Tennis: Reinert Open
Ein WTA-Turnier in Versmold?

versmold -

Das Damen-Turnier in Versmold ist bereits das drittgrößte in Deutschland. Chef-Organisator Hans-Ewald Reinert träumt nun sogar von einem Status auf der WTA-Tour. Mittelfristig könnte der Wunsch im Kreis Gütersloh Realität werden.

Donnerstag, 13.10.2016, 14:10 Uhr

Ortstermin: Hans-Ewald Reinert auf einem der beiden Plätze, auf denen der Center Court entstehen soll. Das alte Clubhaus (l.) ist in den Planungen als Basis für eine der zwei Tribünen vorgesehen.
Ortstermin: Hans-Ewald Reinert auf einem der beiden Plätze, auf denen der Center Court entstehen soll. Das alte Clubhaus (l.) ist in den Planungen als Basis für eine der zwei Tribünen vorgesehen. Foto: Reinert Open

Hans-Ewald Reinert hat eine Vision. Und die wird immer konkreter. In absehbarer Zeit sollen sich die Reinert Open, ohnehin nach Stuttgart und Nürnberg das drittgrößte Damen-Tennisturnier Deutschlands , zu einem WTA-Event entwickeln. „Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich das nicht im Kopf hätte“, gibt der Unternehmer aus dem ostwestfälischen Versmold unumwunden zu. Weltklasse auf dem Land – 2020 könnte es soweit sein. Bis dahin wählt der 53-Jährige die Politik der kleinen Schritte. Mit Bedacht, mit Planung und mit Begeisterung. „Das ist eine Herausforderung. Und der wollen wir uns schrittweise nähern.“

Der nächste Stepp steht für das kommende Jahr an. Dann, zur zehnten Auflage, wird das Preisgeld noch einmal von 50 000 auf 60 000 Dollar erhöht. Auch das ist ein Signal.

Wesentlicher Bestandteil der Planung ist die Erweiterung des Areals beim Tennispark Versmold. „Wir wollen die Anlage vergrößern, internationaler machen“, sagt Reinert. Was so ganz nebenbei auch ein Bonbon für die vereinseigene Herren-Mannschaft wäre. Denn die stieg gerade erst in die 2. Bundesliga auf. Das zeigt, dass die Verantwortlichen in der 21000-Seelen-Gemeinde die Basis nicht aus den Augen verlieren. Und ein WTA-Turnier sowieso nicht.

Deshalb soll ein Center Court geschaffen werden. Dort, wo vor dem alten Clubhaus bislang die beiden Hauptplätze zu finden sind. „Dabei verlieren wir einen Platz, gewinnen aber auf der gesamten Anlage drei dazu“, verrät Reinert auch eine Erweiterung von acht auf zehn Plätze. Dabei bildet das alte Clubheim – längst gibt es parallel eine moderne Variante zusätzlich – die Basis für eine von zwei Tribünen auf den jeweiligen Längsseiten. Denn auch die Zuschauerkapazität spielt eine Rolle. „Ein großes Stadion aber wird es nicht“, beruhigt der Motor, Sponsor und leidenschaftliche Tennisspieler. Im Kern sollen rund um den Center Court 800 Sitzplätze geschaffen werden. Für das Turnier kämen variable Tribünen zum Einsatz, die dann 2500 Besuchern Platz bieten. Bis 2019 könnte die Baumaßnahme abgeschlossen sein.

Bis dahin wird Hans-Ewald Reinert, der in Münster wohnt, genau hinsehen, ob das Interesse tatsächlich vorhanden ist. Denn die bisherige Besucherzahl von 5000 in der Turnierwoche genügt nicht. „Das Drei- bis Vierfache müsste es schon werden“, sagt Reinert und blickt aus der gleichnamigen Firmengruppe aus dem benachbarten Loxten-Mitte nach Versmold.

Dort könnte das Damen-Event, über das 16 Kilometer weiter in Halle wiederholt nachgedacht wurde, tatsächlich Wirklichkeit werden. Ohne Konkurrenzdenken. „Wir würden niemals mit den Gerry Weber Open in einen Wettbewerb eintreten. Wir tun uns nichts, lernen vielmehr voneinander“, berichtet er von guter Nachbarschaft. Schließlich ist er nicht nur Partner des Westfälischen Tennisverbands, sondern seit Jahren auch im Sponsorenkreis des Rasenturniers in Halle. Auch in Münster unterstützt er beim THC bereits ein hochkarätiges internationales Nachwuchsturnier.

Alles mit einer exakten Planung. Was auch für das Tennis in Versmold gilt. Nach dem die Vereine Blau-Weiß SpVg und Grün-Weiß 2007 fusionierten, wurde für den großen Sport eine GmbH gegründet und vom Tennispark getrennt. 2008 fand die Premiere der Reinert Open statt. Nicht nur Carina Witthöft , Annika Beck oder Laura Siegemund nahmen hier Anlauf.

Auch was einen möglichen Termin angeht, hat Hans-Ewald Reinert klare Vorstellung. Er hat die Reihenfolge der Sand-, Rasen- und Hartplatz-Saison im Blick. „Optimal wäre direkt vor den French Open“, sagt er. Seine Visionen könnten bald Wirklichkeit werden.

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