DFL-Geschäftsführer
Seifert: Kein Solidarfonds für Beteiligung an Polizeikosten

Frankfurt/Main (dpa) - DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat nach dem verlorenen Streit um die Kostenbeteiligung von Fußballvereinen an Polizeieinsätzen bei Hochrisikospielen die Forderung nach einer bundeseinheitlichen Regelung strikt zurückgewiesen.

Sonntag, 07.04.2019, 13:49 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 12:21 Uhr
DFL-Chef hat für die Kosten bei Risiko-Spielen einen Solidarfonds ausgeschlossen.
DFL-Chef hat für die Kosten bei Risiko-Spielen einen Solidarfonds ausgeschlossen. Foto: Ina Fassbender

Seifert übte damit heftige Kritik an Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). «Die finanzielle Dimension ist im Kontext unseres Gesamtumsatzes in der Tat überschaubar. Was aber klar ist: Es wird niemals einen Solidarfonds geben», sagte Seifert in einem Interview des Fachmagazins «kicker». «Mit welchem Recht soll die DFL Vereine wie Sandhausen, Freiburg, Heidenheim oder Hoffenheim an einem Polizeieinsatz in einem anderen Bundesland beteiligen?»

Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hatte Ende März geurteilt, dass eine Beteiligung des Veranstalters von Bundesligaspielen an zusätzlichen Polizeikosten grundsätzlich zulässig sei. Auslöser des Streits war ein Gebührenbescheid des Landes Bremen über rund 400 000 Euro für den umfangreichen Polizeieinsatz beim Nordderby Werder Bremen gegen Hamburger SV im Jahr 2015. Seither sind in Bremen 2,3 Millionen Euro an polizeilichen Mehrkosten aufgelaufen.

Mäurer hatte die DFL jüngst davor gewarnt, die rechtmäßigen Kostenbescheide für Polizeieinsätze auf Werder Bremen abzuwälzen. Nach Ansicht von Seifert müsse jedoch der Verein als Veranstalter für die Kosten aufkommen. «Die DFL hat gar nicht die Möglichkeiten, auf Sicherheitsvorkehrungen dieses Spiels Einfluss zu nehmen», sagte Seifert. Die DFL ziehe aus diesem Spiel auch keinen Gewinn, da sie knapp 94 Prozent ihrer Milliarden-Umsätze an die Clubs ausschütte.

Vielmehr partizipiere indirekt das Land Bremen durch seine Beteiligung an der Stadiongesellschaft, in deren Aufsichtsrat Mäurer sitze. «Dann zu behaupten, die Gewinne lägen nur bei der DFL, das Land wolle Werder nichts Böses, das ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten», kritisierte Seifert und forderte: «Es wird Zeit, dass Herr Mäurer den Fans des SV Werder die Wahrheit sagt.»

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