Welt-Antidoping-Agentur
Russland-Entscheidung der WADA am 22. Januar

Wie geht es weiter mit dem russischen Sport und der Moskauer Antidoping-Agentur? Die WADA hat den Termin für eine Entscheidung bekanntgegeben. Eine Sportpolitikerin hält den Aufklärungswillen für «unterdurchschnittlich ausgeprägt».

Sonntag, 13.01.2019, 10:28 Uhr aktualisiert: 13.01.2019, 10:32 Uhr
Unter Beobachtung: Das Moskauer Doping-Analyselabor.
Unter Beobachtung: Das Moskauer Doping-Analyselabor. Foto: Alexander Zemlianichenko

Montreal (dpa) - Die Welt-Antidoping-Agentur will am 22. Januar entscheiden, ob sie die Russische Antidoping-Agentur als regelkonform ansieht und wieder zulässt.

Das WADA-Exekutivkomitee wird den Fall in einer Telefonkonferenz behandeln und anschließend einen Beschluss veröffentlichen, teilte die im kanadischen Montreal ansässige Organisation über Twitter mit. Die zuständige Expertenkommission berät am 14. und 15. Januar und will dem Exekutivkomitee bis zum 17. Januar eine Empfehlung vorlegen.

Die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Dagmar Freitag, bezeichnete das Verfahren zur Wiederzulassung als «Katastrophe». «Das zeigt, dass die WADA mit Präsident Craig Reedie an der Spitze zum Spielball von Kräften geworden ist, deren Aufklärungswillen vorsichtig formuliert mehr als unterdurchschnittlich ausgeprägt ist», sagte die SPD-Politikerin der «Süddeutschen Zeitung» (Sonntag). Kritik übte sie auch am IOC-Präsidenten: «Thomas Bach hat ja sehr eilfertig erklärt, dass es für das IOC überhaupt keinen Anlass gibt, über einen erneuten Ausschluss russischer Athleten nachzudenken. Und lapidar angefügt, Russland hätte seine Strafe schließlich schon abgesessen. Damit war das Thema für ihn durch.»

Ein Experten-Team der WADA untersucht seit dem 10. Januar in der russischen Hauptstadt Daten des Moskauer Antidoping-Labors. Der Zugang zu diesen Daten ist eine Bedingung zur Wiederzulassung der Russischen Antidoping-Agentur. Ursprünglich hätte die WADA bis zum 31. Dezember Zugang bekommen müssen. Doch die Ausrüstung, mit der die Delegation vor dem Jahreswechsel tätig werden wollte, sei angeblich nicht nach russischem Recht zugelassen gewesen, so dass die Experten zunächst mit leeren Händen abreisen mussten.

Die Original-Daten des «Laboratory Information Management System» (LIMS) sind wichtig für die WADA, um die Ergebnisse einer ersten Auswertung - die Agentur hatte 2018 eine LIMS-Kopie von einem Whistleblower zugespielt bekommen - zu bestätigen: Danach sollen 9000 Doping-Proben aus den Jahren 2011 bis 2015 verdächtig gewesen sein und von rund 4000 Sportlern stammen.

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