Die 29-jährige Julia Krajewski aus Warendorf setzte sich am Sonntag beim Turnier im niedersächsischen Luhmühlen mit ihrem Pferd Samourai durch. Nach Dressur, Geländeritt und Springen hatte Krajewski nur 19,90 Strafpunkte.

    Foto: Philipp Schulze
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Bilder aus Luhmühlen: Jonelle Price, Vielseitigkeitsreiterin aus Neuseeland, freut sich auf ihrem Pferd Faerie Dianimo nach dem sie die internationale Vier-Sterne-Prüfung der Vielseitigkeitsreiter gewonnen hat.

    Foto: Philipp Schulze
  • Jonelle Price, Vielseitigkeitsreiterin aus Neuseeland, springt mit ihrem Pferd Faerie Dianimo bei der internationalen Vier-Sterne-Prüfung der Vielseitigkeitsreiter über ein Hindernis.

    Foto: Philipp Schulze
  • Pietro Roman, Vielseitigkeitsreiter aus Italien, durchquert in der Geländeprüfung auf seinem Pferd Barraduff ein Wasserhindernis.

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  • Pietro Roman, Vielseitigkeitsreiter aus Italien, springt in der Geländeprüfung auf seinem Pferd Barraduff über ein Hindernis.

    Foto: Philipp Schulze
  • Jesse Campbell, Vielseitigkeitsreiter aus Neuseeland, stürzt mit seinem Pferd Cleveland während der internationalen Vier-Sterne-Geländeprüfung in einem Wasserhindernis.

    Foto: Philipp Schulze
  • Nicolas Wettstein, Vielseitigkeitsreiter aus Ecuador, durchquert mit seinem Pferd Happy in der internationalen Vier-Sterne-Geländeprüfung ein Wasserhindernis.

    Foto: Philipp Schulze
  • Die neuseeländische Vielseitigkeitsreiterin Jonelle Price reitet in der internationalen Vier-Sterne-Geländeprüfung auf ihrem Pferd Faerie Dianimo durch ein Wasserhindernis.

    Foto: Philipp Schulze
  • Die neuseeländische Vielseitigkeitsreiterin Jonelle Price reitet in der internationalen Vier-Sterne-Geländeprüfung auf ihrem Pferd Faerie Dianimo durch ein Wasserhindernis.

    Foto: Philipp Schulze
  • Die neuseeländische Vielseitigkeitsreiterin Jonelle Price reitet in der internationalen Vier-Sterne-Geländeprüfung auf ihrem Pferd Faerie Dianimo durch ein Wasserhindernis.

    Foto: Philipp Schulze
  • Die britische Vielseitigkeitsreiterin Laura Collett reitet in der internationalen Vier-Sterne-Geländeprüfung auf ihrem Pferd Mr Bass über ein Hindernis.

    Foto: Philipp Schulze
  • Der amerikanische Vielseitigkeitsreiter Boyd Martin reitet in der internationalen Vier-Sterne-Geländeprüfung auf seinem Pferd Shamwari über ein Hindernis.

    Foto: Philipp Schulze
  • Der amerikanische Vielseitigkeitsreiter Boyd Martin reitet in der internationalen Vier-Sterne-Geländeprüfung auf seinem Pferd Shamwari über ein Hindernis.

    Foto: Philipp Schulze

Krajewski setzte sich nach Dressur, Geländeritt und Springen mit nur 19,90 Strafpunkten durch. Dahinter kam Klimke auf Platz zwei. Die Europameisterin aus Münster sammelte mit Hale Bob 25,90 Strafpunkte. Dritte wurde Vorjahressiegerin Bettina Hoy aus Rheine mit Designer (29,80).

Bedrückte Stimmung

Unbeschwert war die Freude über den Titel nicht. Der Tod des Pferdes, das eingeschläfert wurde, drückte die Stimmung in Luhmühlen merklich. Es sei beim Röntgen «eine eindeutige Fraktur des ersten Lendenwirbels» diagnostiziert worden, erklärte der Tierarzt Jürgen Martens. Die Folge sei eine Querschnittslähmung gewesen: «Es war eine aussichtslose Prognose.»

Der 24 Jahre alte Reiterin gehe es «den Umständen entsprechend gut», berichtete Luhmühlen-Geschäftsführerin Julia Otto nach einem Telefonat mit Raty. Sie habe keine schweren Verletzungen erlitten. Die Belgierin trug eine Airbag-Weste, die bei dem Sturz funktionierte und wahrscheinlich Schlimmeres verhinderte.

Raty sei mit relativ geringer Geschwindigkeit nach einem Steilsprung direkt nach der Durchquerung des Wassers gegen das Hindernis 18 geritten, erklärte Martens. Das Pferd sei danach aus etwa einem Meter Höhe «auf den Rücken gefallen», sagte der Veterinär. Die Reiterin lag kurz unter dem elf Jahre alten Wallach.

Erinnerungen an Benjamin Winter

Immer wieder kommt es in der Vielseitigkeit zu Stürzen mit teilweise dramatischen Folgen. Vor vier Jahren starb in Luhmühlen nach einem schweren Unfall der 25 Jahre alte deutsche Nachwuchsreiter Benjamin Winter. Einen Unfall mit einem toten Pferd hatte es in Luhmühlen zuletzt 2013 gegeben.

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