Weltcup in St. Moritz
Bobpilot Lochner bärenstark zurück

Zuletzt meinte Lochner noch, Friedrich sei im Zweierbob nicht zu schlagen. Nun stoppt er die Siegesserie des Rekordweltmeisters. Auch im Viererbob fährt der Bayer aufs Podest. Die gesundheitlich angeschlagene Friedrich-Crew gewinnt dennoch einen Titel.

Sonntag, 02.02.2020, 13:26 Uhr aktualisiert: 02.02.2020, 13:28 Uhr
Das Team Johannes Lochner (vorne) beim Weltcup in St. Moritz.
Das Team Johannes Lochner (vorne) beim Weltcup in St. Moritz. Foto: Urs Flueeler

St. Moritz (dpa) - Auch ohne Sieg beim prestigereichen Weltcup in St. Moritz hat Francesco Friedrich die erste von drei möglichen Kristallkugeln abgeräumt. Dafür reichte dem Doppel-Olympiasieger mit angeschlagener Crew im Viererbob-Rennen Platz fünf.

Mit 37 Zählern Vorsprung gewann er die Gesamtwertung in der Königsklasse. Der Gesamtsieg im Zweierbob beim Weltcup-Finale und der parallel ausgetragenen EM kommender Woche im lettischen Sigulda ist nur noch Formsache - wie auch die große Kristallkugel in der Kombinationswertung.

Die Show im Bob-Mekka St. Moritz stahl ihm diesmal Teamkollege Johannes Lochner . Erst stoppte er die Siegesserie des Rekordweltmeisters im Zweierbob, der zuvor alle vier Rennen gewonnen hatte. Dann löste der 29-jährige Bayer, der mit Christopher Weber fuhr, auch noch das WM-Ticket im kleinen Schlitten. «Es war die richtige Antwort auf die Vorgabe, jetzt fahren wir zur WM», sagte Lochner. Friedrich meinte anerkennend: «Hansi hat verdient gewonnen, wir haben den Starterpreis gewonnen, aber in der Bahn etwas Zeit liegengelassen.»

Und dann fuhr Lochner auch im Vierer als einziger Deutscher mit Rang drei aufs Podest. Das verpasste Double konnte er verschmerzen. «Alles gut, ich hatte vor dem Horseshoe einen kleinen Fahrfehler, der hatte Zeit gekostet. Unten raus fehlte es dann in der Bahn, da kann man nichts mehr aufholen», sagte Lochner, der seine Führung nach dem ersten Lauf noch verspielte. Den Sieg holte sich der Kanadier Justin Kripps vor dem Letten Oskars Kibermanis.

«Die Woche war suboptimal, alle waren krank, wir mussten schon unsere Frauen um Hilfe bitten», meinte Friedrich. Die Woche Pause will er zum Regenerieren nutzen. Cheftrainer René Spies sprach angesichts der starken Leistung von Kripps und Kibermanis drei Wochen vor der Heim-WM in Altenberg von einem «Warnschuss».

Bei den Frauen kam Olympiasiegerin Mariama Jamanka auf Rang zwei. Mit Kira Lipperheide musste sie sich nur der zweimaligen Olympiasiegerin Kaillie Humphries aus den USA geschlagen geben. «Ich bin echt zufrieden, denn letzte Woche hatte ich noch ein Negativerlebnis», sagte Jamanka. Dritte wurden Stephanie Schneider und Leonie Fiebig. «Mit dem Podest ist das Ziel erfüllt, Start und Material waren super, doch in der Bahn waren zu viele Fehler», meinte Schneider.

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