Triathlon
Lauras Lindemann. Größte deutsche Triathlon-Hoffnung

Für den deutschen Triathlon-Cheftrainer Ralf Ebli ist Laura Lindemann ein Ausnahmetalent. Olympiasieger Jan Frodeno sieht in ihr eine Kandidatin für Rio 2016. Die erst 19-Jährige zeigte beim WM-Heimrennen in Hamburg, dass künftig mit ihr zu rechnen ist.

Sonntag, 19.07.2015, 18:07 Uhr

Laura Lindemann kam beim Triathlon in Hamburg als Siebte ins Ziel.
Laura Lindemann kam beim Triathlon in Hamburg als Siebte ins Ziel. Foto: Daniel Reinhardt

Hamburg (dpa) - Die Reise nach Brasilien muss noch warten. Für die vorolympischen Triathlonrennen in Rio de Janeiro Anfang August ist Laura Lindemann von der Deutschen Triathlon Union (DTU) noch nicht vorgesehen.

Daran wird auch ihr hervorragender siebter Platz über die Sprintdistanz beim WM-Heimrennen in Hamburg und ihre starke Leistung in der Mixed-Staffel am Sonntag nichts ändern. «Wir wollen sie nicht verheizen», sagte DTU-Cheftrainer Ralf Ebli .

Ebli weiß, welch ein Juwel die DTU in Lindemann hat: «Sie ist ein Ausnahmetalent.» Auch 2008-Olympiasieger Jan Frodeno zeigte sich beeindruckt von der Vorstellung der 19-Jährigen rund um die Binnenalster. «Es ist imponierend, wie beherzt sie losgeht. Sie ist eine Hoffnung für die Zukunft», sagte der Ironman-Europameister, der als ARD-Experte die Rennen in der Hansestadt beobachtete.

«Das war viel schöner als alle Rennen, die ich bisher gemacht habe», sagte Lindemann nach ihrer Leistung in Hamburg vor mehr als 150 000 Zuschauern. Am Sonntag hatte sie erneut die Gelegenheit, die Atmosphäre zu genießen - auch wenn sie mit der deutschen Mixed-Staffel eine WM-Medaille nur um acht Sekunden verpasste und Vierte wurden.

Mit ihrem siebten Platz war die Schülerin aus Potsdam tags zuvor schon die Beste der sechs deutschen Starterinnen gewesen. Sie ist auf dem Weg in die Weltspitze und erfüllt die Anforderungen an eine moderne Triathletin. Vor kurzem war es für schwächere Schwimmerinnen möglich, über starke Leistungen auf dem Rad und beim Laufen noch nach vorn zu kommen. Mittlerweile werden die Rennen im Wasser verloren.

Lindemann beherrscht alle drei Disziplinen. In Hamburg stieg sie 19 Sekunden nach der Führenden aus der Binnenalster und fuhr dann in die Spitzengruppe auf dem Rad. Dass sie mit Weltmeisterin Gwen Jorgensen aus den USA beim Laufen noch nicht mithalten kann, ist angesichts ihres jugendlichen Alters nicht verwunderlich.

Erst vor drei Jahren wechselte die in Berlin geborene Lindemann vom Schwimmen zum Triathlon. Am Bundesstützpunkt in Potsdam wurde sie vom dortigen Cheftrainer Ron Schmidt behutsam aufgebaut. Der Aufstieg war aber rasanter als erwartet: Seit 2014 beherrscht sie den Juniorinnen-Bereich. Vor einem Jahr gewann sie erst den EM-, dann den WM-Titel. Eine Woche vor dem Rennen in Hamburg gelang ihr in Genf in ihrem letzten Juniorinnen-Jahr die erfolgreiche EM-Titelverteidigung.

Ende Juni wurde sie in Düsseldorf zudem erstmals deutsche Meisterin bei den Erwachsenen über die Sprintdistanz von 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und 5 Kilometern Laufen. In der WM-Serie gab sie zum Saisonauftakt in Abu Dhabi ihr Debüt und wurde 13. ebenfalls über die kurze Strecke. Über die doppelt so lange olympische Distanz belegte Lindemann in Kapstadt immerhin den 17. Rang. Hamburg war ihr viertes WM-Rennen und ihr bisher bestes Ergebnis.

Im August fährt sie dennoch nicht nach Rio , auch wenn Rebecca Robisch (10.), Anne Haug (15.), Anja Knapp (16.), Hanna Philippin (26.) und Sophia Saller (29.) in Hamburg hinter Lindemann landeten. Diese fünf kämpfen dort um das erste Olympia-Ticket für 2016. Doch Lindemanns Chancen stehen gut, dass die Rio-Reise in einem Jahr nachgeholt wird.

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