Saisonauftakt in Lake Placid
Bobpilot Friedrich geht wieder auf Rekordjagd

Doppel-Olympiasieger Friedrich rast im Eiskanal von Rekord zu Rekord. Seine letzte Niederlage im Zweierbob war am 13. Januar 2018 in St. Moritz. Seitdem gewann er alle zehn Rennen - inklusive Olympia in Pyeongchang. In diesem Winter hat er nur ein Ziel: Monti überholen.

Mittwoch, 04.12.2019, 10:55 Uhr aktualisiert: 04.12.2019, 10:59 Uhr
Will zum Saisonauftakt in Lake Placid wieder im Zweierbob siegen: Francesco Friedrich.
Will zum Saisonauftakt in Lake Placid wieder im Zweierbob siegen: Francesco Friedrich. Foto: Robert Michael

Lake Placid (dpa) - Vor den beiden Doppel-Rennen beim Weltcup-Auftakt an diesem Wochenende in Lake Placid stellt sich nur eine Frage: Wer kann Francesco Friedrich im Zweierbob stoppen?

Der 29 Jahre alte Ausnahmepilot gewann in der vergangenen Saison alle Weltcuprennen im kleinen Schlitten und räumte bei der WM im kanadischen Whistler auch in der Königsklasse ab: als erster Pilot der Welt schaffte der Pirnaer den Hattrick mit drei Doubles in Serie. Seit der WM 2017 in Königssee ist er bei Olympia und WM ungeschlagen.

Seine Titel lächelt der Doppel-Olympiasieger spitzbübisch weg. In diesem Winter hat er nur ein Ziel: «Ich will Eugenio Monti überholen und im Zweier den sechsten WM-Titel holen», meinte Friedrich, der mit fünf WM-Titeln in Serie mit dem legendären Italiener gleichgezogen hat. Leichtes Spiel würde man denken, die WM im Februar findet auf seiner Heimbahn statt. Doch Perfektionist Friedrich weiß um die Schwere der Aufgabe: «Der sportliche Druck ist nicht unbedingt enorm, aber der Stress. Es gibt so viele Leute, die dann beim Saisonhöhepunkt von einem etwas wollen, wie Karten oder Selfies», sagte der zweifache Familienvater und betonte: «Der Weltcup in Altenberg ist immer der anstrengendste im ganzen Winter. Und die Konstellation bei der WM mit mir und Nico Walther als Lokalmatadoren wird es so nicht mehr geben.»

Da ist selbst der Reisestress bei den Übersee-Rennen entspannter, witzelte Friedrich. Beim nach hinten verschobenen Saisonauftakt in Lake Placid wird es ein Doppel-Rennen im Zweierbob geben, ehe der Viererbob in der Woche darauf dann zweimal gefahren wird. Die anspruchsvolle Bahn im Olympia-Ort von 1932 und 1980 ist ein erster Gradmesser. Das letzte Rennen im Februar gewann Friedrich dort, in der Olympia-Saison 2017/18 siegte aber Vereinskollege Nico Walther zum Auftakt - Friedrich wurde damals nur Neunter.

Walther war es auch, der Friedrich am 13. Januar 2018 in St. Moritz die letzte Niederlage im Zweierbob zugefügt hatte. Der Olympia-Zweite im Viererbob, der zuletzt in Altenberg einen schweren Trainingssturz hatte, fehlt am Samstag beim ersten Rennen. Dafür komplettieren Christoph Hafer und Johannes Lochner das Team.

Fahrerisch und materialtechnisch kann man von Friedrich, der im Zweier den Bob aus der Berliner Materialschmiede FES und im Vierer den Schlitten von Wallner fährt, viel erwarten. «Ich habe noch nie so viele Testfahrten gemacht, über hundert Fahrten», erklärte Friedrich, der bei den deutschen Meisterschaften im November in Altenberg nur Spurbob fuhr und Meister Richard Oelsner dennoch die Show stahl: Mit 54,46 Sekunden verbuchte er die schnellste Zeit, die jemals im Kohlgrund im kleinen Schlitten gemessen wurde. Anerkennung fand der Bahnrekord nicht, ein Fingerzeig für die WM war es allemal.

Cheftrainer René Spies sieht die Deutschen gut aufgestellt: «Mit dem FES-Schlitten haben wir momentan den schnellsten Zweierbob der Welt, im Vierer machen wir auch große Schritte.» Zudem steht ein neu entwickelter BMW-Zweier vor der Feuertaufe. «Eine Aussage zur Leistungsfähigkeit ist noch zu früh, er startet erstmal im Europacup», betonte Spies, der bei den Frauen auf Olympiasiegerin Mariama Jamanka setzt. Zudem fahren in Übersee die WM-Zweite Stephanie Schneider sowie Kim Kalicki, ehe beim Heim-Weltcup in Wintersee gewechselt wird. Dann bekommt die deutsche Meisterin Laura Nolte auf ihrer Heimbahn eine Chance.

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