Judo-EM
Judokas nach fünf EM-Medaillen stolz: «Wir sind wieder wer»

Acht Monate nach dem Olympia-Debakel in Rio melden sich die deutschen Judokas bei der EM mit insgesamt fünf Medaillen zurück. Das junge Team überzeugt - und macht Mut für die Olympia-Mission Tokio 2020.

Sonntag, 23.04.2017, 16:04 Uhr

Carolin Weiß setzte sich im Kampf um Bronze gegen die Ukrainerin Jelisaweta Kalanina durch.
Carolin Weiß setzte sich im Kampf um Bronze gegen die Ukrainerin Jelisaweta Kalanina durch. Foto: Jonas Güttler

Warschau (dpa) - Nach der erfolgreichen Europameisterschaft mit fünf Medaillen sehen sich die deutschen Judokas auf einem guten Weg in Richtung Olympia 2020.

«Das war der erste Schritt in die richtige Richtung. Man kann sehen, dass die Arbeit der Trainer Früchte trägt», sagte Verbandspräsident Peter Frese der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in Warschau. «Das war ein Auftreten, wie ich es mir gewünscht habe, beherzt und mutig», lobte Frese das Team, das bei den Titelkämpfen insgesamt dreimal Silber und zweimal Bronze erkämpfte.

Für den erfolgreichen Abschluss sorgte das Frauen-Team, das mit einem 3:2 gegen die Niederlande Bronze sicherte. Zuvor waren die Münchnerin Theresa Stoll , Giovanna Scoccimarro aus Wolfsburg und Dominic Ressel aus Kronshagen nach Final-Niederlagen jeweils Vize-Europameister geworden. Die Berlinerin Carolin Weiß erkämpfte am letzten Tag der Einzel-Wettbewerbe den dritten Platz. «Ich freue mich riesig über die Bronze-Medaille, ich bin mega-glücklich», sagte die 24-Jährige.

Mit Blick auf das Debakel von Rio , als es für das deutsche Team nur zu einer Bronze-Medaille reichte, war die erfolgreiche EM für den Deutschen Judobund (DJB) auch aus moralischer Sicht wichtig. «Wir haben gezeigt, wir sind wieder wer», sagte Frese. «Es war wichtig zu zeigen, dass Olympia mit den verpassten Chancen ein Ausrutscher war.»

Die neuen Bundestrainer Claudiu Pusa bei den Frauen und Richard Trautmann bei den Männern hatten in Warschau ein Perspektivteam an den Start geschickt. Etablierte Kämpfer wie die Olympia-Dritte Laura Vargas Koch oder der WM-Zweite Karl-Richard Frey fehlten verletzt. «Die jungen Leute haben hervorragend gekämpft», lobte Frese.

Die 21 Jahre alte Stoll überzeugte genauso wie die sogar noch zwei Jahre jüngere Scoccimarro. «Sie kommt als Nobody hier rein und wird Vize-Europameisterin», lobte Pusa die Mittelgewichtlerin. Beim Heim-Grand-Prix in Düsseldorf war sie Fünfte, in Warschau kämpfte sich Scoccimarro nun bis ins Finale. «Damit habe ich gar nicht gerechnet, mein Ziel war, einen Kampf zu gewinnen», sagte sie.

Nun bereiten sich die Judokas auf das nächste Etappenziel auf dem Weg nach Tokio vor, die Weltmeisterschaften im August in Budapest. Dreieinhalb Jahre vor Olympia ist Frese zuversichtlich, dass 2020 mehr als die eine Medaille in Rio möglich ist: «Das Team ist eine verschworene Gemeinschaft, wir haben eine richtig tolle Truppe.»

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