Ex-FIFA-Chef
BBC: Blatter stellt sich Ermittlern zur Verfügung

London (dpa) - Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter hat sich den französischen Korruptions-Ermittlern als Zeuge angeboten. 

Donnerstag, 04.07.2019, 21:03 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 21:06 Uhr
Möchte aussagen: Sepp Blatter.
Möchte aussagen: Sepp Blatter. Foto: Federico Gambarini

«Ich stehe ihnen zur Verfügung», sagte der 83 Jahre alte Schweizer dem britischen Nachrichtensender BBC : «Ich bin bereit, zu helfen und diese Dinge klarzustellen.» Die Behörden untersuchen derzeit offenbar hartnäckig die Vergabe der Fußball-WM 2022 nach Katar im Jahr 2010. Zuletzt war der frühere UEFA-Präsident Michel Platini , der wie Blatter von der FIFA-Ethikkommission im Herbst 2015 gesperrt worden war, mehrere Stunden lang vernommen worden.

«Ich habe gehört, dass sie mit mir sprechen möchten», sagte Blatter, der inzwischen in mehreren Untersuchungen befragt wurde. Dass dabei große Erkenntnisse gewonnen wurden, ist bislang nicht bekannt. Von den Ermittlungen gegen sich selbst hält Blatter nichts: «Es läuft seit vier Jahren und nichts ist passiert. Dieser Fall sollte zu den Akten gelegt werden.»

Hintergrund der Platini-Befragung war ein Abendessen im Élysée-Palast kurz vor der WM-Vergabe, an dem neben Frankreichs damaligem Präsidenten Nicolas Sarkozy und Tamim bin Hamad, dem damaligen Kronprinzen und heutigen Emir des Emirats Katar, auch Platini teilgenommen hatte. Vernommen wurden auch Sophie Dion, eine frühere Sport-Beraterin von Sarkozy, und der frühere Élysée-Generalsekretär Claude Guéant.

Blatter forderte in dem BBC-Interview zudem wie schon vor Wochen eine Uhrensammlung zurück, die angeblich von der FIFA  zurückgehalten werde. Der 83-Jährige bekräftigte, dafür auch vor Gericht ziehen zu wollen. «Ich bin ein ehrlicher Mann», sagte Blatter in dem Gespräch. «Warum kämpfen sie um diese Uhren?», fragte er: «Da ist kein Respekt, kein Respekt vom Präsidenten (Gianni Infantino).» Die FIFA wies den Vorwurf zurück.

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