Sportpolitik
Bach: Keine Gnade für Armstrong - «Zu spät»

Thomas Bach zeigt Härte. Der IOC-Präsident ist gegen eine Reduzierung der lebenslänglichen Sperre für das einstige Radsport-Idol Lance Armstrong. Dafür macht er sich auf dem Anti-Doping-Weltgipfel in Johannesburg für die vierjährige Sperre und neue Testmethoden stark.

Mittwoch, 13.11.2013, 15:11 Uhr

Lance Armstrong ist lenbenslang gesperrt. Foto: Ian Langsdon
Lance Armstrong ist lenbenslang gesperrt. Foto: Ian Langsdon Foto: dpa

Johannesburg (dpa) - Keine Gnade für den abgestürzten Radsport-Helden Lance Armstrong : IOC-Präsident Thomas Bach ist strikt gegen eine Reduzierung der lebenslänglichen Doping-Sperre für den siebenmaligen Tour-de-France-Sieger aus den USA.

Für Milde sei die Zeit abgelaufen, weil der Texaner in dem Verfahren gegen ihn keine «wirklichen Eingeständnisse» gemacht habe. «Ich würde mich bei einer Verringerung der Strafe nicht wohlfühlen, weil es zu wenig und zu spät ist», sagte Bach bei der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Johannesburg in einem Interview der Nachrichtenagentur AP.

«Jetzt einen Deal zu machen, nachdem alles bewiesen ist und nachdem er erkannt hat, dass er da nicht mehr rauskommt, ist nicht der beste Weg, um eine Strafe zu reduzieren», meinte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees ( IOC ). Vielmehr würde er es unterstützen, wenn der Radsport-Weltverband UCI eine Kommission einsetzen würde, um die Doping-Vergangenheit im Radsport aufarbeiten zu lassen. Bach will sich in Johannesburg mit dem neuen UCI-Präsidenten Brian Cookson treffen. «Für den Radsport ist es eine Gelegenheit, den Kampf gegen Doping zu stärken», so Bach. «was ich gesehen und gehört habe, geht die UCI in eine richtige Richtung.»

Dagegen meldete der Fecht-Olympiasieger von 1976 Bedenken an, ob man beim Aufspüren von Dopern noch auf dem richtigen Weg ist. «Ist es nicht an der Zeit, herauszufinden, ob beispielsweise Urin- und Blutkontrollen wirklich die beste und ultimative Lösungen sind?», fragte Bach. «Gibt es nicht andere Testmethoden, die zuverlässiger, nachhaltiger und weniger aufwendig sind?»

Die im neuen Welt-Anti-Doping-Code vorgesehene Erhöhung der Regelsperre von zwei auf vier Jahren für Doping-Vergehen wird von Bach vehement verteidigt. «Es erhöht den Abschreckungseffekt. Die momentane Regel ist so ein Zwischending, weil Doper nach einem zweijährigen Bann schon bei den nächsten Olympischen Spielen wieder dabei sein können», sagte Bach. «Und einige haben mit so einem Comeback kalkuliert und deshalb ist die Erhöhung der Strafe ein Schritt nach vorne.»

Bis Freitag wird in Südafrika über den neuen Kodex der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) beraten, der am 1. Januar 2015 in Kraft treten soll. Es gilt als sicher, dass die vierjährige Sperre von der Mehrheit der Konferenz-Teilnehmer akzeptiert wird. Ginge es nach Bach, würden ernsthafte Doping-Erstvergehen sogar mit einer lebenslangen Sperre geahndet werden. Bei den juristischen Beratungen über den neuen WADA-Code ist dies wegen der Unvereinbarkeit mit den Menschenrechten allerdings verworfen worden. «Es ist schade, aber man muss es respektieren», sagte Bach.

Bei seiner Rede auf der WADA-Veranstaltung kündigte er zudem an, dass es bei den Sotschi-Spielen im Februar 2014 das umfangreichste Anti-Doping-Programm in der Geschichte der Winterspiele geben wird. Geplant seien 1296 vorolympische Doping-Kontrollen. Bei den Spielen 2010 in Vancouver waren vor der Eröffnungsfeier nur 804 Tests veranlasst worden. Insgesamt sind bei den Spielen an der Schwarzmeerküste 2453 Kontrollen geplant. Dies sind gut 300 Test mehr als vor vier Jahren.

Allein eine Million Dollar werden die vorolympischen Doping-Tests kosten und «viele Millionen» sind für die Kontrollen während der Winterspiele 2014 veranschlagt. «Um es klar zu sagen: Diese Millionen Dollars sind keine Kosten. Sie sind eine Investition in die Zukunft des Sports», meinte Bach.

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