Präsident World Athletics
Sebastian Coe warnt Doper: Sie werden erwischt

Berlin (dpa) - Leichtathletik-Weltverbandschef Sebastian Coe hat mögliche Dopingsünder in Zeiten der Corona-Krise vor Sportbetrug gewarnt.

Samstag, 25.04.2020, 10:06 Uhr aktualisiert: 25.04.2020, 10:10 Uhr
Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics.
Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics. Foto: Martti Kainulainen

«Ich möchte eine ganz klare Botschaft an die Athleten senden: Sitzen Sie nicht da und denken Sie, dies sei eine testfreie Zeit! Das ist sie nicht», sagte der Präsident von World Athletics in einem Interview der Deutschen Welle. «Wenn Sie sich dafür entscheiden, außerhalb der Vorschriften und der Integrität unseres Sports zu treten, werden Sie erwischt werden», betonte der 63 Jahre alte Brite.

Der Weltverband denkt derzeit über Finanzspritzen für Sportler nach, die durch die Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind. «Wenn es keine Wettbewerbe gibt, gibt es auch kein Preisgeld. Das erste Ziel ist daher zu versuchen, die Wettbewerbe zurückzubekommen», meinte Coe . «Wir alle sind bestrebt, den Athleten wann immer möglich zu helfen. In den nächsten Tagen werden wir uns mit einer Art Unterstützungssystem befassen», kündigte er an.

Es gehe nicht nur darum, dass es zurzeit keine Wettkämpfe gibt. «Die Athleten haben ihre eigenen persönlichen Sponsorschaften und Verträge. Es gibt auch Probleme mit den Sendern», sagte Coe. «Ich hoffe aufrichtig, dass wir die Athleten noch in diesem Jahr wieder ins Training bringen können. Viele haben bereits auf Balkonen, auf Hotelkorridoren und auf der Straße trainiert.» World Athletics wolle die Athleten «so schnell wie möglich wieder in den Wettkampf bringen, aber nur, wenn wir das auch sicher tun können».

Er hoffe, dass die «globale Gemeinschaft die Pandemie bald eindämmen» kann, betonte Doppel-Olympiasieger Coe. Länder wie zum Beispiel Deutschland «stehen das durch, aber es ist noch zu früh, um wahnsinnig optimistisch zu sein». Sein eigenes Land - Großbritannien - sei «abgeriegelt. Ich führe dieses Interview fast 40 Tage, nachdem ich mein Büro verlassen musste und in meinem Haus eingesperrt bin.»

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