WTA-Turnier
Rücken stoppt weinende Serena Williams

Serena Williams will bei den US Open unbedingt gewinnen. Deshalb nimmt sie die Vorbereitung auf das Turnier in New York auch so ernst. In Toronto wähnte sie sich auf einem guten Weg, doch dann war im Finale nach 19 Minuten schon wieder alles vorbei.

Montag, 12.08.2019, 11:55 Uhr aktualisiert: 12.08.2019, 11:58 Uhr
Serena Williams musste das Finale verletzungsbedingt aufgeben.
Serena Williams musste das Finale verletzungsbedingt aufgeben. Foto: Frank Gunn

Toronto (dpa) - Serena Williams saß wie ein Häufchen Elend auf ihrem Stuhl. Das Finale beim Tennis-Turnier in Toronto war noch keine 20 Minuten alt, da musste sich die 37 Jahre alte Amerikanerin wieder einmal ihrem eigenen Körper geschlagen geben.

Dieses Mal war es der Rücken, der Williams zu schaffen machte. Beim Stand von 1:3 gegen die 19 Jahre junge Kanadierin Bianca Andreescu kapitulierte Williams - und konnte ihren Frust über den erneuten körperlichen Rückschlag nicht verbergen.

«Mein kompletter Rücken ist verhärtet. So sehr, dass ich nicht mehr schlafen und mich kaum noch richtig bewegen konnte», sagte Williams zwei Wochen vor Beginn der US Open tief enttäuscht. Ihren Oberkörper habe sie bewegen können, aber ihr Unterkörper sei völlig verkrampft gewesen, berichtete die 23-malige Grand-Slam-Turnier-Siegerin, die bei den in zwei Wochen beginnenden US Open unbedingt ihren ersten großen Sieg seit den Australian Open 2017 holen will. Damit würde sie mit der Australierin Margaret Court gleichziehen. Es ist das letzte große Ziel, das Williams immer noch Tennis spielen lässt.

Finalgegnerin Andreescu war wie die Zuschauer völlig überrascht, als Williams ohne vorherige Behandlung durch den Turnierarzt das Finale der mit 2,8 Millionen Dollar dotierten WTA-Veranstaltung beendete. Die Kanadierin ging zu der auf ihrem Stuhl sitzenden Williams und kniete sich vor die Amerikanerin, um sich zu erkundigen, was passiert sei. Danach brachen beide in Tränen aus, Williams vor Enttäuschung und Schmerzen, Andreescu vor Freude über ihren zweiten Titel in diesem Jahr und vor Mitleid mit Williams.

«Ich habe Dich deine ganze Karriere lang verfolgt. Du bist so eine unglaubliche Kämpfernatur», sprach Andreescu der 18 Jahre älteren Williams Mut für die kommenden Tage zu. Immerhin gab Williams mit Blick auf die US Open vorsichtig Entwarnung. «Ich hatte das schon früher. Es sind 24 oder 36 Stunden, in denen mein Rücken einfach unglaublich verkrampft ist und dann ist es wieder weg», sagte die Amerikanerin, die im vergangenen Jahr in New York in einem denkwürdigen Finale der Japanerin Naomi Osaka unterlegen war.

Während Williams vor dem letzten Saisonhöhepunkt dennoch wieder einmal Zweifel über ihre Fitness säte, zeigte sich Rafael Nadal bereits wieder in Topform. Beim ATP-Turnier in Montreal ließ er dem Russen Daniil Medwedew im Endspiel keine Chance und gewann 6:3, 6:0. «Ich denke, ich habe ein solides Match gespielt, zweifellos mein bestes Match in dieser Woche», sagte Nadal zufrieden. Für Nadal war es insgesamt 35. Erfolg bei einem Masters-Turnier. Der Spanier legt mit Blick auf die US Open nun eine Pause ein und sagte für das Turnier in Cincinnati in dieser Woche ab.

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