Tennis: Gerry-Weber-Open trotzen Turbulenzen mit herausragendem Spielerfeld
Positiver Faktencheck in Halle

Halle/Westfalen -

Die Hauptsache spielte wieder die Hauptrolle. Der Sport, das Tennis. Ein „endlich“ lag bei der Vorstellung des Teilnehmerfeldes unüberhör- und doch irgendwie spürbar in der Luft. Nach den wirtschaftlichen Turbulenzen und Einschnitten beim Namensgeber und Hauptsponsor setzen die 27. Gerry Weber Open (15. bis 23. Juni) auf eine Qualitätsoffensive.

Donnerstag, 09.05.2019, 17:32 Uhr
Gewissenhafte Vorbereitung: Roger Federer ordnet beim anvisierten zehnten Sieg bei den Gerry Weber Open einiges unter.
Gewissenhafte Vorbereitung: Roger Federer ordnet beim anvisierten zehnten Sieg bei den Gerry Weber Open einiges unter. Foto: AFP

Allen voran Ralf Weber . „Wir wollen weiter zulegen,“ kündigte der Turnierdirektor an. Der Zuspruch der Partner in den vergangenen Monaten, als sich das Turnier „neu aufgestellt habe“, sorge für Rückenwind. „Teilweise haben sie ihr Engagement ausgedehnt, teilweise sind neue hinzugekommen“, gewährte Stephan Pumpe, zuständig für Marketing und Sponsoring, einen Einblick. Die Strahlkraft des Rasenevents ist ungebrochen. Daran wird auch die weitere Entwicklung – ab 2020 kündigte Weber einen neuen Titelsponsor an – nichts ändern. „Wir wollen weiter Turniergeschichte schreiben“, versicherte der 54-Jährige.

Bislang schlugen 324 Spieler aus 52 Nationen in Halle auf. Fünf Debütanten erweitern im Juni diesen Kreis. „Wir werden größer, internationaler und schreiben Rekorde. Wir steigern uns,“ kam Weber richtig in Fahrt. Und er lieferte Fakten. Was 1993 mit 370 000 Dollar Preisgeld angefangen hatte, erreicht nun mit 2,1 Millionen Dollar eine neue Bestmarke. Zumindest einen Superlativ verdient tatsächlich auch das Teilnehmerfeld. „Herausragend“ brachte es Weber auf den Punkt. Mit Roger Federer (ATP-Nr. 3), Alexander Zverev (4), Dominic Thiem (5) und Kei Nishikori (7) führt ein Quartett aus den aktuellen ersten sieben der Weltrangliste das ­32er-Hauptfeld an. Karen Khachanov (13), Vorjahressieger Borna Coric (15), Nikoloz Basilashvili (17) sowie Gael Mofils (18) erweitern es auf insgesamt acht Akteure aus den Top-20. Die deutsche Fahne neben Zverev halten Philipp Kohlschreiber, Jan-Lennard Struff – er schied bislang bei sechs Starts ebenso oft in Runde eins aus – und Rudolf Molleker per Wild Card hoch.

Gerry Weber Open, das heißt natürlich Roger Federer, der zum 17. Mal antritt. „Das Teilnehmerfeld ist leider etwas stark. Ich hätte es mir einfacher gewünscht“, gestand der Turnierbotschafter lächelnd via Video-Schalte. Dass der 37-Jährige bereits am Freitag vor dem Turnier anreist, nach den Fench Open eine Pause einlegt und somit Stuttgart auslässt, verdeutlicht, dass er den zehnten Turniersieg anstrebt. Aber eben nicht nur er. Die Konkurrenz droht mit Gegenwehr. „Ich kann es kaum erwarten“, versichert Thiem. Und auch Zverev („Das Turnier ist unglaublich“) kommt nach zwei Finalniederlagen nicht für einen unbefriedigenden Hattrick. In Halle sind sie längst schon im Turniermodus und konzentrieren sich auf die Hauptsache – Tennis.

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