Minsk 2019
Die Bogen fehlen - Panne zum Auftakt der Europaspiele

Die Europaspiele rücken Sportarten in den Blickpunkt, die sonst am Rande stehen. Die Basketballerinnen nutzen die Bühne am Auftakttag in Minsk, die deutschen Bogenschützen hätten wohl lieber anders für Aufmerksamkeit gesorgt.

Freitag, 21.06.2019, 19:07 Uhr aktualisiert: 23.06.2019, 16:08 Uhr
Beim Mixed-Wettbewerb mit dem olympischen Recurve-Bogen holten Cedric Rieger und Michelle Kroppen den dritten Platz.
Beim Mixed-Wettbewerb mit dem olympischen Recurve-Bogen holten Cedric Rieger und Michelle Kroppen den dritten Platz. Foto: Dirk Waem

Minsk (dpa) - Selbst der Einsatz des obersten Olympiers half Cedric Rieger nicht. IOC-Chef Thomas Bach hatte sich laut Bundestrainer Oliver Haidn eingeschaltet, als die deutschen Bogenschützen bei ihrem ersten Einsatz immer noch ohne eigene Waffen bei den Europaspielen in Minsk dastanden.

Ihr Material war bei der Anreise des Teams am Mittwoch aus Frankfurt/Main nicht mitgekommen. Bach habe «garantiert, dass die Bögen bis 14.00 Uhr da sind», sagte Haidn. Waren sie aber nicht. Für Rieger wäre ohnehin auch diese Uhrzeit zu spät gewesen.

Und so musste auch der auf die Olympia-Qualifikation abzielende 32-jährige Karlsbader mit Material antreten, das er sich bei der Konkurrenz geliehen hatte. «Die Hilfe der Schützen aus anderen Nationen war großartig», bemerkte Haidn. Für Rieger aber reichte es in der Runde, in der die Paarungen für den eigentlichen Wettkampf ausgeschossen wurden, nur zu Rang 28. «Ganz hervorragend» fand Haidn dieses Resultat unter den schwierigen Umständen. Auch die bereits für Tokio 2020 qualifizierte Lisa Unruh, Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier, musste mit fremdem Bogen loslegen.

Am Auftakttag hatte das 149-köpfige Team damit die erste Panne ereilt. Dabei war es am frühen Morgen prächtig losgegangen, als sich die 3x3-Basketballerinnen als erste deutsche Athletinnen in den Wettkampf stürzten und Rumänien überraschend klar mit 21:8 schlugen. «So hatten wir uns das vorgestellt», sagte die für die Universität Oregon spielende Berliner Basketballerin Satou Sabally. Den Grundstein für den Einzug ins Viertelfinale des Turniers und den Kampf um die Medaillen haben die Basketballerinnen in der Wettkampfform mit drei Akteurinnen pro Mannschaft, die auf einen Korb spielen, gelegt.

«Für uns ist wichtig, dass wir den Frauenbasketball und das 3x3 hier supporten können», sagte Ballverteilerin Svenja Brunckhorst. Sabally warb für die schnelle und von Zweikampfhärte geprägte Basketball-Variante, in der die Partien zehn Minuten dauern, es für einen Treffer aus der Nahdistanz einen Punkt und aus der Distanz zwei Zähler gibt: «Man spielt das ja seit der Kindheit, jetzt eben mit Regeln.»

Anders als in den meisten anderen der 15 Sportarten bei den Europaspielen gibt es im 3x3-Basketball in Weißrussland keine Qualifikationsmöglichkeit für die Olympischen Spiele. Dennoch nutzten die deutsche Akteurinnen die Chance, sich als Team zusammenzufinden und im internationalen Wettbewerb «ein Statement» abzugeben, wie Svenja Brunckhorst sagte. «Sie sammeln hier wichtige Erfahrungen», betonte Uschi Schmitz, die die deutsche Delegation leitet. Der Vorlauf für Tokio 2020 ist für sie der entscheidende Wert der Wettkämpfe, ein Medaillenziel gibt der Deutsche Olympische Sportbund nicht aus.

Die Leichtathletik, in der Deutschland nicht mehr der ersten Garde vertreten ist, will als Ganzes Erfahrungen sammeln. Sie wagt sich ab Sonntag an das Experiment DNA (Dynamic New Athletics), wie der neue Teamwettbewerb bezeichnet wird. Die Ergebnisse aus acht Einzelwettbewerben werden dabei in Punkte umgerechnet, die wiederum in Zeitabstände für eine Mixed-Staffel mit Teilstrecken von 800, 600, 400 und 200 Meter umgewandelt werden. Der Ablauf orientiert sich an der in der Nordischen Kombination erfolgreichen Gundersen-Methode, bei der Skisprung-Punkte in Sekunden für den anschließenden Langlauf umgerechnet werden.

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