Coronavirus
Olympia-Verlegung? Prokop kritisiert IOC-Präsident Bach

Stuttgart (dpa) - Clemens Prokop, der ehemalige Chef des Deutschen Leichtathletik-Verbands, ist IOC-Präsident Thomas Bach deutlich angegangen und hält eine Olympia-Verlegung für alternativlos.

Mittwoch, 18.03.2020, 16:21 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 16:24 Uhr
Der ehemalige DLV-Chef Clemens Prokop (M.) kritisiert das IOC.
Der ehemalige DLV-Chef Clemens Prokop (M.) kritisiert das IOC. Foto: Armin Weigel

«Ich halte Thomas Bach als Krisenmanager für ungeeignet, weil er nicht die erforderlichen Entscheidungen trifft. Das IOC betreibt derzeit jedenfalls das Gegenteil von einem verantwortungsvollen Krisenmanagement», sagte Prokop im Interview der «Stuttgarter Nachrichten» und der «Stuttgarter Zeitung».

Zuletzt hatte Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), bekräftigt, dass die Olympischen Spiele vom 24. Juli bis 9. August in Tokio trotz der rasanten weltweiten Verbreitung des Coronavirus stattfinden sollen. Allerdings hatte Bach eingeräumt, dass das IOC auf die Weltgesundheitsorganisation hören wolle.

«Für mich ist klar, dass Olympische Spiele im Sommer 2020 nicht verantwortbar sind und eine Austragung keinen Sinn ergibt», sagte Prokop. «Das IOC muss mit Tokio darüber verhandeln, ob die Stadt in der Lage ist, entweder im Sommer 2021 oder im Sommer 2022 Gastgeber der Olympischen Spiele zu sein.» Ansonsten müsse ein anderer Ausrichter gefunden werden.

Die Entscheidung über eine Absage als Folge der Coronavirus-Pandemie könnte schneller kommen als bisher angenommen. «Wir hatten eine Stunde lang eine Telefonkonferenz mit dem Internationalen Olympischen Komitee. In der wurde darauf hingewiesen, dass man noch einige Wochen Zeit hat, um die weitere Entwicklung abzuwarten», sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, am Mittwoch im «Mittagsmagazin» von ARD und ZDF.

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