Biathlon-WM
Patzer sollen Bö noch stärker machen - «Wütend»

Johannes Thingnes Bö gewinnt erstmals den Biathlon-Gesamtweltcup - und ärgert sich trotzdem. Bei der WM vergibt er leichtfertig sein drittes Gold. Nun muss die Konkurrenz sich noch mehr fürchten.

Montag, 11.03.2019, 11:54 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 11:58 Uhr
Der Norweger Johannes Thingnes Bö vergab leichtfertig sein drittes WM-Gold.
Der Norweger Johannes Thingnes Bö vergab leichtfertig sein drittes WM-Gold. Foto: Sven Hoppe

Östersund (dpa) - Jahrelang hatte Johannes Thingnes Bö von diesem Moment geträumt, doch Freude wollte nach seinem Premierensieg im Gesamtweltcup nicht aufkommen.

«Es sind gemischte Gefühle», sagte der Norweger schmallippig. Durch drei Fehler im letzten Schießen in der WM-Verfolgung von Östersund gab er seine fast sicher geglaubte dritte Goldmedaille noch aus der Hand und musste sich mit Silber begnügen. Der große Traum von sechsmal Biathlon-Gold in Schweden ist vorbei, nichts konnte den 25-Jährigen richtig darüber hinweg trösten.

Zunächst nicht einmal, dass er Martin Fourcade als Gesamtsieger ablöste. Sieben Jahre lang hatte der Franzose in Serie triumphiert, doch in diesem Winter leistete Bö Außergewöhnliches. 13 von 20 Rennen gewann er, ist schon fünf Wettkämpfe vor Saisonende nicht mehr einzuholen. «Ich hatte dieses Ziel schon sehr lange, deswegen bin ich auch stolz», sagte Bö mit etwas Abstand. Gewinnt er noch ein Rennen mehr, würde er Fourcades Siegrekord von 2016/2017 einstellen.

Bö entwickelte sich zuletzt von der lustigen Partykanone zum akribischen Arbeiter. Früher vergab der starke Langläufer sicher geglaubte Siege häufiger durch Patzer am Schießstand, doch das schien längst der Vergangenheit anzugehören. Umso bitterer für ihn, dass es nun ausgerechnet bei der WM wieder passierte.

«Ich muss meine schrecklichen Fehler vergessen, mich hat das sehr enttäuscht», sagte der Olympiasieger: «Aber mich wird das wütend und entschlossen machen.» Die Konkurrenz dürfte das vor dem Einzel am Mittwoch nicht gerne hören, denn die Wettkämpfe in Schweden zeigten: Wenn Bö sich nicht selbst schlägt, kann es sonst bisher niemand.

Gold mit der Mixedstaffel, Gold im Sprint und Silber in der Verfolgung. Dreimal schon wurde vor Norwegens Teamunterkunft mit Feuerwerk, Champagner und Kuchen wegen Bö gefeiert. Er ist auf dem besten Weg, so dominant zu werden wie einst Landsmann Ole Einar Björndalen. Doch Vergleiche mit dem Rekord-Olympiasieger lehnt Bö ab. «Ole ist eine absolute Legende, da sehe ich mich noch nicht.»

Die Konkurrenz wirkt frustriert, drei weitere Goldmedaillen scheinen für Bö möglich. «Er macht sicher nicht alles richtig. Aber was er macht, macht er doppelt so gut wie wir», sagte Erik Lesser. Benedikt Doll ergänzte: «Er hebt sich deutlich vom Rest ab. Der kann auch mal zwei oder drei Strafrunden mehr rauslaufen.» Aber fünf wie im Jagdrennen sind dann selbst für den Überflieger aus Stryn zu viel.

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