Volleyball
Beachvolleyball-Held Brink vor WM bescheiden

Der Gold-Held von London ist gehandicapt. Ein Muskelfaserriss hat die WM-Vorbereitung von Julius Brink heftig gestört. Andere deutsche Beachvolleyballer wie Jonathan Erdmann/Kay Matysik und Katrin Holtwick/Ilka Semmler scheinen größere Medaillenchancen zu haben.

Sonntag, 30.06.2013, 10:06 Uhr

Jonas Reckermann (l) und Julius Brink holten in London überraschend Gold. Foto: Rolf Vennenbernd
Jonas Reckermann (l) und Julius Brink holten in London überraschend Gold. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa

Stare Jablonki (dpa) - Ein knappes Jahr nach dem Sensations-Gold bei Olympia in London greifen die deutschen Beachvolleyballer bei der WM wieder nach Edelmetall.

Doch ausgerechnet Olympiasieger und Vorzeigeprofi Julius Brink bleibt im polnischen Masuren-Städtchen Stare Jablonki beginnenden Weltchampionat vorsichtig und schraubt die persönlichen Erwartungen zurück. «Man muss das sicher gut einordnen und differenzierter betrachten», erklärte der 30 Jahre alte Brink, der 2009 schon einmal Beach-Weltmeister war und dazu noch zweimal WM-Bronze gewonnen hat, nach komplizierten Monaten.

Nach dem umjubelten Olympiasieg im vergangenen Sommer hatte Brinks langjähriger Partner Jonas Reckermann wegen einer Rückenverletzung seine aktive Laufbahn beenden müssen. Mit dem neuen, international unerfahrenen Partner Sebastian Fuchs startete der Kölner durchwachsen in die neue Saison, musste zu allem Überfluss zuletzt wegen Oberschenkelproblemen die World-Tour-Turniere in Den Haag und Rom absagen. Der ehemalige Hallen-Profi Fuchs konnte dort nur mit den Ersatzpartnern Thomas Kaczmarek und Mischa Urbatzka antreten und nicht in den Kampf um die Spitze eingreifen. «Für uns kommt die WM als neues Team sehr früh in der Saison», meinte Brink.

Statt Brink/Fuchs könnten die amtierenden deutschen Meister Jonathan Erdmann/ Kay Matysik (VC Olympia Berlin) und Katrin Holtwick/Ilka Semmler (Seaside Beach Club Essen) einen Platz auf dem WM-Podium erobern. «Wir haben uns in den Top Ten der Welt wieder festgespielt», erklärte der 33-jährige Matysik: «Wir wollen eine Medaille, sonst brauchten wir ja nicht hinfahren.» Auf der Welttour kratzten Erdmann/Matysik als neue nationale Nummer eins in diesem Jahr mehrmals an den Medaillenrängen, zuletzt als Fünfte in Rom.

Die ebenfalls in Berlin lebenden und trainierenden Holtwick /Semmler haben in der laufenden Saison schon drei große internationale Turniere auf Rang drei beendet. «Das haben wir uns nicht erträumt. Aber dritte Plätze haben wir jetzt genug», sagte die Olympia-Neunte Katrin Holtwick kämpferisch. Noch nie haben deutsche Frauen bei Welttitelkämpfen eine Medaille gewonnen.

Auch die Olympia-Fünfte Laura Ludwig würde das bei den Weltmeisterschaften mit ihrer neuen Partnerin Kira Walkenhorst (Hamburg) gern ändern. Und die schwarz-rot-goldene Damen-Fraktion hat überraschend sogar noch ein drittes heißes Eisen im Feuer. Die Stuttgarterinnen Karla Borger/Britta Büthe verpassten zuletzt beim Grand Slam in Rom nur knapp das Finale.

Am kommenden Wochenende werden in Stare Jablonki, wo die Welttour schon seit Jahren Station macht, zum neunten Mal die Weltmeister ermittelt. Doch zunächst müssen sich die acht Teams des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) durch die Gruppenphase kämpfen. Neben den fünf offiziellen Nationalteams sind auch Sebastian Dollinger/Stefan Windscheif (Kiel/Iserlohn), Markus Böckermann/Mischa Urbatzka (Hamburg) und Victoria Bieneck/Julia Großner (Berlin) am Start.

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