Zehntausende Gäste in Berlin
DTB-Präsident zu Turnfest-Finanzen: Hoffe auf schwarze Null

Die Sicherheitsfrage und die Finanzierung sind großen Herausforderungen an die Organisatoren des Internationalen Deutschen Turnfests in Berlin. DTB-Präsident Hölzl wünscht sich ein friedliches Fest und hofft, das Treffen mit der schwarzen Null abzuschließen.

Mittwoch, 31.05.2017, 09:05 Uhr

Das deutsche Turnfest findet 2017 in Berlin statt.
Das deutsche Turnfest findet 2017 in Berlin statt. Foto: Uwe Anspach

Berlin (dpa) - Das Internationale Deutsche Turnfest vom 3. bis 9. Juni wird nach dem Evangelischen Kirchentag und dem DFB-Pokal-Finale die dritte große Herausforderung mit Zehntausenden Gästen für die deutsche Hauptstadt innerhalb von nur wenigen Tagen.

Wo die Probleme liegen und wie alle Schwierigkeiten gemeistert werden sollen, erläutert Alfons Hölzl , der erstmals als Präsident des Deutsches Turnerbundes das größte Massensport-Spektakel der Welt erlebt, im Interview der Deutschen Presse-Agentur .

Wie wird die Sicherheit gewährleistet?

Alfons Hölzl: Nach dem Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz im vergangenen Dezember haben wir die Sicherheitsanforderungen noch einmal überarbeitet. Wir tun natürlich alles, um die Sicherheit in den Turnfesttagen zu erhöhen. Das hat den Kostenrahmen erheblich angehoben. So wird es durch Sicherheitsdienste erstmals bei Turnfesten eine Bewachung der Schulen geben, in denen ein Großteil der erwarteten 80 000 Teilnehmer untergebracht ist. Zudem werden der Festzug und die Eröffnungsfeier am Brandenburger Tor am 3. Juni komplett abgesperrt. Das war ursprünglich nicht vorgesehen.

Wie soll ein erneutes Finanzloch vermieden werden?

Hölzl: Das Turnfest in der Rhein-Neckar-Region 2013 hat ein deutliches Minus gemacht. Mit 47 000 Teilnehmern war diese Vielfalt nicht zu steuern. In Berlin sieht das besser aus: Wir haben mit 55 000 bis 60 000 Aktiven kalkuliert, jetzt haben sich 80 000 angemeldet. Ich hoffe, dass wir mit einer schwarzen Null aus dem Turnfest gehen.

Wer trägt letztendlich die Kosten?

Hölzl: Ohne die Unterstützung des Berliner Senats und die Bundesregierung, die eine Million Euro zur Verfügung stellt, wäre das Turnfest mit seiner Fülle von Veranstaltungen nicht finanzierbar. Wir bekommen keine Festbetrags-Finanzierung, sondern eine Verlustförderung. Verluste sind zwangsläufig. Wird der vorgegebene Rahmen überschritten, trägt der DTB das wirtschaftliche Risiko.

Was war darüber hinaus die größte Herausforderung im Vorfeld?

Hölzl: Die Suche nach Volunteers. Ich bin glücklich, dass wir eine Woche nach dem Kirchentag 7000 Freiwillige gefunden haben, die in den Schulen helfen, denn der Kirchentag hatte ein ähnliches Profil, und viele Kandidaten wollten nicht gleich zweimal im Einsatz sein. Gelöst haben wir das Problem, indem nun unsere Turnvereine aus ihren Reihen Volunteers stellen, die zum Beispiel bei der Frühstücks-Ausgabe helfen.

Was wird für Sie das Highlight des Turnfestes?

Hölzl: Die Eröffnungsfeier am Brandenburger Tor hat es in dieser Form wohl noch nie gegeben. Sie und die Stadiongala sind etwas ganz Besonderes. Aber auch die deutschen Meisterschaften in den olympischen Disziplinen werden echte Highlights.

Wie wird Olympiasieger Fabian Hambüchen verabschiedet?

Hölzl: Die Stadiongala ist ein sehr würdiger Rahmen. Ich bin sicher, das wird sehr emotional. Er ist ein herausragender Athlet, der das Turnen verkörpert. Aber wir sind auch stolz auf unsere anderen Spitzensportler, die uns in Rio bei Olympia gut vertreten haben. Es freut mich, dass wir nicht nur einen starken Einzelturner haben.

Welche Hoffnungen verbinden Sie mit dem Turnfest?

Hölzl: Ich hoffe auf ein friedliches Fest in einer tollen Atmosphäre. Wenn alle Abläufe funktionieren und auch das Wetter mitspielt, werden alle Teilnehmer inspiriert in ihre Vereine zurückkehren.

Zur Person: Der 48 Jahre alte Alfons Hölzl wurde am 1. Oktober 2016 als Nachfolger von Rainer Brechtken zum DTB-Präsidenten gewählt. 1987 nahm er erstmals an einem Turnfest teil und wird dieses Treffen nie vergessen: In Berlin durfte er als Jugendlicher die Fahne seines damaligen Vereins ASV Cham ins Olympiastadion tragen.

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