Schneller Eiskanal in Whistler
16 Trainingsstürze: Duell um Gold auf der Risiko-Eisbahn

Die vielen Trainingsstürze auf der Hochgeschwindigkeitsbahn wecken Erinnerungen an Olympia 2010 in Whistler. Selbst der größte Gold-Konkurrent von Francesco Friedrich stürzte auf seiner Heimbahn.

Freitag, 01.03.2019, 13:06 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 13:08 Uhr
Die Hochgeschwindigkeitsbahn in den Whistler Blackcombs verzeiht keine Fehler der Athleten.
Die Hochgeschwindigkeitsbahn in den Whistler Blackcombs verzeiht keine Fehler der Athleten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Whistler (dpa) - Der Kampf um Gold ist gefährlich. Das Duell des deutschen Bob-Fahrers Francesco Friedrich mit dem Kanadier Justin Kripps um den WM-Titel wird auf der Risiko-Eisbahn in Whistler ausgetragen.

In dem schwierigen wie schnellen Eiskanal war 2010 bei den Olympischen Spielen der Rodler Nodar Kumaritaschwili tödlich verunglückt - und auch bei den Übungseinheiten der Zweier-Bobs in dieser Woche gab es erschreckend viele Stürze.

Die Hochgeschwindigkeitsbahn verzeiht keine Fehler. «Es gab 16 Stürze im ersten Training, die Bahn ist sehr schnell und nicht mehr vergleichbar mit der Trainingswoche im November», sagte der deutsche Cheftrainer René Spies vor dem ersten Rennen am Samstag. «Wir müssen uns hier viele Details neu erarbeiten.»

Schon die kleinen Schlitten waren bis zu 152 Stundenkilometer schnell, allein sieben Bobs stürzten bereits in den Kurven vier und fünf. Nach ihren Stürzen sagten der Franzose Romain Heinrich (Bob kaputt) und der Amerikaner Justin Olson (Halswirbelverletzung) die WM-Rennen ab.

Selbst Mitfavorit Kripps, der auf der kanadischen Risiko-Bahn Heimvorteil genießt, kippte in der Eisrinne um. Das Abschlusstraining ließ der größte Konkurrent von Friedrich trotzdem aus. «Er fühlt sich enorm sicher. Zudem haben die Kanadier alles dafür getan, dass er hier gewinnt», betonte Spies. «Auf der Heimbahn von Kripps werden wir nicht mit Vorsprüngen spielen können, wie wir es von anderen Bahn kennen», sagte Friedrichs Heimtrainer Gerd Leopold.

Friedrich zeigt trotz allem keine Angst und gibt sich optimistisch. Der Doppel-Olympiasieger aus Pirna hat in diesem Winter als erster Pilot mit Anschieber Thorsten Margis alle Zweierbob-Rennen im Weltcup gewonnen und sagte vor dem ersten Lauf: «Nach dem historischen Gesamt-Weltcupsieg ist die Titelverteidigung das Ziel.»

Friedrich kennt die schwierige Bahn in Whistler, auf der die Entwicklung der Ergebnisse für ihn und Kripps ein ständiges Auf und Ab war. Beide gaben im Februar 2012 ihre Debüts auf dieser Piste: Friedrich mit Rang 11, Kripps mit Platz 17. Den ersten Weltcupsieg in seiner Paradedisziplin feierte der jüngste Zweierbob-Weltmeister in Whistler 2015/16 - Kripps wurde damals Vierter. Der Kanadier schaffte schließlich in der Vorsaison mit Rang zwei seinen ersten Podestplatz - da kam Friedrich nur auf Rang 13.

Mit einem erneuten WM-Sieg würde Friedrich den Uralt-Rekord von Eugenio Monti einstellen. «Es gibt einige Ziele, die wir noch erreichen wollen, die bisher niemand in diesem Sport geschafft hat», sagte der Olympiasieger. Monti fuhr von 1957 bis 1961 fünf Zweierbob-WM-Titel in Serie ein. Diese unglaubliche Serie will Friedrich in Whistler ebenfalls erreichen. Und er könnte dann bei der WM 2020 in Altenberg - auf seiner Heimbahn - Monti überholen.

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