Dominanz einer kleinen Gruppe?
Streit um Zukunft des Tischtennis

Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Tischtennis-Bund hat sich in einer E-Mail an den Weltverband ITTF und dessen 226 Mitgliedsverbände sehr besorgt über die künftige Entwicklung des Sports geäußert.

Mittwoch, 02.12.2020, 17:27 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 17:32 Uhr
Michael Geiger, Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB).
Michael Geiger, Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Foto: Swen Pförtner

Hintergrund ist der Einfluss der neuen ITTF-Tochtergesellschaft «World Table Tennis» (WTT), die von 2021 an eine völlig neue Turnierserie ausrichten soll und dafür die Marketingrechte des Weltverbands für die nächsten 15 Jahre übertragen bekam.

DTTB-Präsident Michael Geiger , Generalsekretär Matthias Vatheuer sowie Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb warnen in ihrem Schreiben vor einer «Übernahme» des Tischtennis-Sports. «Es ist höchste Zeit, Licht in eine negative Entwicklung zu bringen, die die ITTF unter die Dominanz einer kleinen Gruppe bringt, die den Sport und das Geschäft der ITTF ohne ausreichende und unabhängige Kontrolle kontrolliert», heißt es in der Mail, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über die das Internetportal «insidethegames.biz» sowie die Zeitungen der Verlagsgruppe Rhein Main zuerst berichtet haben. Der Weltverband wird von dem Deutschen Thomas Weikert angeführt, der bis 2015 als Vorgänger von Geiger auch Präsident des DTTB war.

Konkret befürchten die deutschen Spitzenfunktionäre, dass die neue Turnierserie der WTT künftig zu einem Bedeutungsverlust der Welt- und Europameisterschaften oder langfristig sogar zu einer Zerstörung der Vereins- und Ligenstruktur führen könnte, in der die Spieler zumindest in Europa einen Großteil ihres Geldes verdienen.

«World Table Tennis» möchte den Terminkalender im Tischtennis künftig ähnlich aufbauen wie im Tennis oder Golf. Wichtigste Turniere sind in Zukunft vier sogenannte Grand-Smash-Wettbewerbe. Andere Turniere wie die «WTT Champions» oder die «WTT Star Contenders» sollen an die Stelle der bisherigen German Open oder China Open treten.

© dpa-infocom, dpa:201202-99-547565/2

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