Biathlon-WM in Östersund
Dahlmeier verpasst WM-Medaille im Einzel knapp

Laura Dahlmeier war drauf und dran, ihre dritte Medaille bei der WM in Schweden zu holen. Am Ende fehlten sieben Sekunden zu Bronze. Aber die Ausnahme-Biathletin gönnte der Konkurrenz den Erfolg.

Dienstag, 12.03.2019, 18:59 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 19:04 Uhr
Bleibt bei der WM im Einzel ohne Medaille: Laura Dahlmeier aus Deutschland überquert die Ziellinie.
Bleibt bei der WM im Einzel ohne Medaille: Laura Dahlmeier aus Deutschland überquert die Ziellinie. Foto: Sven Hoppe

Östersund (dpa) - Das Ende der historischen WM-Medaillenserie verfolgte Laura Dahlmeier angespannt im Liveticker auf ihrem Handy. «Ich habe die Zeiten angeschaut und schon gemerkt, dass es mit dem Teufel zugehen muss, wenn ich da vorne bleiben will», sagte die Olympiasiegerin.

Im Einzel wurde die Titelverteidigerin Vierte, sieben Sekunden fehlten am Dienstag bei der Biathlon-WM zu Bronze, weil sich die Französin Justine Braisaz in Östersund noch vor sie schob. «Ich gönne ihr das sehr, weil ich diesen Fehler geschossen habe. Dann weiß man, dass der Fehler bei einem selbst liegt», sagte die 25-Jährige. Bei 20 Schüssen war ein Patzer schon zu viel, um es noch auf das Podest zu schaffen.

Dass sie nach zuvor 13 Medaillen in Serie bei Weltmeisterschaften erstmals seit 2015 wieder leer ausging, nahm Dahlmeier gelassen. «Ich muss damit leben», sagte die siebenmalige Weltmeisterin, grinste und hob hervor, was ihr in den vergangenen Jahren gelungen war: «Es ist brutal cool, dass es jedes Jahr zum Saison-Höhepunkt so gut klappt seit ich dabei bin. Das ist schon besonders.» In Schweden hatte sie zuvor jeweils Bronze in Sprint und Verfolgung gewonnen.

Über 7,5 Kilometer hatte Dahlmeier noch um 0,6 Sekunden die Schwedin Hanna Öberg auf den vierten Platz verwiesen und das Glück auf ihrer Seite gehabt. Diesmal triumphierte Öberg. Die Olympiasiegerin blieb über die 15 Kilometer fehlerfrei und verwies die Italienerin Lisa Vittozzi mit 23,6 Sekunden auf Rang zwei. Bronze ging an Braisaz. Wäre Dahlmeier fehlerfrei geblieben, hätte sie ihren achten WM-Titel geholt. «Wenn man in jeder Runde ein bis zwei Sekunden irgendwo herausquetscht, hätte es gereicht. Es wäre durchaus möglich gewesen», sagte Dahlmeier. «Es war ein gutes Rennen, aber kein sehr gutes.»

Dahlmeier startete verhalten in den längsten Wettbewerb bei den Skijägerinnen. Dabei kam ihr Start durchaus überraschend. Sah die zierliche Bayerin doch nach ihrer zweiten Bronzemedaille am Sonntagabend angesichts einer immer noch nicht komplett abgeklungenen Erkältung nicht ganz so frisch aus. Kurz nach der Ankunft in Schweden war Dahlmeier krank geworden, Halsschmerzen und ein starker Husten quälten sie. Deshalb ist sie läuferisch auch nicht bei 100 Prozent.

«Gesundheitlich geht es jetzt auch von Tag zu Tag besser», sagte Dahlmeier im Ziel jedoch. Sie habe «gar keine Beeinträchtigung während des Rennens gespürt», würde aber niemandem empfehlen «krank Rennen zu laufen. Aber irgendwie hat es bei mir funktioniert». Vermutlich wird die Garmisch-Partenkirchnerin am Samstag wieder in der Frauen-Staffel zum Einsatz kommen, auf die Single-Mixed-Staffel am Donnerstag wird sie wohl verzichten. Als Medaillengewinnerin ist Dahlmeier auch für den Massenstart am Sonntag gesetzt.

Die erste Liegendeinlage absolvierte sie bei eisigen Temperaturen von minus fünf Grad ruhig und konzentriert. Genau wie die Zweite - nach Rennhalbzeit lag sie als Dritte nur 14,6 Sekunden hinter Öberg. Doch im zweiten Liegendschießen setzte sie einen Schuss knapp auf den Rand, die Klappscheibe wackelte, fiel aber nicht um. Ein Strafminute bekam Dahlmeier oben drauf.

Die zierliche Bayerin beließ es bei diesem einen Fehler und hatte noch Kraft für die Schlussrunde. Wartend musste sie dann aber mit ansehen, wie ihr Braisaz die Medaille wegschnappte. «Man fragt sich nach dem Rennen schon, wo hat man die eine oder andere Sekunde liegen gelassen. Mein Schießen war nicht allzu schnell. Aber ich kann ich mir nichts vorwerfen», meinte sie. «Ich habe alles gegeben.»

Die mit Mixed-Silber dekorierte Vanessa Hinz rehabilitierte sich mit Platz 19 (2 Fehler) etwas für ihre Enttäuschung im Sprint, als sie als 65. die Qualifikation für die Verfolgung verpasst hatte. Franziska Hildebrand (3) als 31. und Franziska Preuß (4) als 38. enttäuschten. Verfolgungs-Weltmeisterin Denise Herrmann hatte sich nach ihrem ersten großen Einzeltitel eine Pause gönnt.

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