Ehemalige Ski-Rennfahrerin
Viktoria Rebensburg erwägt Verbleib im Skisport

Kreuth (dpa) - Viktoria Rebensburg kann sich nach ihrem Ende als aktive Rennfahrerin eine Zukunft im Skisport vorstellen.

Freitag, 02.10.2020, 10:17 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 10:20 Uhr
Auch nach Ende der aktiven Karriere weiter vom Skisport begeistert: Viktoria Rebensburg.
Auch nach Ende der aktiven Karriere weiter vom Skisport begeistert: Viktoria Rebensburg. Foto: Stephan Jansen

«Ich bin im Alpinsport groß geworden und habe noch immer eine große Leidenschaft dafür. Ich fühle mich auch noch als Skifahrerin und werde es immer irgendwie bleiben», sagte die bald 31-Jährige der « Süddeutschen Zeitung ». «Von daher wäre es schön, ein Teil des Ganzen zu bleiben. Wie das genau aussehen wird, kann ich jetzt noch nicht sagen.» Die beste deutsche Skirennfahrerin der vergangenen Jahre hatte vor gut einem Monat ihre sportliche Laufbahn beendet.

Konkrete Pläne habe die Olympiasiegerin von 2010 noch nicht. «Zuerst finde ich es auch wichtig, meine Karriere noch mal zu reflektieren und damit komplett abzuschließen», erzählte sie. Den Weltcup-Start in zwei Wochen in Sölden werde sie sich im Fernsehen ansehen, «wenn's zeitlich passt», sagte sie. «Aber wenn das Wetter schön ist, werde ich sicherlich keine Skirennen schauen, sondern selbst draußen sein.»

Rebensburg hatte dank der Erfolge Freiräume im Team erstritten und sich mit Funktionären angelegt. Das forderte sie nun von den jungen Sportlerinnen. «Es wird schon sehr stark in gewissen Mustern gedacht; die Trainer geben den Athleten sehr viel vor. Wir haben früher viel allgemeiner trainiert, auch mal im Gelände oder spielerischer. Wenn ich sehe, wie früh jetzt manchmal sehr spezifisch trainiert wird, Tore, Tore, Tore - da frage ich mich schon: Wo wird da das Individuum gefördert mit seinen Ideen und seiner Persönlichkeit?», fragte sie.

Zugleich müssten Spitzenathleten noch intensiver unterstützt werden, um künftig wieder Siegfahrerinnen zu haben. «Vielleicht sollten die Strukturen auch dahingehend angepasst werden: Wer alles für den Erfolg gibt, sollte nochmals besser und individueller gefördert werden», schlug sie vor. «Das wäre Ansporn und Selektion zugleich.»

© dpa-infocom, dpa:201002-99-796425/2

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