Europaspiele in Minsk
Judoka enttäuschen - TT-Stars weiter auf Olympia-Kurs

Am dritten Wettkampftag blieb das deutsche Team in Minsk ohne Medaille. Die Judoka und die Basketballerinnen ließen Chancen auf Bronze aus. Tischtennisprofi Ovtcharov schied aus - dafür haben seine Kollegen im Mixed am Dienstag gute Aussichten.

Montag, 24.06.2019, 20:13 Uhr aktualisiert: 24.06.2019, 20:16 Uhr
Das weißrussische Minsk ist Ausrichter der Europaspiele 2019.
Das weißrussische Minsk ist Ausrichter der Europaspiele 2019. Foto: Dirk Waem

Minsk (dpa) - Ruben Goebel war nach der Niederlage von Judoka Luise Malzahn im Kampf um Bronze reichlich bedient. Wieder keine Medaille!

«Generall ist das kein Erfolg hier gewesen», sagte der zerknirschte Sportdirektor des Deutschen Judobundes über die kärgliche Ausbeute von nur einer Bronzemedaille in den Einzelwettbewerben. Das Team des Deutschen Olympischen Sportbundes blieb am Montag bei den Europaspielen in Minsk ohne Medaille und steht weiterhin bei drei bronzenen.

Die 3x3-Basketballerinnen unterlagen im Spiel um Platz drei dem Gastgeber Weißrussland. Titelverteidiger Dimitrij Ovtcharov schied überraschend im Tischtennis-Achtelfinale aus. Dafür kam sein Teamkollege Timo Boll weiter und trifft am Dienstag im Duell der Altmeister auf Wladimir Samsonow, der bei der Eröffnungsfeier das weißrussische Team als Fahnenträger angeführt hatte. Das Mixed Patrick Franziska/Petrissa Solja kämpft nach dem Halbfinaleinzug am Dienstag um die Medaillen.

Judoka Malzahn (Halle/Saale) verlor in der Klasse bis 78 Kilogramm den Kampf um Bronze gegen Loriana Kuka 22 Sekunden vor Schluss durch Ippon. Anna Maria Wagner hatte in der Trostrunde ebenfalls gegen die Kosovarin verloren. «Wir sind insgesamt hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben», stellte Goebel fest. Eine einzige Bronzemedaille durch die erst kurzfristig ins Team gerückte Hannoveranerin Pauline Starke (bis 57 kg) - mehr sprang nicht heraus. Von den Europameisterschaften 2018 in Tel Aviv hatte der DJB noch eine Silber- und zwei Bronzemedaillen mitgebracht.

Die Judoka müssen ihre Hoffnung auf Europaspiele- und EM-Gold auf den Dienstag vertagen. Dann steht die Entscheidung im Mixed-Wettbewerb an, der im kommenden Jahr in Tokio zum ersten Mal olympisch sein wird (15.00 Uhr MESZ). «Jetzt sind die Trainer und ich gefragt, eine Jetzt-erst-recht-Haltung herzustellen», sagte Goebel. Deutschland geht als Titelverteidiger in den Wettbewerb.

Ovtcharov scheiterte mit 0:4 Sätzen am Dänen Jonathan Groth. «Jonathan hat stark gespielt, aber dieses 0:4 hätte ich nie erwartet. Vor vier Jahren habe ich das Turnier gewonnen, jetzt im Achtelfinale ausgeschieden. Ich bin natürlich tief enttäuscht», sagte der Titelverteidiger. Nach dem Aus bleibt ihm dennoch eine Chance, sich in Minsk für die Olympischen Spiele 2020 zu qualifizieren. Sollte sein Deutschland den Mannschafts-Wettbewerb gewinnen, dürfte der Deutsche Tischtennis-Bund automatisch auch zwei seiner drei Teammitglieder für das olympische Einzel nominieren.

Der 38-jährige Boll gewann in der Runde der besten 16 in 4:0 Sätzen gegen den Portugiesen Marcos Freitas und trifft am Dienstag (16.00 Uhr) auf den früheren Weltranglisten-Ersten Wladimir Samsonow, der mit 43 Jahren immer noch zur erweiterten Weltspitze gehört.

Nur zwölf Minuten brauchten Patrick Franziska und Petrissa Solja für ihren 3:0-Sieg im Mixed-Viertelfinale gegen die Italiener Niagol Stoyanov und Giorgia Piccolin. Am Dienstag (11.00 Uhr) spielt das an Nummer drei gesetzte deutsche Mixed gegen die topgesetzten Slowaken Lubomir Pistej und Barbora Balazova, das Finale findet am Abend statt (20.00 Uhr). In der Frauenkonkurrenz setzte sich Abwehrspezialistin Han Ying gegen die an Nummer eins gesetzte Österreicherin Sofia Polcanova mit 4:0 durch. Solja behauptete sich mit 4:3 gegen die Polin Li Qiang.

Die neuformierten 3x3-Basketballerinnen zogen trotz der verpassten Medaille ein positives Fazit. «Wir wissen jetzt, dass wir ganz oben mitspielen können», sagte die für die Universität Oregon spielende Berlinerin Satou Sabally nach der 16:21 gegen die hart einsteigenden Weißrussinnen. Genau diese körperliche Präsenz fehlte dem deutschen Team beim Gerangel unter dem einen Korb. «Wir müssen physischer spielen», verlangte Sabally.

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