Titelkämpfe in den USA
Absage der Kür: Kein zehntes Gold für Dressurkönigin Werth

Wieder Gold für Isabell Werth. Im Einzel siegt die Dressurreiterin erneut und schlägt nicht nur einen jungen Herausforderer. Die dritte Gold-Chance fällt wegen des Wirbelsturms aus.

Samstag, 15.09.2018, 20:46 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 20:43 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 15.09.2018, 20:46 Uhr
Dressurreiterin Isabell Werth gewann am Freitag noch zum neunten Mal WM-Gold.
Dressurreiterin Isabell Werth gewann am Freitag noch zum neunten Mal WM-Gold. Foto: Stefan Lafrentz

Tryon (dpa) – Isabell Werths Angriff auf die zehnte Gold-Medaille fällt aus. Die für Sonntag geplante Kür bei einer Weltmeisterschaft in den USA ist wegen der Auswirkungen des Wirbelsturms «Florence» aus dem Programm gestrichen worden.

«Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust», kommentierte die erfolgreichste Reiterin der Welt: «Ich wäre die Kür sehr gerne geritten.»

Die 49-Jährige zeigte aber auch Verständnis für die Absage. «Auf der anderen Seite ist es natürlich richtig so, es wäre ein zu großes Risiko gewesen», sagte die Reiterin, die am Freitagabend im Grand Prix Special ihren neunten WM-Sieg gefeiert hatte.

Grund für die Absage der für Sonntag geplanten Kür sind die heftigen Regenfälle, die von Samstagabend an in North Carolina erwartet werden. «Das ist die richtige Entscheidung, das Wohlergehen der Pferde geht vor», sagte Dennis Peiler, Sport-Geschäftsführer der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). «Die Pferde müssen am Montagabend nach Hause fliegen, da können sie nicht vorher einen Wettkampf absolvieren.» Die Entscheidung sei bei der Besprechung der Equipe-Chefs einstimmig gefallen.

«Das ist Schicksal», sagte Werth: «Hauptsache ist, dass wir hier mit den Pferden in Ruhe rauskommen.» Immerhin konnte Werth ihre Special-Goldmedaille genießen, die sie gewonnen hatte, weil sie als letzte Starterin im Sattel ihrer Stute Bella Rose die Nerven behielt. Die Reiterin aus Rheinberg lag mit 86,246 Prozent klar vor der US-Amerikanerin Laura Graves mit Verdades (81,717). Dritte wurde die Britin Charlotte Dujardin mit Mount St John (81,489). Eine Medaille verpasste als Vierter Sönke Rothenberger aus Bad Homburg mit Cosmo (81,277).

«Das war Dressur in ihrer schönsten Form», kommentierte Bundestrainerin Monica Theodorescu Werths famosen Ritt. «Der letzte Erfolg ist immer der schönste», sagte Theodorescu, die selber Olympia-Gold gewonnen hat und nun erneut als Trainerin einen Sieg feiern durfte. Bella Rose, die dreieinhalb Jahre verletzt pausieren musste, war auch in der zweiten WM-Prüfung «null müde, die ist in guter Kondition», wie Theodorescu sagte. «Das war zelebriert», schwärmte sie über den fehlerfreien Ritt der Rekordreiterin.

«Der Wunsch von Isabell und mir, dass das Pferd hier alles zeigt, ist aufgegangen.» Werth und die Bundestrainerin setzten auf Bella Rose und nicht auf Weihegold, mit der die Reiterin vor einem Jahr bei der EM in Göteborg drei Medaillen gewonnen hatte.

Enttäuscht war Sönke Rothenberger, der als großer Herausforderer galt und sich im Special mit Platz vier zufrieden geben musste. «Das ist sehr schade, dass er eine Medaille verpasst hat», sagte die Bundestrainerin: «Das ist bitter. Vierter ist natürlich ganz blöd. Vor allem, wenn man ein Pferd hat, das das Potenzial hat.»

«Es haben sich zu viele Fehler eingeschlichen», kommentierte Rothenberger. «Leider war die Luft raus. Schade, dass das bei der WM passiert ist.» Die Chance, es bei der WM besser zu machen, hat Rothenberger wegen der Kür-Absage nicht mehr.

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